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Montag, 14. Dezember 2020

# 142 - "Wie ein Feuerwerk" - Michelangelo (1970)

Diese Woche startet mit einem richtigen "Knaller" - im wahrsten Sinn des Wortes. Oder ist es doch eher ein Rohrkrepierer? Naja, da Silvester heuer sowieso deutlich anders ausfallen wird, als die letzten Jahre, kann man sich ja jetzt schon Gedanken um eine passende Playlist für das neue Jahr (oder zumindest für Mitternacht machen) ...



MICHELANGELO

A: Wie ein Feuerwerk (M: Ralph Siegel / T: Mal Sondock)
B: Er oder ich (M: Mal Sondock / T: Michael Holm)

1970, Decca, D 29 025

Michelangelo wurde 1946 als Rainer Limpert geboren. Zwischen 1969 und 1977 veröffentlichte er zehn Solo-Singles (die letzte unter dem Pseudonym "Richard Sussex"), u. a. "Sie trägt blau, blau, blau" (1969), "Ein Tag mit Maria" (1972) und "Ein Garten der Liebe" (1973). Von 1972 bis 1975 war er Mitglied der Gruppe "Family Tree" (weitere Mitglieder waren Enry David, Monique Melsen, Millie Fennell, Timothy Touchton, Tommy Roland, Donna Summer und Tony Gregory).

Mal Sondock (1934-2009), gebürtig aus Amerika, kam 1951 nach Deutschland und begann hier eine Karriere als Discjockey und Radiomoderator. Zwischen 1959 und 1966 veröffentlichte er selbst einige Singles, u. a. "My Heidelberg Baby" (1961), "Das Mädchen mit dem traurigen Blick" (1964) und "Juanita Banana" (1966). Zudem zeichnete er auch für folgende Titel verantwortlich: "Sand in my Shoes" (Johnny Tame, 1967), "Schulmädchen-Träume" (Twin Set, 1971), "Weißt du schon, dass ich dich liebe?" (Michael Martin, 1972) oder "Goodbye Marie" (Martin Mann, 1973).

Mein Leben war langsam ein Trauerspiel
Und das grausame Ende war nah
Ich fand das Spiel schon ein bisschen zu viel
Dann kamst du und die Liebe war da

Und wie ein Feuerwerk - Feuerwerk
Explodierte mein Herz
Weg war der Kummer und weg war der Schmerz

So wie ein Feuerwerk - Feuerwerk
Es leuchtet mir ein
Du musst die Richtige sein

Was ich bisher nur in Träumen geseh'n
War auf einmal wirklich so nah
Ich sah dich an und glaube es kaum
Da warst du und die Liebe war da

Refrain

Gestern versprachst du, dass wir uns heut' seh'n
Und ich glaubte schon, es sei nicht wahr
Ich lud dich ein, dort um halb acht zu sein
Dann kamst du und die Liebe war da

Refrain



Zuallererst: Nein! Dieser blonde, bebrillte Jüngling ist nicht der lange Zeit verschollene Halbbruder von Heino. Das ist Michelangelo. Nein, nicht der begnadete Künstler. Michelangelo aus Frankfurt. Der Schlagersänger. Was? Von dem habt ihr noch nie gehört? Nun ja ... auch wenn seine Stimme gut ist, war es auch in den 70er-Jahren schwierig, mit so einem Titel in Erinnerung zu bleiben.

Gut, dass Michelangelo (zumindest im Song) noch seine große Liebe gefunden hat. Die erste Strophe klingt doch ziemlich nach der Vorbereitung auf den Suizid. Und ich machte mir schon kurz Sorgen, denn "Wie ein Feuerwerk explodierte mein Herz". Das will ich eigentlich nicht sehen - und auch nicht hören, schon gar nicht in einem Schlager. "Weg war der Kummer und weg war der Schmerz" - das kannst du selber glauben! Wenn der da blutüberströmt in Einzelteilen herumliegt, weil sich die Schmetterlinge im Bauch als Molotow-Cocktail herausgestellt haben. Aber egal. Hauptsache: "Die Liebe war da". Mehr möchte ich zu diesem Reim-Einerlei definitiv nicht sagen ;)

Einen Vorteil hat es zumindest: wenn man verliebt implodiert ist, braucht man sich zumindest keine Gedanken mehr machen, ob man heuer zu Silvester lieber kein Raclette oder kein Käse-Fondue machen soll.

Freitag, 11. Dezember 2020

# 141 - "Ein Leben lang" - Joy Fleming (1974)

Ich mag den Dezember an sich sehr gerne. Der Ausklang eines langen, intensiven Jahres. 2020 ging es mir fast zu schnell. Gefühlt bin ich noch irgendwo im August. Aber auf der anderen Seite ist es für viele die Hoffnung groß, dieses eigenwillige Jahr schnellstmöglich abzuhaken und ad acta zu legen. Ob 2021 besser wird oder müssen wir uns jetzt ein Leben lang mit Corona aussetzen. Ach ja, ein Leben lang, ... was heißt das eigentlich?




