Obskures, Skurriles, Schauriges und manchmal sogar Schönes aus der Welt der deutschsprachigen und internationalen Musikszene - mit Schwerpunkt auf den 60er- und 70er-Jahren. Inklusive Nostalgiebonus und einem großen Augenzwinkern ;)
** YEAH! Wir haben die 2.000-Besucher-Marke geknackt! **
Vielen Dank für eure Treue in den letzten Monaten! Es erfüllt mich mit großer Freude, dass ich anscheinend nicht die einzige Person bin, die in diesem Blog mitliest ;) Ich verspreche euch, die schrecklichschönen Songs werden mir so bald nicht ausgehen.
Patricia Cramer wurde um 1959 geboren. Die Plattenfirma, die besonders intensiv versucht hat, ihre Karriere zu pushen, war äußerst ambitioniert in der Bewerbung ihres neuen Schützlings: "Teen-Prinzessin mit Märchenstimme". Tatsächlich wurde Patricia Cramer zur "Teen-Prinzessin '74" gekürt. In welchem Zusammenhang ist aber unklar - sie wurde weder "Bravo-Girl des Jahres" noch war sie Teilnehmerin der "International Teen Princess" (1973 holte sich übrigens tatsächlich die deutsche Ute Kittelberger den Sieg!).
"Patricia ist jetzt gerade 15 Jahre jung und schon auf dem besten Weg, ein hell leuchtender Stern am deutschen Schlagerhimmel zu werden. Entdeckt wurde sie im Frühling 1973 bei einem Talentwettbewerb in Darmstadt. Unser schnuckeliger Teenager (158 cm klein) spielt Gitarre, möchte aber auch noch Bass lernen. Dazu hat sie aber nicht genügend Zeit, sie geht noch zur Realschule."
Schnuckelig ist auch ein Attribut, das man heute keinem jungen Mädchen mehr auf die Plattenhülle schreiben würde ...
"Aufgefallen ist sie mit ihrer frischen Stimme und dem für sie charakteristischen Timbre bei den Pfadfindern." Ah ja. Die waren ja immer schon als Talentschmiede bekannt und nicht dafür, dass man lernt, wie man am besten ein Zelt aufstellt oder so.
"In ihrer Plattensammlung überwiesen Interpreten wie Suzi Quatro, T. Rex, Bernd Clüver, Cindy & Bert." <-- DAS ist auch eine ziemlich harte Kombi!
"Wir sind davon überzeugt, dass Patricia in einiger Zeit bald so bekannt ist wie ihre Vorbilder. Patricia Cramer ist d i e Entdeckung der letzten zwei Jahre!" Tja, beides ist nicht eingetreten. Und ich muss zugeben: zu Recht! Da gab es tatsächlich deutlich begabtere Sängerinnen.
Patricia Cramer, die damals scheinbar auch in Darmstadt lebte, veröffentlichte zwischen 1974 und 1975 insgesamt drei Singles. Weitere Titel waren "Teenage Romeo", "Hello, little Joe", "Ich bin wieder zu Hause" und "Er heißt Michael". Keine der drei Singles wurde in Deutschland ein Hit. Auf holländischen Piraten-Radiosendern wurde sie allerdings häufig gespielt. Dieser Umstand führt dazu, dass sich ihre Singles heute noch für teilweise dreistellige Beträge verkaufen lassen.
Laut Informationen aus einem Online-Musikforum ist sie im Jahr 2007 verstorben.
Horst Hornung, der in den frühen 70er-Jahren auch selbst als Sänger in Erscheinung trat, war bereits öfter auf meinem Blog zu Gast. Klingende Titel aus seiner Feder waren beispielsweise "Arthur Infernale" (Maggie Mae, 1975), "Liebt er dich, wie ich dich liebe?" (Roy Black, 1975), "Wer trinkt schon gern den Wein allein?" (Roberto Blanco, 1978), "Tut-Ench-Amun" (Penny McLean, 1979) oder "Die Familie hat 'nen Knall" (Rex Gildo, 1979).
Wo geht er hin, kommt er her?
