Ein Freund ging nach Amerika (M: Paul M. Musyl / T: Peter Rosegger)
Obskures, Skurriles, Schauriges und manchmal sogar Schönes aus der Welt der deutschsprachigen und internationalen Musikszene - mit Schwerpunkt auf den 60er- und 70er-Jahren. Inklusive Nostalgiebonus und einem großen Augenzwinkern ;)
Dienstag, 1. Dezember 2020
# 133 - "Ein Freund ging nach Amerika" - Musyl & Joseppa (1973)
Montag, 16. November 2020
# 122 - "Mutter, fahr' mal mit" - Steffi (1985)
Bevor ihr mich steinigt: Ja, ich weiß, dass Reisetipps momentan für niemanden hilfreich sind. Schon gar nicht, wenn man eine potentielle Hochrisikogruppe ("Mutter") gegen ihren Willen mit anstiften möchte. Aber ich bin ein zuversichtlicher und positiv (nicht corona, sondern) denkender Mensch und glaube, dass es irgendwann wieder möglich sein wird, abseits der eigenen vier Wände neue Destinationen kennenzulernen. Zugegeben: Ich habe bereits während Lockdown I Spinnweben in Ecken meiner Wohnung entdeckt, von deren Existenz ich zuvor niemals zu träumen gewagt hätte 😜 ... was für ein Satz!
STEFFI
A: Hipp-Hipp-Hurra (M & T: Edi Lagua)
B: Mutter, fahr' mal mit (M & T: Edi Lagua)
Über Edi Lagua lässt sich nur sagen, dass sein Label "Lagua Records" von etwa 1970 bis Ende der 80er-Jahre existierte. Auf diesem Label veröffentlichten Interpreten mit so klingenden Namen wie Melinda, Meisenfloo, The Giants oder Tony Westen Songs.
Er trat auch als Komponist und Texter in Erscheinung, beispielsweise mit vielversprechenden Titeln wie "Monsieur Filou" (Franca, 1971), "Chicochi" (Rosi & Eddy, 1974) oder "Dein Blick kann Liebe sein" (Gudrun Simmon).
Die Spatzen pfeifen es vom Dach
Dort wo's die schönsten Mädchen gibt
Ja und ein Kesselbier
Das muss man seh'n, um zu versteh'n
Steig' ein und fahr mit mir
Mutter, fahr' mal mit nach Oer-Erkenschwick
Da ist die Luft noch nicht so dick
Da gibts Ozon und keinen Mief
Ein Hoch und nie ein Tief
Mutter, trimm dich fit in Oer-Erkenschwick
Dann fühlst du dich wie Hans im Glück
Und stimmt der Tag ist noch reichlich Platz (?)
Dafür gibt's keinerlei Ersatz
Wir waren oft in Österreich auch Spanien ist ganz schön
Bei (?) am Wattseestrand kannst du nackt baden geh'n
Doch suchst du mal was spitze ist, was je ein Auge sah
Die grüne Hand von Erkenschwick, was sonst, das ist doch klar
Mmh-oh-ah
Refrain
Refrain
Montag, 6. April 2020
# 19 - "Träumen von Olivenbäumen" - Mess (1982)
Textautor Hans Georg Hausner war in den 70er-Jahren übrigens auch Manager vom Wolfi und vom Schurli. In dieser Zeit schrieb er u. a. "A Mensch möcht' i bleib'n" (Wolfgang Ambros, 1974), "Zwickt's mi" (Wolfgang Ambros, 1975) und "Du mi a" (Georg Danzer, 1976).
Das Duo Mess, alias Lizzi & Fritz, alias Lizzi Engstler & Michael Mell, alias Elisabeth Engstler (* 1960) und Michael Scheikl (* 1957), erreichte 1982 Popularität, als die beiden ausgewählt wurden, Österreich beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Ihr Song "Sonntag" belegte zwar nur Platz 9, in Österreich waren sie aber wochenlang Nr. 1 der Charts.
Die beiden lernten sich 1980 bei Werbeaufnahmen im Studio kennen (und lieben). Ihre Beziehung hielt bis 1992.
Michael Scheikl war ehemaliger Sängerknabe und ab 1976 Mitglied der "One Family". Er ist bis heute musikalisch aktiv.
Elisabeth Engstler ist ausgebildete Musicalsängerin und stand viele Jahre als Moderatorin im ORF - in den unterschiedlichsten Formaten - vor der Kamera. Aktuell (also nach Corona) ist sie im Musical "I am from Austria" zu sehen.