JOY FLEMING

A: Rocktown [Black Sheep] (M: Stephen Stills / dt. T: Carl J. Schäuble)
B: Ein Leben lang [Life's too short] (M: Pete Wyoming Bender / dt. T: Carl J. Schäuble)

1974, Global Records, 22 543-3

Joy Fleming nahm beide Titel auch in englischer Sprache auf.


Joy Fleming wurde 1944 als Erna Raad in Rockenhausen geboren. Bereits als Teenager gewann sie Gesangswettbewerbe und sang anschließend - nach ihrer Lehre zur Verkäuferin - gemeinsam mit ihrer Schwester Jazz und Blues in Bars und Kneipen, wo hauptsächlich amerikanische Soldaten stationiert waren. 1966 gründete sie mit Freunden die Gruppe "Joy and the Hit Kids", die 1969 in "Joy Unlimited" umbenannt wurden. Ihr erster Auftritt im legendären "Talentschuppen" machte sie schlagartig bekannt - zahlreiche Schallplatten in englischer und deutscher Sprache folgten.
1971 setzte Joy Fleming ihre Karriere als Solosängerin fort und verbuchte mit dem "Neckarbrückenblues" (in Mannheimer Dialekt) einen großen Erfolg. 1975 vertrat sie Deutschland beim Eurovision Song Contest mit "Ein Lied kann eine Brücke sein", belegte allerdings nur den 17. Platz. Zwischen 1986 und 2002 versuchte sie noch dreimal den deutschen Vorentscheid für sich zu gewinnen.
Joy Fleming, die wohl zu recht als Deutschlands beste Soul- und Blues-Sängerin bezeichnet werden kann, war bis zu ihrem plötzlichen Tod 2017 musikalisch aktiv.
Bekannte Titel von ihr waren "What can I do without you?" (1967), "Daytime, Nighttime" (1968), "Neckarbrückenblues" (1972), "Halbblut" (# 38, 1974), "Ein Lied kann eine Brücke sein" (# 32, 1975), "Geld" (1975) oder "Ich sing' fer's Finanzamt" (1977).

Carl J. Schäuble (1933-2010) war ein bekannter deutscher Texter. Seine bekannteren Titel - neben den bisher angesprochenen - waren "Ein Hoch der Liebe" (Wencke Myhre, 1968), "Nuevo Lardeo" (Tony, 1970), "Geh' mit mir durch den Regenbogen" (Peter Horton, 1970), "Was ich tat, tat ich nur für Maria" (Oliver Bendt, 1971), "Hast du keine anderen Sorgen?" (Die Windows, 1973) oder "Bad, bad Leroy Brown" (Jerry Rix, 1974).


Ich schenk' mein Leben her
Als ob es gar nicht wär'
Ich leb' als hätt' ich tausend Leben

In jedem Augenblick
Verschwende ich ein Stück
Wofür hab' ich es hergegeben?

Ein Leben lang was heißt was schon?
Wie Wasser läuft die Zeit davon
Jede Antwort läuft mit ihr
Und nur die Fragen bleiben mir

Ein Leben lang was heißt das schon?
Die Träume schwimmen dir davon
Was dir dann noch übrig bleibt
Sag', ist das die Wirklichkeit?

Ich liege manchmal wach
Und denke daran
Was ich dir alles nicht gegeben

Verzeih', verzeih'
Was kann ich tun?
Ich hab' nur dieses eine Leben

Refrain


Wofür sind wir denn noch bereit zu leben und was ist uns wirklich wichtig? Und auf was sind wir eigentlich bereit zu verzichten - in unserem Wohlstand? Würde noch jemand sein Leben für jemanden oder etwas hergeben? Schwierige Frage. Aktuell scheitern wir stellenweise ja bereits an einem dünnen Stück Stoff.

Donnerstag, 3. Dezember 2020

# 136 - "Lügen" - Goldie Ens (1972)

Das Spannende an früheren musikalischen Talentwettbewerben (alias Castingformaten) ist, dass reproduzierende Sänger eher in der Minderheit waren. Die meisten konnten und wollten nicht nur eigene Songs machen, sondern es war eine Art Teilnahmebedingung. Heute heißen diese Gestalten "Singer-Songwriter", damals waren es einfach Sänger, die eigene Musik machen wollten. Beeindruckend - heute schaffen es viele Kandidaten nicht einmal mehr selbstständig die Bodenmarkierung vor der DSDS-Jury zu finden ...
Allerdings gab es damals doch auch manche Entscheidungen, die man nicht verstehen konnte. Es gab nämlich dann auch noch beliebte Haus- und Hof-Schreiberlinge, die natürlich auch in irgendeiner Art und Weise befriedigt werden mussten. Und so gelangten dann auch ihre Lieder in diese Veranstaltungen und wurden den jungen Künstlern mit dem fröhlichen Motto "friss oder stirb" vorgesetzt. Und da gab es schon die eine oder andere "Krot" (dialektal für Kröte), die geschluckt werden musste ...