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum
Nichts was er tut, fällt ihm schwer
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum
Ja, der Spielmann ist unser Freund
Wir haben nie mit ihm geweint
Wenn er spielt sind wir froh
Sein Lied geht so Didel-Didel-Dum
Dum-Didel-Dum-Didel-Dum
Didel-Didel-Didel-Dum-Didel-Dum-Didel-Dum
Dum-Didel-Dum-Didel-Dum
Didel-Didel-Didel-Dum-Didel-Dum-Didel-Dum
Er singt sein Lied überall
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum
Und wenn's gefällt noch einmal
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum
Refrain
So wie er kam, ging er fort
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum
Sein Lied war sein Abschiedswort
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum
Ja, der Spielmann war unser Freund
Wir haben nie mit ihm geweint
Und sein Lied, ja das geht für immer um
Didel-Didel-Dum
Eines kann ich euch sagen: Wenn dieser Spielmann den ganzen Tag mit seiner piesigen Blockflöte um die Häuser zieht und dabei diesen nervigen Ohrwurm dudelt, dann wäre er ganz sicher nicht mein Freund! "Nichts was er tut, fällt ihm schwer" - ja, vor allem anderen Leuten auf die Nerven zu gehen. Das scheint mir seine Hauptbeschäftigung zu sein!
Schön, dass es in den 70er-Jahren schon ausreichend für eine gute Freundschaft war, dass man nicht zusammen weint. Toll. Das ist wirklich beeindruckend. Patricia hat anscheinend noch nie mit ihren Freunden Zwiebeln geschnitten. Das wäre nämlich ein ziemlich (Achtung: schlechter Wortwitz) einschneidendes Erlebnis gewesen!
"Und sein Lied, ja , das geht für immer um - Didel-Didel-Dum", ja das ist tatsächlich eine Drohung. Ich fürchte dieser Spielmann war so etwas wie der erste analoge Trojaner, dessen Anwesenheit zu einem ziemlichen Crash in der menschlichen Hardware führt. Danach kannst die Festplatte vermutlich in die Tonne schmeißen und maximal noch als Klatsch-Statist im Musikantenstadl vermittelt werden.
Ich warne euch wirklich! Di-didel-eser Song hat es wirklich in sich. Man muss aufpassen, dass da-dum-ruch nicht der eigene Sprachfluss gestört wird. Ist di-didel-es, der Fall, dann hilft nur noch ... Dum-Didel-Dum-Didel-Dum Didel-Didel-Didel-Dum ...
So ganz hat das jetzt doch nicht geklappt, mit meiner täglichen Motivation. Aber ich gelobe Besserung. Mein großes Tönen fällt in die Kategorie "zu früh gefreut". Auch bei uns im Opernhaus ist jetzt mitten im Probenprozess der Vorhang gefallen. Auch für uns gilt jetzt die Lockdown-Phase. Diese ungeplante Pause hat aber auch Vorteile ... ich konnte z. B. mein Schlafdefizit der letzten Wochen ausgleichen und mir Gedanken über Rezepte mit Käferbohnen machen. Für alle treuen LeserInnen dieses Blogs: Den inneren Drang mein Siphon (wieder) auseinanderzunehmen und zu reinigen, habe ich bis dato noch nicht verspürt. Aber das kann ja in den Weihnachtsputz-Vorbereitungen noch kommen ... 😜
JULIE PATOU
A: Telegramm für Angelique [Envoi-moi des Télégrammes] (M: Jean Fredenucci / dt. T: Günter Loose) B: Oui, Monsieur [Balade a Velo] (M: Jean Fredenucci / dt. T: Günter Loose)
1971, Hansa, 10 813 AT
Jean Fredenucci ist ein französischer Komponist und Produzent sowie ehemaliges Mitglied der "5 Gentlemen", der auch Anfang der 70er-Jahre als Solosänger in Erscheinung trat.
1970 komponierte er beispielsweise "Nue au Soleil" für Brigitte Bardot. Das ist der (für mich) prominenteste Name in seiner Vita. Ich bin im französischen Musikbusiness leider zu wenig bewandert.
Nun aber zur Interpretin und ursprünglichen Textautorin. Die Plattenfirma schrieb folgendes zur Veröffentlichung ihrer einzigen deutschsprachigen Schallplatte:
Und wieder ein neuer Frankreich-Import bei Hansa: Nach Severine will sich als nächste die 23jährige Julie Patou dem deutschen Publikum vorstellen. Julie Patou wurde 1948 in Paris geboren. Sie besuchte nach Abschluss der Schule eine Kunstakademie und im Mai [Anmk. 1971] siedelte sie um nach Paris, um sich dort für einen Wettbewerb der Graveure vorzubereiten. Sie reichte allerdings nie etwas ein. Stattdessen schrieb Julie Novellen ... Zwischendurch betätigte sie sich als Schaufenstergestalterin, Bühnenbildnerin, Mannequin ... zwischendurch schrieb sie wieder Novellen ... Dann begann sie eigene Chansons zu schreiben, und sie sang sie so lange allen möglichen Leuten vor, bis man endlich entdeckte, dass es niemanden gibt, der besser singen kann als sie. Deshalb singt sie jetzt ihre Lieder und schreibt Novellen ...