Allein für den Reim "Träumen von Olivenbäumen" muss es bereits Sonderpunkte geben! Poetischer könnte man diese Fernweh-Schmonzette, ihre zweite Single nach dem "Sonntagshit", kaum bezeichnen!
Auch dieser Sommer musste vorbei geh'n
Herrliche Stunden waren dabei
Lass hin und wieder die Uhr sich zurückdreh'n
Fliehe dem Alltag und träume dich frei
--> Was war das für ein Leben als es noch einen Sommer gab. Moment, wird in der dritten Zeile eine Ode an die Zeitumstellung gesungen? Zumindest waren herrliche Stunden dabei ... das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass es auch weniger herrliche gab ...
Träumen von Olivenbäumen
Erinnerung, du, gehst frei auf mich zu
Träumen von Olivenbäumen
Du, das Schönste von dem Traum bist du
--> Kitsch^10! (Wenn ich an meinen Urlaub zurückdenke, träume ich auch immer von Olivenbäumen. Selten von Meer, gutem Essen, Sandstrand oder der Liebsten. Aber schön, dass diese Person dann doch irgendwo hinter diesen Olivenbäumen verdeckt ist ... möglicherweise war sie ungünstig grün oder schwarz gekleidet? Immerhin kann ein Olivenbaum bis zu 20 Meter hoch werden!
Abends beim Rotwein, Fotos vom Urlaub
Erlebnis vom Menschsein kommt zurück von weit her
Nimm meine Hand und schließe die Augen
Ein Sommerstrand und rauschendes Meer
--> Äh, ja. Wer es schafft die zweite Verszeile zu entschlüsseln bekommt (nach Corona) ein Bier von mir dafür (ha, drei Reime!). Vom "Erlebnis Menschsein" habe ich in meinem bisherigen Feldversuch interessante Erkenntnisse hervorgebracht (z. B. das Geschirrspüler einräumen mehr Spaß macht als ausräumen). Hand nehmen und Augen schließen würde ich am Sommerstrand im rauschenden Meer allerdings nur bedingt empfehlen (vorausgesetzt, man kann schwimmen!). Sonst kann man leidenschaftliches Küssen schnell mit lebensnotweniger Mund-zu-Mund-Beatmung verwechseln. Und - mit Verlaub - seit wann reimt sich "Augen" auf "Urlaub"?
Refrain
Sag nicht: "Das hat keinen Sinn
Was war ist vorbei und dahin"
Ich habe mit dir erst zu leben gelernt
Was war, zeigt mir nur, was ich bin
--> oh, eine Beziehungskrise in der letzten Strophe? Damit konnte wirklich keiner rechnen. Und es macht auch keinen Sinn (mehr). Das Kind ist so oder so bereits in den Brunnen gefallen. Die Behauptung, dass sich "gelernt" auf irgendetwas reimt, lasse ich sogleich - verhärmt - unter den Teppich fallen.
Gerade die letzten beiden Zeilen sind besonders philosophisch ... jetzt hat er endlich eine Person gefunden, mit der er "zu leben gelernt hat", und sie kontert mit einem zickigen "Was war, zeigt mir nur, was ich bin". Tja ... auf die würde ich bei einer lebensrettenden Maßnahme NICHT bauen, vielleicht stellt sie dabei ja gerade fest, dass sie ihren Selbstverwirklichungstrieb heute noch nicht genug ausgelebt hat ... und irgendwo auf der Welt, wird gerade die Leiche eines unglücklich-verliebten Mannes an den Strand gespült.
Refrain
Für diese Schmonzette gebe ich fünf von fünf Olivenbäumchen.
Wenn ihr wollt, könnt ihr davon träumen. Oder von entkernten Oliven auf Pizzen. Oder von Pizzen im Allgemeinen. Oder von Urlaub allgemein. Ja, das ist gut. Am Montag darf man noch relativ sentimental sein und hat noch genug Reserven über, ehe die Woche mitunter vielleicht wieder deprimierender wird.
Habt einen schönen Tag, auch wenn ich - aufgrund von aktuellen Infos seitens der Regierung - bei meinem Leitsatz bleiben muss: #idontlikemondays
Samstag, 4. April 2020
# 17 - "Japan ist weit" - Sandra (1984)
SANDRA
produziert von Michael Cretu
Sandra Ann Lauer, 1962 in Saarbrücken geboren, veröffentlichte als 14-Jährige ihre erste Single ("Andy, mein Freund"), die leider ziemlich floppte. 1978 wurde sie Mitglied des Frauen-Trios "Arabesque", mit dem sie als Leadsängerin bald große Erfolge feiern konnte.