GOLDIE ENS

Lügen (Autor: unbekannt)

1972, nicht auf Schallplatte veröffentlicht


Die 1954 als Ursula Wratschko in Kapfenberg geborene Sängerin, besuchte die Handelsschule und studierte Musik in Salzburg. Bereits als Kind lernte sie zunächst Klavier und später Gitarre. Den Namen "Goldie" verpasste sie sich - in Anlehnung an Goldie Hawn - selbst. 1972 bewirbt sie sich bei dem von Ö3 und ORF initiierten bundesländerübergreifenden Talentwettbewerb "Show-Chance" und kommt bis ins Finale. Trotz eines eher eigenwilligen Songs erreicht sie Platz 5 und bekommt einen Plattenvertrag. Den Nachnamen "Ens" gibt es frei Haus dazu. 1973 erscheint ihre erste Single ("Meine Stadt"), mit Texten von Alfred Komarek. In weiterer Folge wird Lance Lumsden ihr Manager. Ihren Durchbruch erzielt sie 1974 mit der Single "Goodbye Joe". Fortan singt sie als eine der wenigen österreichischen Künstler(innen) nur noch englisch. Weitere erfolgreiche Titel waren "Tuesday" (1974), "Disco Baby" (1976, #18) und "Can I reach you" (1979).
Nachdem ein deutsches Album mit eigenen Texten nicht realisiert wurde, stieg sie Ende der 70er-Jahre aus dem Popgeschäft aus und ging nach Amerika. In den 80er-Jahren startete sie ein erfolgreiches Comeback in der damaligen Tschechoslowakei, wo sie mehrere Schallplatten veröffentlichte. Für ihr Album "This is my Love" (1983) erhielt sie sogar eine Goldene Schallplatte.
Goldie Ens, die heute Ursula Polster heißt, betreibt den "Wohnsalon P." im ersten Wiener Gemeindebezirk und steht noch gelegentlich als Einrichtungsberaterin im ORF vor der Kamera.


Glas zerbricht - war es nur Verseh'n?
Er sieht mich an, kann er versteh'n
Dass Zank und Streit keine Zukunft baut
Und deshalb nur die Trennung bleibt

Ich hab' versucht, tolerant zu sein
Doch einmal hab' auch ich genug
Einmal hab' auch ich genug
Die größte Liebe geht vorbei

Lügen zerstören was man Liebe nennt
Weil die Wahrheit immer siegen wird
Lügen zerstören was man Liebe nennt
Weil die Wahrheit immer siegen wird

Der Zug fährt ab
Und die Nacht umhüllt mein Sein
Die Frage bleibt
Ob ich ihm je verzeihen kann

Auch ich hab' Schuld, das muss ich eingesteh'n
Doch sicher liegt's nicht nur an mir
Wer Fehler macht, der zahlt dafür
Und wenn dabei das Glück zerbricht

Refrain


In diesem Fall verstehe ich ganz klar, warum es mir bis dato (nach über zehn Jahren!) nicht gelungen ist herauszufinden, wer für diesen Titel verantwortlich ist. Wäre ich die Person, ich würde alles daran setzen, dass das auch weiterhin so bleibt.
Also wer auf die Idee kommt, einer 17jährigen äußerst ansehnlichen jungen Frau so einen Titel zu verpassen wird sich mir vermutlich niemals erschließen. Zudem verdient der Song definitiv den ersten Preis in der Kategorie: "Sperrigste Refrain-Zeile aller Zeiten". 

Ihr habt aufgepasst? Es geht schon wieder um ein Beziehungsende! Wieder so ein Heini, der scheinbar mehrgleisig gefahren ist und dessen interner Spitzname vermutlich "Münchhausen" ist. Zudem hat er anscheinend nichts Besseres zu tun, als noch das gute alte Erbgeschirr zu zerdeppern, nur um über seine eigenen Fehltritte hinwegzutäuschen. 

Folgende Passage (ich habe übrigens aufgegeben herauszufinden, ob dieses Lied in irgendeiner Form ein Reimschema besitzt) finde ich übrigens besonders faszinierend:

Der Zug fährt ab 
Und die Nacht umhüllt mein Sein
Die Frage bleibt
Ob ich ihm je verzeihen kann

Dem Autor dieses Liedes kann man definitiv nicht verzeihen, dass die arme Goldie diesen Schmachtfetzen singen muss. Herzlichste Gratulation meinerseits, dass es so würdevoll schafft. Für den Autor hieß es hoffentlich auch: "Der Zug fährt ab" (nach Nirgendwo).



Das Goldie allerdings wirklich etwas (musikalisch) auf dem Kasten hat und zu recht als österreichische "Disco Queen" bezeichnet wurde, zeigen ihre späteren Titel, wie z. B. "Disco Baby". Hier beweist sie mit lebensbejahender Freude und Power, was so in ihr steckt. 
Für alle Zartbesaitete unter euch: Achtet nicht zu genau auf die Umgebung. Ich habe auch jedes Mal große Sorge, dass sie im schummrigen Kellergewölbe mit spärlicher Lichtzufuhr stolpert und rückwärts die Stiege runterfällt. (Spoiler: Es passiert zum Glück nichts!)