Zwischen 1970 und 1972 veröffentlicht Julie Patou-Senez drei Schallplatten in Frankreich. Einzig die zweite ("Envoi-moi des Télégrammes") erscheint auch in einer deutschen und einer spanischen Version. Nach "L'appareil mecanique" wird es still um sie. 1978 erscheint das Buch "Coca-Cola-Story", danach verschwindet sie aus der Öffentlichkeit.
Mitte der 00er-Jahre trat sie - inzwischen unter dem Namen Julie Gence - im französischen Fernsehen wieder in Erscheinung. Leider findet man heute auch keinerlei Informationen mehr über diese Aktivität von ihr. Vor rund zehn Jahren hatte ich sehr kurzen E-Mail-Kontakt mit ihr. Unüberbrückbare Sprachbarrieren waren die Ursache dafür: geringe Englischkenntnisse ihrerseits und gänzlich nicht vorhandene Französischkenntnisse meinerseits.
Nun aber zu diesem "besonderen" Lied:
Telegramm für Angelique Für die kleine Angelique Heut' wird sie den Pierre wiedersehen Und ihr Kummer, der wird vergehen
Telegramm für Angelique Nur noch ein paar Augenblicke Und dann wird ein Traum Wahrheit werden Der schenkt ihr den Himmel auf Erden
Oh weinte sie, denn es kam kein Brief Und sie saß ganz allein zu Haus Aber seit heut', da sieht die Welt Auch für sie viel schöner aus
Denn endlich kam ein Refrain
Sie macht sich schön, nur für ihn allein Denn sie freut sich auf ihn so sehr
Die Einsamkeit ist nun vorbei
Die gibt es für sie nicht mehr
Denn endlich kam ein
Refrain
Nun, wie bereits erwähnt, ist mein Französisch ziemlich bescheiden. Dank Google-Translate erhalte ich aber zumindest eine grobe Ahnung, was uns Julie im französischen Original, dessen Text sie selbst verbrochen verfasst hat, uns mitteilen wollte: Während im Original noch mehrere Telegramme angefordert wurden, u. a. aus Berlin, Basel, Rom oder Louisiana und sie gerne wissen möchte, ob in Nizza gerade die Sonne scheint, muss sie sich - frisch in Deutschland angekommen - mit einem einzigen Telegramm begnügen. Und das ist dann auch gar nicht für sie! Sondern für Angelique!
Zudem ist der Text um ein vielfaches umfangreicher und klingt eher danach, als würde die Beziehung möglicherweise nicht auf Gegenseitigkeit beruhen ... kleine Stalking-Tendenzen lassen sich erkennen, wenn sie z. B. davon spricht, dass seine Nachrichten all ihre Wände zieren.
In diesem Fall wäre seinerseits viel früher ein "Stop", wie in Telegrammen üblich, in der Realität notwendig gewesen. (Für alle jugendlichen LeserInnen: Mit Telegramm ist in diesem Fall nicht der gleichnamige Nachrichtendienst gemeint. Das klassische Telegramm ist eine Art analoge SMS - damals toll, heute richtig skurril).
Die Überraschung muss auch seitens der Plattenfirma groß gewesen sein, als die Redaktion der legendären ZDF-Hitparade tatsächlich Julie als Neuvorstellung im Januar 1972 auftreten ließ, wo sie live (!) "Telegramm für Angelique" vorstellen durfte. Das ein "bis-schön frahnsöhsisches Achsendt" durchaus süß sein kann, bewies bereits France Gall eindrucksvoll. Bei Julie ließen allerdings Textdeutlichkeit und Gesangskünste doch etwas zu wünschen übrig. Vielleicht wäre es klüger gewesen, wenn sie bei Novellen geblieben wäre?
In diesem Fall ist die Passage aus dem Plattenfirma-Text eher wie eine Drohung zu verstehen: "Dann begann sie eigene Chansons zu schreiben, und sie sang sie so lange allen möglichen Leuten vor, bis man endlich entdeckte, dass es niemanden gibt, der besser singen kann als sie." - Erinnert mich ein wenig an den "Böse-Königin"-Effekt aus Schneewittchen.
Wenn ich mir deutsche Aufnahmen französischer SängerInnen aussuchen darf, dann ziehe ich auf jeden Fall Mike Brant und Francoise Hardy vor - und dann kommt erstmal lange nichts.