1984 wagte sie einen Neuanfang als Solosängerin und Michael Cretu, der bald auch ihr Ehemann wurde (die Scheidung folgte 2008), produzierte diese Single mit ihr.
Während Alphaville (übrigens eine deutsche Band) mit "Big in Japan" einen Megahit in vielen Ländern landen konnten (der Song war 1984 der erfolgreichste in ganz Deutschland!) und die Platte millionenfach verkauften, ging Sandras deutsche Coverversion angeblich nur 125-mal über den Ladentisch. Der größte Flop ihrer Karriere.
Ein Jahr später gelang ihr mit "(I'll never be) Maria Magdalena" ein erster Hit. Mit ihren englischen Songs verkaufte sie rund 30 Millionen Platten und zählt damit nach wie vor zu den erfolgreichsten deutschen Sängerinnen.
Doch woran lag es, dass die Platte förmlich "schwer wie Blei" in den Regalen liegen blieb? Zugegeben, in den 80er-Jahren war der New-Wave-Sound von Alphaville revolutionär und fesselte viele Menschen. Deutscher Schlager war out und deutscher Pop nur in der schrägen Form der Neuen Deutschen Welle beliebt.
Da nützt es auch nichts, wenn Sandra ihre tragische Liebesgeschichte ins Mikro säuselt. Und es dabei immer ein wenig so klingt, als wäre die Frequenz ein bisschen zu hoch eingestellt ..
Wolken, schwer wie Blei
Über Häuserschluchten, Straßen
ohne Ziel durch's Labyrinth
Wo soll ich hingehen?
Wo bin ich zuhaus?
Die Zeit der Illusionen ist vorbei
--> die erste Strophe ist vielleicht ein bisschen zu intellektuell gestaltet? Dieses höchst philosophische Thema über "Sein" und "Nicht-Sein" und die Frage nach der menschlichen Existenz sind nicht eingängig genug, um es auch in der Disco mitzusingen.
Ich mach' meine Augen zu
Was mir fehlt bist du, nur du
Doch du lebst in einer ander'n Welt
Ich wart' in der Dunkelheit
Jeder Herzschlag ist ein SOS
Ich ruf' dich, aber Japan ist weit
--> Liest man sich nur den Text durch, könnte es sich dabei wirklich um ein seichtes Schlager-Schnulzelchen a la Bonny St. Claire handeln. Da würde wirklich niemand auf die Idee kommen, dass es sich dabei um den Nummer-1-Pop-Song von Alphaville in deutscher Sprache handelt. (Zugegeben, inhaltlich haben sie ja wirklich nichts gemein)
Oh, Japan ist weit, so weit
Am ander'n Ende der Zeit
Und was uns trennt
Ist mehr als nur ein Meer
--> Ja, zwischen Saarbrücken und Japan sind definitiv ein paar Meere ... aber das mit dem "ander'n Ende der Zeit" stimmt allein schon in Bezug auf die Zeitzone nicht wirklich.
Japan ist weit, so weit
Doch ich will dich hier und heut'
Oh, ich brauch dich, aber Japan ist weit
Oh, Japan ist weit
Neonlicht auf nackter Haut
Silhouetten fremder Menschen
die an mir vorübergeh'n
Soll ich rausschrei'n, was ich fühl?
Schick ich meine Träume ins Exil
um sie nie mehr zu seh'n?
--> in der zweiten Strophe hat man tatsächlich versucht, Teile des Originaltextes wortwörtlich zu übersetzen ("Neon on my naked skin passing silhouettes of strange illuminated mannequins"). Was im Original passt, wirkt hier stark künstlich und irritierend.
Gut. Jetzt kommen wir einfach zum Hauptargument, warum es vermutlich kein Hit wurde:
Marian Gold, der Leadsänger von Alphaville, der den Großteil des Textes schrieb, gibt ein wenig Aufklärung (die Idee zu den Zeilen kamen ihm übrigens auf dem Weg zum Zahnarzt). Da Lied handelt im Original von zwei befreundeten Junkies, die sich in der Drogenszene rund um Berlins Bahnhof Zoo bewegen. Es erzählt von ihren Fantasien, ein drogenfreies Leben zu führen. Und "Big in Japan" symbolisiert die Idee von einem erfolgreichen Neuanfang in einer anderen Welt.
"Es beschreibt, dass wenn du ein kompletter Versager bist, du anderen Leuten erzählst: 'Ich bin kein Versager, denn in Japan bin ich richtig erfolgreich'. Es ist die Lüge von Versagern und passt - auf tragische Weise - perfekt in die Geschichte dieser beiden Junkies." (Marian Gold, Interview von 2019, eigene Übersetzung)
So stülpte die deutschsprachige Coverversion eine schöne, wenn auch seichte Liebesgeschichte darüber und verklärte so den ganzen Song, was ihn zu - nicht mehr aber auch nicht weniger - einem beliebigen Lied über eine (zumindest einseitig) unbefriedigende geführte Fernbeziehung macht.