Dance, dance, dance, Disco Baby
Playing around at the Girls
Run, run, run, Disco Lover
I won't get caught in your Arms

You're Casanova
Oh Lady Killer
No time to Lover
Oh Casanova

Turn, turn, turn, Disco Baby
Sending Kisses away
Flash, flash, flash, Disco Baby
You can't win anyway

Refrain

Burn, burn, burn, burn, burn, you're a Liar
Burn, burn, burn, burn, burn, you're a Liar
Burn, burn, burn, burn, burn, you're a Liar
Burn your Lie
Burn your Lie
Burn

Fly, fly, fly, Disco Baby
Call me up every Day
Smile, smile, smile, Disco Baby
My Love won't change anyway

Refrain

You're a Liar, Baby
Keep on dancing, Baby
You're a Liar
You're a Liar
You're a Liar


Ab jetzt gibt's nur noch die Wahrheit, weil nur die Wahrheit siegen wird. Hoffen wir das Beste - auch für unsere Regierung ;)

Montag, 30. November 2020

# 132 - "Deine Mama ist ein Wunder" - Barbara Stromberger (1974)

Ich sag es gleich vorweg: Ja, der Song wäre eigentlich für Muttertag passend, oder sagen wir mal so, ziemlich "aufg'legt" gewesen. Ich finde es aber deutlich spannender - wie ihr ja vermutlich bereits mitbekommen habt - nicht immer das zu tun, was von mir (oder allgemein) erwartet wird. In diesem Sinne passt das Lied ohnehin in unterschiedlichen Situationen vermutlich auch.




BARBARA STROMBERGER

Deine Mama ist ein Wunder (M & T: Barbara Stromberger)

1974, nicht auf Schallplatte veröffentlicht


Die 1948 in Kärnten geborene Barbara Stromberger, die mit 12 Jahren mit dem Gitarrespielen begann, absolvierte die Ausbildung zur Kindergärtnerin und betreute zwei Jahre lang geisteskranke Kinder in einem Heim. 1968 zieht sie nach Wien, besuchte die Akademie für angewandte Kunst und beginnt verstärkt auf Musik zu setzen. Das Studium brach sie ab, weil sie Geld verdienen musste und arbeitete wieder als Kindergärtnerin.
1970 beteiligt sie sich an dem von ORF und Ö3 initiierten Casting-Format, der "Show-Chance", die durch alle Bundesländer zog und ihr großes Finale im Herbst 1970 hatte. Obwohl sie mit dem Titel "Der Dreh" eher im hinteren Feld landete, erhielt sie einen Plattenvertrag. Dass sie damals - ohne vorherige Single-Produktion - mit einem Album in Deutschland (!) starten konnte, galt als Sensation.

Die Titel ihres ersten Albums waren allesamt Eigenkompositionen, die sie im Alter von 17 Jahren verfasste. Udo Jürgens äußerte dazu "Die Lieder von Barbara Stromberger sind bester Chanson-Stil. Ich beglückwünsche sie zu ihrer Phantasie und zu ihrem Mut, Themen aufzugreifen, die im deutschen Schlager sonst nicht üblich sind."
In den 70er-Jahren veröffentlicht Babara Stromberger drei Alben, von denen ich vor allem die Eigenkompositionen "Kleine Irre", "Vorsehung, Bestimmung oder Zufall?", "Ich bin frei", "Beeil' dich" und "Die gute, alte Zeit" hervorheben möchte. Beeindruckend ist ihre LP "Die zweite Zeit beginnt" von 1975, auf der sie u. a. bekannten Titeln von Neil Young, Joan Baez, Kenny Loggins, Carly Simon und Veronique Sanson ausdrucksstark in deutscher Sprache vertonte.

Barbara Stromberger ist bis heute musikalisch aktiv. Gemeinsam mit ihrem Sohn Jörg Pibal arbeitete sie beispielsweise an einer TV-Dokumentation über Hermann Hesse mit dem Titel "Name verpflichtet - Hermann Hesses Enkelin", der im August 2012 (anlässlich Hesses 100. Todestag) im ORF gezeigt wurde.

Deine Mama ist ein Wunder
Deine Mama ist enorm
Sie kann alles, sie weiß alles
Und im Falle eines Falles
Backt sie Brot aus einem Korn
Ja, deine Mama ist ein Wunder
Deine Mama ist enorm

Mama bügelt Hosenfalten
Die sich lange Zeit erhalten
Wäscht die Hemden weiß wie Kreide
Putzt die Spiegel nur mit Seide
Schont die Möbel, spart bei allem
Lässt die Bürste länger wallen
Macht der Welt den besten Kuchen
Staub wird man vergeblich suchen
Bei Mama, bei Mama, bei Mama, bei Mama, bei Mama, ja

Refrain

Mama mixt selbst Marmeladen
Tötet Mäuse, Motten, Maden
Spart mit Strom und Lippenstift
Hält Konservenkost für Gift
Färbt und legt sich selbst das Haar
Sieht am Monatsschluss noch klar
Kleidet sich in Selfmade-Roben
Könnt' zur Not auch Sümpfe roden
Die Mama, die Mama, die Mama, die Mama, die Mama, ja