Auf den deutschen Text, der an Plattheit und oberflächlicher Einfallslosigkeit kaum zu überbieten ist - eine schwache Stunde von Günter Loose, der zumindest mit Titeln wie "Marmor, Stein und Eisen bricht" oder "Wunder gibt es immer wieder", große Erfolge verbuchen konnte. Der Reim "Augenblicke - Angelique" ist einer meiner persönlichen Tiefpunkte im deutschen Schlagergeschäft (und als Germanist bin ich nur knapp einem Nervenzusammenbruch entkommen).
Ach ja, auf die Performance sollte ich auch noch eingehen. Nun ja: "Sie hat sich stets bemüht", könnte man irgendwo vermerken. Leider fehlt es dann doch an Bühnenpräsenz und Show-Talent, um den schwachen Song (der auch nicht wirklich zum Mitklatschen einlädt, auch wenn sie es immer wieder versucht anzuregen) aufzuwerten. Da nützt auch das Outfit, das - warum auch immer - "Born in the USA" vermitteln soll, wenig. Es reicht nicht aus, um Julie einen Platz im deutschen Schlagergeschäft zu ermöglichen.
Habt ihr schon einmal ein Telegramm abgeschickt? Ich nicht ... geht das überhaupt noch? In Lockdown-Zeiten könnten solche altmodischen Kommunikationstechniken durchaus wieder an Popularität gewinnen. Schreibt doch einfach eine Nachricht an eine Person, von der ihr schon lange nichts mehr gehört habt. Ich bastle derweil aus leeren Bierdosen ein "Dosen-Telefon" ... ich muss mich nur noch entscheiden, wohin ich die Leitung verlege ;)
Bevor ihr mich steinigt: Ja, ich weiß, dass Reisetipps momentan für niemanden hilfreich sind. Schon gar nicht, wenn man eine potentielle Hochrisikogruppe ("Mutter") gegen ihren Willen mit anstiften möchte. Aber ich bin ein zuversichtlicher und positiv (nicht corona, sondern) denkender Mensch und glaube, dass es irgendwann wieder möglich sein wird, abseits der eigenen vier Wände neue Destinationen kennenzulernen. Zugegeben: Ich habe bereits während Lockdown I Spinnweben in Ecken meiner Wohnung entdeckt, von deren Existenz ich zuvor niemals zu träumen gewagt hätte 😜 ... was für ein Satz!
STEFFI
A: Hipp-Hipp-Hurra (M & T: Edi Lagua) B: Mutter, fahr' mal mit (M & T: Edi Lagua)
1985, Lagua Records, LA-85/1
Die biographischen Angaben kann ich heute relativ kurz halten. Es gibt nämlich keine. Weder zur Interpretin noch zum Autor. Über Edi Lagua lässt sich nur sagen, dass sein Label "Lagua Records" von etwa 1970 bis Ende der 80er-Jahre existierte. Auf diesem Label veröffentlichten Interpreten mit so klingenden Namen wie Melinda, Meisenfloo, The Giants oder Tony Westen Songs. Er trat auch als Komponist und Texter in Erscheinung, beispielsweise mit vielversprechenden Titeln wie "Monsieur Filou" (Franca, 1971), "Chicochi" (Rosi & Eddy, 1974) oder "Dein Blick kann Liebe sein" (Gudrun Simmon).
Na dann: gute Fahrt!
Am grünen Rand von (?)
Da kommt die kleine Stadt
Oho - aha Die Spatzen pfeifen es vom Dach
Was sie für Reize hat, die kleine Stadt
Dort wo's die schönsten Mädchen gibt Ja und ein Kesselbier Das muss man seh'n, um zu versteh'n Steig' ein und fahr mit mir
Mmh - oh - ah
Mutter, fahr' mal mit nach Oer-Erkenschwick Da ist die Luft noch nicht so dick Da gibts Ozon und keinen Mief Ein Hoch und nie ein Tief
Mutter, trimm dich fit in Oer-Erkenschwick Dann fühlst du dich wie Hans im Glück Und stimmt der Tag ist noch reichlich Platz (?) Dafür gibt's keinerlei Ersatz
Wir waren oft in Österreich auch Spanien ist ganz schön
Oho - aha Bei (?) am Wattseestrand kannst du nackt baden geh'n Doch suchst du mal was spitze ist, was je ein Auge sah Die grüne Hand von Erkenschwick, was sonst, das ist doch klar Mmh-oh-ah
Refrain
Refrain
Danke Steffi für diesen einzigartigen Freizeittipp! Ich muss gestehen, Oer-Erkenschwick stand bisher noch nicht auf meiner To-do-Liste! Diese verträumte Stadt in NRW (im romantischen Kreis Recklinghausen) hat eine Fläche von rund 40 km² und etwas mehr als 31.000 Einwohner.