Die ernste Thematik des Originals führte meiner Meinung nach schon ein wenig zu dem Erfolg - auch wenn sich viele Menschen vermutlich noch nie Gedanken darüber gemacht haben, dass dieser Song deutschen Junkie-Alltag beschreibt.
Für diese Coverversion vergebe ich fünf von fünf japanische Essstäbchen.
Ob man nun "big in Japan" sein möchte oder sicher lieber nach einer Fernbeziehung mit einer Japanerin sehnt, bleibt einem selbst überlassen. Ich hege aktuell eher romantische Gefühle an eine große Portion Sushi, nach der ich tatsächlich schon länger Sehnsucht habe (schade, dass es keine Schlager über Sushi gibt!)
Genießt das Wochenende und bis morgen ;)
Montag, 30. März 2020
# 12 - "Johnny, bitte, bitte" - Mary Lynn (1971)
Leider ist über Mary Lynn nichts bekannt, außer das sie zuvor einige Titel als Frontfrau der Formation "Proud Mary" veröffentlicht hat. Die Platten wurden von Stephan Sulke produziert und großteils auch von ihm komponiert und getextet. Sulke lebte damals in der Schweiz und arbeitete - neben seiner Anfang der 60er-Jahre gestarteten Gesangskarriere - verstärkt im Background. Ab Mitte der 70er-Jahre hatte er dann auch als Sänger größere Erfolge im deutschsprachigen Raum (u. a. mit "Uschi" 1982).
Schade, dass über Mary Lynn nichts bekannt ist und es vermutlich keine weiteren Veröffentlichungen nach 1971 von ihr gibt. Sie hatte durchaus Talent (das erkennt man aber eher an ihrem Album!) ... Aber Hits und Gesangskarrieren sind und bleiben leider unergründlich. :/
Das Original "Johnny Reggae", das von The Piglets (zu deutsch: Die Ferkel) - einem scheinbaren Studioprojekt von Jonathan King - veröffentlicht wurde, stammt ebenfalls aus dem Jahr 1971 und erreichte Platz 3 der UK-Charts.
Die Gesangspart sind bis heute nicht lückenlos geklärt, Jonathan King beschreibt in seiner Autobiographie, dass es sich großteils um unbekannte Studiosänger handelte, der Leadgesang aber von Barbara Kay alias Kay Barry stammt, die obwohl bereits über 40, versuchen sollte, wie ein Teenager zu klingen.
Die ganze Aufnahme ist meiner Meinung nach durchaus zweideutig konzipiert. Vor allem die zweite Refrainzeile ("Johnny Reggae Reggae, lay it on me") ist speziell, da ich das Wort "it" auch nach 30 Wiederholungen nicht hören kann ... ;)
Doch nun zur deutschen Coverversion, die meiner Meinung nach schon ein bisschen expliziter auf das Ganze eingeht und das ist dann an Zweideutigkeit nicht mehr zu überbieten!
Ist das der Johnny?
Ja, das is' er
Er ist der Größe
Jeder kennt ihn hier
Alles kommt wenn er spielt
Klasse wie er's macht
Jede Nacht
So spielt nur er Gitarre
Alle Girls sind high
und danach schwupp
--> da wurde aus dem begabten Baseballer des Originals doch glatt ein virtuoser Musiker, der auch vor dem einen oder anderen Groupie nicht halt zu machen scheint ...
Johnny bitte bitte
Spiel' doch Johnny, bitte
Deine Hände, Johnny, können viel
Jeder mag's bei Johnny
jeder sagt's bei Johnny
Johnny bitte bitte
Johnny spiel'
--> Johnny scheint also über sehr talentierte Fingerkünste zu verfügen. Natürlich gehen wir davon aus, dass er seine Hände nur zum Gitarrenspiel verwendet und nicht für andere Dinge, auch wenn mitunter sehr lasziv gefleht wird (das "jeder mag's bei Johnny" klingt für mich immer eher nach "jeder macht's bei Johnny")
Alles tanzt und tobt und schreit
Johnny go, go, go
Seine Hände können allesWas für eine Show
Johnnys Beat, der ist so sexy
Er ist spitze
Wie er's macht
--> Ja, aus dem Kontext gerissen könnte man diese Phrasen auch ganz anders interpretieren ;)
Mittwoch, 25. März 2020
# 7 - "Eine Reise ins Nirwana" - Jürgen Drews (1973)
JÜRGEN DREWS
A: Geh' nach Haus (M: Jürgen Drews / T: Gerd Müller-Schwanke)
B: Eine Reise ins Nirwana (M: Joachim Heider / T: Hans-Ulrich Weigel)
1973 / Warner Bros, WB 16 320
produziert von Joachim Heider
So war er beispielsweise ab 1970 maßgeblich am Erfolg von Marianne Rosenberg beteiligt, schrieb ihr auch ihren ersten Song, der direkt ein Hit wurde ("Mr. Paul McCartney") - wobei bis Ende der 70er noch weitere folgen sollten ("Er gehört zu mir", "Marleen").