Refrain

Mama sitzt mir im Genick
Und du schaffst es mit Geschick
Mich durch sie davon zu jagen
Ich kann es nicht mehr ertragen
Dir dem Haushaltsgott zu dienen
Heute zweigen sich die Schienen
Denn ich geh' fort und lass dich da
Bei Mama
Denn deine Mama ist ein Wunder
Deine Mama ist enorm


Ich weiß, dass Barbara Stromberger heute mit einigen ihrer Frühwerken relativ hart ins Gericht zieht. Aufgrund ihrer künstlerischen Entwicklung kann ich das sehr gut nachempfinden - dennoch gehört sie zu den Künstlerinnen, die sich für ihr anfängliches musikalisches Schaffen definitiv nicht verstecken müssen. Im Gegensatz zu vielen anderen hatte sie ja die Möglichkeit, eigene Texte zu verfassen und so zumindest einen Teil ihres Inneren nach außen zu tragen. Wenn es auch heute - viele Jahre später - möglicherweise nicht mehr "ihre Welt" ist, verstehe ich das total. Allerdings waren ihre Texte damals authentisch und das unterscheidet sie von vielen musikalischen Sternchen und Eintagsfliegen, die ein bedeutungsschwanger-belangloses Lied nach dem anderen Trällern mussten, in der Hoffnung, dass es zumindest ein kommerzieller Erfolg wird. Hits im klassischen Sinn wurden die Lieder von Barbara Stromberger keine. Das hat manchmal auch Vorteile - so muss sie nicht seit 50 Jahren auf der Bühne die selben Titel singen.

Nun aber zu diesem Titel. Zuerst möchte ich auf die sprachlichen Aspekte eingehen. Barbara Stromberger verwendet eine äußerst bildhafte Sprache, die es schafft, mit wenigen Worten Alltagssituationen plastisch erlebbar zu machen. Viele Frauen kennen diese Situation und können es ihr bereits nach wenigen Sekunden nachfühlen, ja stärker noch, sich mit ihr identifizieren. Das Feindbild Schwiegermutter hängt wie ein Damoklesschwert über dem Ehebett und rüttelt permanent massiv am trauten Haussegen. 
Und die Schwiegertochter? Egal wie nett sie ist, wie sorgsam sie sich um Haus und Hof kümmert, wie gut sie kocht, wie gut sie die Kinder erzieht, wie erfolgreich sie im Beruf ist oder - besser noch - wie selbstlos sie ihr eigenes Leben aufgegeben hat, um den Karriereplänen ihres Mannes nicht im Weg zu stehen, sie wird nichts richtig machen. Denn sie hat einen großen Fehler gemacht: Der Mutter das Liebste, den einen, den ihren Sohn, genommen. Unaufhaltsam entfacht nun ein Kampf, der seine Opfer sucht, bei dem man - als Schwiegertochter - eigentlich nur verlieren kann. Denn Sohnemann wird sich stets für das arme, sich stets schier endlos aufopfernde Mutterherz entscheiden.
Am Ende gibt es nur wenige Möglichkeiten: Mord (pro: Schwiegermutter losgeworden, contra: Rest des Lebens hinter schwedischen Gardinen, pro: man muss sich keine Gedanken darüber machen, was man heute putzt oder kocht!), Auszug (pro: Schwiegermutter losgeworden, contra: Mann leider auch) oder bleiben und ertragen (definitiv der schlimmste Zustand!). In letzterem Fall kann man nur auf die natürliche Selektion bauen und hoffen, dass der Drache bald eines natürlichen Todes dahinsiecht ... oder im Zweifel ein bisschen nachhelfen (ideal: Gifte, die sich nicht nachweisen lassen und Unfälle, die wie selbst verschuldet aussehen). Im Zweifel bitte Handschuhe tragen und Zeugen vermeiden!

Sonntag, 29. November 2020

BONUS - "Sunday Morning" - Bertice Reading (1974)

Es ist wieder BONUS-Zeit!
Eigentlich bin ich mit diesem Song jetzt schon ziemlich spät dran, schließlich heißt er ja "Sunday Morning". Ich hätte ihn wirklich sehr gerne bereits in der Früh geposted, befand mich zu der Zeit aber noch im Reich der Träume. Dafür war aber die Nachtschicht zumindest nicht umsonst.

Einen großen Vorteil gibt es aber auch bei diesem Song: "Der nächste Sonntag kommt bestimmt" (das wusste bereits Tina York 1970. Ich würde euch empfehlen, nicht nach diesem Song zu googeln - außer ihr seid masochistisch veranlagt ...).




BERTICE READING

A: Sunday Morning (M: Danny Daniel / T: J. Jamison)
B: Lean on me (M: Danny Daniel / T: Bertice Reading)

1974, CBS, 2719


Über den Textautor konnte ich leider nichts herausfinden. Der Komponist hingegen ist der Spanier Danny Daniel, 1942 als Daniel Candón de la Campa geboren. Bekannt wurde er beispielsweise für Songs wie "This World today is a Mess" (Donna Hightower, 1973).

Bertice Reading (1933-1991) war eine amerikanische Schauspielerin und Sängerin. Große Erfolge hatte sie bereits in den 50er-Jahren in den Revuen "The Jazz Train" in Paris und im Piccadilly Theatre in London. Großen Erfolg hatte sie im Theaterstück "Requiem for a Nun", das sie 1957 am Broadway spielte und ihr auch eine Nominierung für den Tony Award einbrachte. Sie spielte in zahlreichen Revuen und Musicals, z. B. "South Pacific" oder in der Musical-Verfilmung von "Little Shop of Horrors" (1986). Sie starb im Alter von 57 in London an einem Schlaganfall.

Sunday Morning, singin' a song
... marchin' along
There's a cabin, down by the sea
Danny is waitin' for me

Sunday Morning, gettin' up late
Feel the breeze it flow on my face
Love get ready, make yourself free
Danny is waitin' for me

Early in the morning when the sun rise
I can hardly way to see
Never been so happy, never been so pleased
Going ... to find my day

Sunday Morning, honey and tea
Bake and ... is good for me
Livin' can easy, feelin' so free
Danny is waitin' for me

Sunday Morning, look to the pie
Feelin' lovely, everything's fine
... is so lovely, feels like a dream
Danny is waitin' for me






Tja, so einen Mann wie Danny lässt man nur ungern warten. Und so eine Frau wie Bertice noch weniger! Der Auftritt stammt übrigens aus der spanischen Musiksendung "Senoras y Senores" von Januar 1975.
Und eines muss man Bertice definitiv lassen: Sie hat Spaß auf der Bühne und ist sich auch für keinen noch so flachen Gag zu schade. Die Frau hat definitiv Power und Persönlichkeit - und eine riesige Portion Humor. Ich bin mir nicht sicher, ob es heute Frauen (oder auch Männer) geben würde, die nicht doch damit hadern würden, von einem Gabelstapler (!), den zwei Bohnenstangen-Hupfdohlen (!!) bedienen, hochgehoben werden. Und besagte Ladies (heute wären sie sicher prädestinierte Heulsusen-Zicken, die bereits in einer der ersten Folgen bei Germany's next Topmodel - tränenreich - ausscheiden würden) fordern Bertice anschließend noch zum offiziellen Wiegen ("The Biggest Looser" lässt grüßen) und müssen natürlich zeigen, dass eine Waage allein nicht ausreicht. Großartig, dass Bertice so viel Power hat, dass sie durch ihre Tanzeinlagen eine korrekte Messung vereitelt. 1:0!

Wenn man sich beispielsweise die drei Mädels mit Model-Figuren (deren optische Reize sehr niedrig einzustufen sind, vor allem von der rechten) in 1:38 ansieht, dann bestätigt sich wieder einmal, dass Persönlichkeit und Ausstrahlung keine Frage von Körpergewicht sind. Bertice beweist definitiv mehrfach in diesem Video wie viel Spaß und Energie sie hat und zeigt damit auch, wie sehr sie mit sich und ihrem Körper im Reinen ist.
Schade, dass man Bertice Reading im deutschsprachigen Raum ziemlich unbekannt ist - und, dass man leider so wenig Sachen von ihr online findet :(

Mittwoch, 25. November 2020

# 128 - "Peace will come again" - Simplicissimus (1974)

Ich dachte mir, dass ich wieder einmal ein Österreich-Special machen könnte. Daher bekommt ihr bis einschließlich Montag jeden Tag einen neuen (vermutlich ziemlich unbekannten) Song made in Austria serviert.




SIMPLICISSIMUS

A: Till Sunday Morning (M & T: Werner Wegen)
B: Peace will come again (M & T: Michael Kohlweis)

1974, Help Records, HAS 22 014 / Ariola, 13 392 AT
produziert von Eddy Korsche

Das Kärntner Duo "Simplicissimus" bestand aus Hermine "Mini" Erdetschnig (* 1954) und Michael Kohlweis. Als die beiden eigentlich nur als "Zugpferde" für einen lokalen Gesangswettbewerb eingespannt werden sollten, entwickelte sich alles anders als ursprünglich geplant.
Als nämlich tatsächlich erste Erfolge einsetzten, standen sie vor dem Problem, dass die Plattenfirma keine Ahnung hatte, wie sie ihre Schützlinge marketingtechnisch vermarkten könnten. Doch ihr Produzent hatte nicht damit gerechnet, dass die beiden selbst auf Promotour gehen würden und spätestens als sie die Ö3-Österreichparade gewinnen konnten, waren sie überregional bekannt. Problem nur, dass es kaum Schallplatten der beiden gab, die man jetzt verkaufen hätte können ...
1974 nahmen sie an der "Show-Chance", einem österreichweit veranstalteten Talentwettbewerb von ORF und Ö3, teil und belegten mit ihrer Eigenkomposition "Versuch' die Zeit nicht anzuhalten" den fünften Platz im Finale. Zwischen 1972 und 1976 veröffentlichten die beiden fünf Singles ("Dusty Road", "Till Sunday Morning", "Versuch' die Zeit nicht anzuhalten", "Hey, Hey, Hey, wir tanzen im Regen" und "Jet Set Lady").
Beide gründeten Anfang der 80er-Jahre die "Harlekin Company", aus der später die "Seven Hill Singers" hervorgingen. Nach der Scheidung trennten sich ihre gemeinsamen musikalischen Wege. Mini studierte Publizistik, arbeitete in einer Werbeagentur und ist inzwischen Kärntner Landesstellenleiterin der Österreichischen Vereinigung Morbus Bechterew. Michael war viele Jahre Redakteur bei der Kärntner Tageszeitung und ist nach wie vor musikalisch tätig.