Weitere Hits in seiner umfangreichen musikalischen Laufbahn waren beispielsweise "Und es war Sommer" (Peter Maffay, 1976), "Dich zu lieben" (Roland Kaiser, 1981) oder "Joana" (Roland Kaiser, 1984).
Dann dachte man sich wohl auch: "Naja, ist ja ein ganz schmuckes Kerlchen", Hemd bis zum Bauchnabel auf, der Typ ist ja durchtrainiert und sommerbraun, der könnte auch das Telefonbuch singen ...
Doch was möchte uns Jürgen Drews mit diesem Titel sagen? Nein, es ist keine Coverversion von Nirvana und es riecht auch nicht nach "Teen-Spirit".
Wir werden es wohl nie erfahren. Allerdings kann man sich ja ein paar der göttlichen Zeilen noch vorher auf der Zunge zergehen lassen ...
Denn ich weiß, dass es ein Paradies noch gibt
Ich tu' alles, was ich kann, um es zu finden
Es fehlt nur noch ein Mensch, der mich liebt
Ich bin auf einer Reise ins Nirwana
Und ich gehe einen ungewissen Weg
Doch das Ziel liegt greifbar nah vor meinen Augen
Wenn nur du mit mir gehst und mich verstehst
Hallo, gelobtes Land, wir kommen
Ja, wir schreiben unser Gestern in den Wind
Wenn auch Wind und Wolken, Höh'n und Tiefen wechseln
Du wirst seh'n, dass wir bald glücklich sind
Wäre vielleicht auch in den aktuellen Zeiten ganz gut. So als neue Art, um miteinander in Kontakt zu treten. Scheiß auf Whatsapp, Windpaint oder so. Okay, ich sehe, das Konzept ist noch ausbaufähig.
Hallo, gelobtes Land, wir kommen
Ja, wir machen diese Welt zu unser'm Haus
Allen, die mit uns noch an die Liebe glauben,
Sagen wir: 'Gebt nicht auf, haltet aus'
Das Knistern eines Feuers
Der Staub auf unseren Schuhen
Und frei sein
Frei sein
Wir sind auf einer Reise ins Nirwana
Wir seh'n es schon, am fernen Horizont
Wenn du anders leben willst, als all die andern
Komm mit mir, du wirst seh'n, dass es sich lohnt
Für diese liebenswürdige Sinnfindungserfahrung vergebe ich fünf von fünf Karmapunkten!
Samstag, 21. März 2020
# 3 - "Ob Tel Aviv, ob Timbuktu" - Bonny St. Claire (1970)
A: In der Wuppertaler Schwebebahn (M: Ralph Siegel / T: Joachim Relin)
B: Ob Tel Aviv, ob Timbuktu [Tel Aviv to Timbuctoo] (M: Miki Antony / dt. T: Karl-Heinz Reichel)
1970 / EMI Columbia C006 28 725
Jeder sagt: 'Junge Leute soll'n
zuerst hinaus in die Welt'
Keiner fragt uns, ob wir auch wolln
Und keiner gibt uns das Geld!
Ja Bonny, so ist das. Erfahrungen im Ausland zu sammeln ist schwierig, wenn das nötige Kleingeld fehlt - Erasmus hin oder her. Aber Bonny ist nicht die Greta Thunberg von 1970 die sagt, Fliegen ist scheiße und schlecht für die Umwelt, sondern sie hat ihre rosa Sonnenbrille aufgesetzt und schwelgt in den ärgsten Frühlingsgefühlen.
Das ist mir gleich, ich frag nur: 'Wo bist du?'
Ob Tokyo, ob Hildesheim
Ich will bei dir sein
Wo ist die Welt denn intakt?
Ich weiß eine, die besser ist
Die hat mein Herz mir gesagt!
Sie ist dein
Sie ist mein
Die Welt der Liebe ganz allein