Last night I had a dream - tell it to me
I don't know what it mean - tell it to me
Many people I've seen - tell it to me
Speaking oddest words

In the corner stood a man - tell it to me
Oh "War" was his name - tell it to me
And a judge went to him - tell it to me
Put him on a chain

And the people they are dancing round
Singing happy songs
They clap their hands and their voices sing loud
Peace will come again

I dream to destroy the bombs - tell it to me
Burn the uniforms - tell it to me
Forget power and might - tell it to me
And all the world was right

Someone opens the door - tell it to me
And in comes a girl - tell it to me
And suddenly she says - 
"My name is Peace"

Refrain

Peace will come again

Refrain

Peace will come again


Zugegeben: Dieser Song ist jetzt natürlich kein literarisches Meisterwerk, aber in seiner Einfachheit doch überraschend ausdrucksstark. Simpel könnte man fast meinen - und manchmal bedarf es auch gar nicht mehr, um die Leute zum Zuhören und Nachdenken anzuregen.
Mini und Michael waren - als dieses Lied entstand - Anfang 20 und die Themen, die sie beschreiben hatten mich in diesem Alter mindestens genauso bewegt.
Und so verpackten sie die alte Mär um Krieg und Frieden in einen Traum, von dem sie nicht wissen, was er bedeutet. Über Menschen die seltsames Zeug sprachen, das er nicht verstand und einen Mann namens "Krieg", der von einem Richter in Ketten gelegt wird. Diese Aktion führt dazu, dass die Leute anfingen zu tanzen, fröhliche Lieder zu singen, in die Hände zu klatschen und zu verkünden, dass der Frieden zurückkehren wird.
Was in weiterer Folge dazu führen würde, alle Bomben zu zerstören, Uniformen zu verbrennen und das ganze Spiel um Macht und Gewalt zu vergessen, damit die Welt wieder zurecht gerückt wird. Und um dieses Bild noch zu vervollständigen, kommt ein Mädchen durch die Tür und sagt, dass sie "Frieden" heißt.
Eine entzückende, heute etwas naiv anmutende, kleine Geschichte, wie für alle Menschen Frieden herrschen könnte. Verpackt in einen gut arrangierten, eingängigen Song, der mit gut harmonierenden Stimmen dargebracht wurde. Schade, dass den beiden nicht mehr Erfolg beschieden war.

Dienstag, 24. November 2020

# 127 - "Live your Life" - Gerda Berndorff (1972)

Für mich als "Jäger der verlorenen (Musik-)Schätze" ist es immer wieder mit Herzklopfen verbunden, wenn ich das erste Mal auf ein bis dato ungehörtes Lied oder ein mir unbekanntes Video stoße. So erging es mir auch gestern Abend, als ich durch YouTube streifte und nach neuen Titeln für meinen Blog Ausschau hielt (die 1.038 Songs meiner Favoriten-Playliste reichen ja nicht aus ...) und da - ganz plötzlich war es auf einmal. Ein Video zu einem Fernsehauftritt von dem ich wusste, den ich aber zuvor noch nie gesehen hatte und auch nicht im Traum daran dachte, dass er mir jemals unterkommen wird.




GERDA BERNDORFF

Live your Life (M: Richard Oesterreicher / T: Eric Spitzer)

1972, Rundfunkaufnahme mit der ORF-BigBand unter der Leitung von Karel Krautgartner


Eric Spitzer(-Marlyn), 1952 geboren, war in Österreich zuerst hauptsächlich unter seinem Vornamen bekannt. Als einer der ersten Singer-Songwriter (so würde man es zumindest heute nennen), machte der Sieger der Show-Chance 1970 mit Songs wie "Returned to Italy" (1970), "Walking round" (1970) und "I say Goodbye" (1971) auf sich aufmerksam. Ende der 70er-Jahre ließ er sich in New York nieder und begann als Tontechniker und Produzent in der Hit Factory, dem damals größten Tonstudio der Welt, zu arbeiten. Eric, der seit vielen Jahren wieder in Niederösterreich lebt, ist bis heute musikalisch aktiv und hat - gemeinsam mit seiner Frau Lisa Stern - seine musikalische Heimat gefunden.

Richard Oesterreicher (* 1932) ist einer der führenden österreichischen Jazzmusiker und Dirigenten. Ab 1976 leitete er die legendäre ORF-BigBand und dirigierte mehrfach die österreichischen Beiträge beim Grand Prix d'Eurovision (heute: Eurovision Song Contest). Oesterericher ist nicht nur als Musiker, sondern auch als Komponist in Erscheinung getreten. Eines seiner bekanntesten Werke ist - man möchte es kaum glauben - die Fußballhymne "Immer wieder Österreich".

Die heutige Interpretin ist - für mich - tatsächlich etwas Besonderes. Gerda Berndorf(f), 1940 als Elisabeth Gerda Berndorfer geboren, war eine der ersten österreichischen SängerInnen, die ich erfolgreich "ausgegraben" und getroffen habe. Unser erstes Treffen ist inzwischen über zehn Jahre her und die Gedanken daran erfüllen mich immer noch mit Freude.
Gerda Berndorf, die in Deutschland ein zweites -f anhängte, wurde von Kritikern als "österreichische Piaf" bezeichnet und war knapp 30 Jahre musikalisch aktiv. Bereits in den 60er-Jahren vertrat sie Österreich bei den legendären Songfestivals in Knokke, Sopot und Brasov.
1969 ist sie eine der ersten Teilnehmerinnen der "Show-Chance", einem von ORF und Ö3 bundesländerübergreifenden Gesangswettstreit von Nachwuchskünstlern, deren ursprüngliches Ziel es war, einen geeigneten Vertreter für den Grand Prix d'Eurovision zu finden. Das Finale wurde übrigens im ORF übertragen und von dem damals noch jungen Ö3-Moderator Andreas Miriflor (später André Heller) moderiert. 
Auch wenn sie im Finale der Show-Chance nur im Mittelfeld landete, erhielt sie kurze Zeit später einen Schallplattenvertrag bei einer deutschen Plattenfirma, die ihr nicht nur eine blonde Perücke verpassten, sondern auch zwei Singles mit ihr produzierten. Die Titel dieser beiden Singles spiegeln zumindest - in der Retrospektive - die Entwicklungen des damaligen Schlagerbussinesses wider ("Lai, lai, lai, es geht alles vorbei" und "Märchenerzähler").

1973 bekommt sie die Möglichkeit ein Album mit anspruchsvollen Chansons aufzunehmen. Aus Gerda wird Gerry - das sollte wohl internationaler klingen. Die LP "Diamanten haben keinen Hunger" wird zwar kein großer finanzieller Erfolg, zeigt aber Gerdas umfangreiches Können und ist musikalisch qualitativ auf sehr hohem Niveau. Auch heute sind die großteils zeitlosen Songs absolut hörbar (meine persönlichen Favoriten: "Ein Irrtum namens Frank" und "Ich bin ein Kind aus der Retorte").

Gerda war bis in die 80er-Jahre musikalisch aktiv. Leider gibt es nur eine Handvoll Aufnahmen von ihr. Dieser Auftritt in der spanischen Fernsehsendung "Senoras y Senores" von Januar 1975 ist ein besonders Zeitdokument und zeigt, dass sich auch österreichische Musik im Ausland nicht verstecken muss.


Please don't ask me why
Ev'rything turns upside down
People are always goin' round
Till they're lying on the ground

Please don't tell me now
People never have to die
All must said as been a lie
Built just for the youngsters' eye

Live your life, sail away
Keep on dreaming
Do not gather what I say
Keep your toy land as it is

Yes, live your life, sail away
You can change it easy
Colours always grey
Keep your toy land as it is

Still you ask me why
Ev'rything turns upside down
Now they're lying on the ground
And you hear the major sound

Refrain


Ich finde, dass das tatsächlich ein ziemlich starker Song ist, von dem man - meiner Meinung nach - niemals annehmen würde, dass er "Made in Austria" ist. Allein aufgrund des jazzigen Samba-Arrangements. Verräterisch ist nur der deutsch-anmutende Name "Gerda Berndorff". 
Soweit ich es von Gerda in Erinnerung habe, war es eine der ersten TV-Sendungen Spaniens, die in Farbe produziert wurden. Und wenn man sich die ganzen Effekte anschaut, dann haben die sich wirklich Mühe gegeben, "Show" zu liefern. Auch das "Fernsehballett" ist durchaus sehenswert! Gewisse Videotricks (z. B. die Roulette-Animation) wirken heute ziemlich verstaubt, damals muss das aber ein beeindruckender Effekt gewesen sein.
Schade, dass Gerda - die eine sehr gute Live-Sängerin war - zu Vollplayback performen musste. Dennoch verkörpert sie in diesem silbernen Kleid absolut eine Sängerin von internationalem Format. Ein absolut spannendes Zeitdokument!

Habt einen schönen Tag und haltet es wie Gerda, frei nach dem Motto "Live your Life" feierte sie vor einigen Monaten ihren 80. Geburtstag und erfreut sich nach wie vor bester Gesundheit.