Funfacts: bis 2005 lag der Wirtschaftsschwerpunkt der Stadt in der Fleischverarbeitung, seither setzt man auf eine andere Art von "Fleisch", nämlich im Freizeit- und Erlebnisbad "Stimbergpark". Zudem war der SpVgg Erkenschwick zwischen 1945 und 1955 einer der führendsten Fußballvereine Westdeutschlands.
Bekannte Persönlichkeiten, die mit Oer-Erkenschwick in irgendeiner Weise verbunden sind, sind beispielsweise der Schauspieler Leonardo DiCaprio, der in seiner Kindheit zeitweilig bei seinen Großeltern in Oer-Erkenschwick lebte, die Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali besuchte das Willy-Brandt-Gymnasium in Oer-Erkenschwick, Bodybuilder und Schauspieler Ralf Möller trainierte in den 80er- und 90er-Jahren in einem örtlichen Fitnessstudio und Sönke Wortmann spielte für den bereits erwähnten SpVgg Erkenschwick.
Steffi wurde sicherlich nach Veröffentlichung der vorliegenden Single zur Ehrenbürgerin ernannt. Leider lässt ihre Aussprache zwischenzeitlich doch recht zu wünschen übrig, weshalb einige regionale Spezifikationen in Form von Ortsnamen leider nicht vollständig korrekt wiedergegeben werden können.
Und wenn man sich diese Bilder dieser beeindruckenden Landschaft zu Gemüte führt ("und suchst du mal was spitze ist, was je ein Auge sah"), dann möchte man doch am liebsten sofort mit Sack und Pack die Reise nach Oer-Erkenschwick antreten und am besten gleich mal für ein halbes Jahr hier Station machen ... so viel blühende ... äh ... Landschaft und malerische ... äh ... Architektur ... und ... äh .. ja ... alles hier gibt! Schließlich pfeifen sogar die Spatzen bereits vom Dach, was für "Reize" (so kann man es natürlich auch sagen), diese Idylle bietet. Glücklicherweise wurde er bislang als touristischer Hotspot noch weitgehend ignoriert ... dieser Geheimtipp ist exklusiv für euch!
Und es gibt auch schöne Mädchen ... und Kesselbier! Also bitte, was wollt ihr denn noch?
Gut ... so wie Österreich und Spanien ist es nicht, okay ... FKK-Strand gibt es auch keinen ... aber sonst gibt es echt ALLES, vor allem Luft! Die ist hier nämlich noch nicht so dick, obwohl es auch hier Ozon gibt! Aber keinen Mief. Nein, nein, nein! Mief ist out ... also quasi ... aus.
Wenn ihr auch wollt, dass sich eure Mutter wie "Hans im Glück" fühlt, dann verwöhnt sie doch mit einer abenteuerlichen Tour ins ferne Oer-Erkenschwick. Ihr werdet es sicher nicht bereuen und alle anderen, die nicht dabei waren und sich diesen Spaß entgehen ließen, werden sich - da es dafür keinerlei Ersatz gibt - bis an ihr Lebensende wie Rumpelstilzchen ärgern!
Die NDW (= Neue Deutsche Welle) hat definitiv einige interessante Künstler hervorgebracht. Bekannteste Gesichter waren zweifellos Nena, Trio, DÖF und Ideal. Dennoch bewies gerade diese musikalische Bewegung, dass Charakter, Message und Performance in vielerlei Hinsicht mindestens genauso wichtig sind, wie musikalisches Können (wenn nicht sogar teilweise sogar am wichtigsten). Einige haben sich wacker gehalten, manche sind ziemlich schnell wieder in der Versenkung verschwunden.
MARKUS A: Ab und los (M: Axel Klopprogge & Ken Taylor / T: Axel Kloprogge & Markus Mörl)
B: Knallhart im Schlaraffenland (M: Axel Klopprogge & Lothar Krell / T: Axel Klopprogge)
1983, CBS, A 3674 produziert von Axel Klopprogge
Axel Klopprogge (* 1956) schrieb neben Markus' Erfolgstiteln u. a. "Jet Set Ficker" (Straßenjungs, 1981), "Highdelbeeren" (Wilfried, 1981) und "Opportunity" (Toyko, 1985).
Markus wurde 1959 als Markus Mörl geboren, er startete seine musikalische Laufbahn als Gitarrist der Band "Nylon Euter", die 1982 ein Album inklusive einer Single-Auskoppelung auf den Markt brachten. Im gleichen Jahr begann seine Solokarriere mit dem Album "Kugelblitze und Raketen" (#26). Die ausgekoppelte Single "Ich will Spaß" hielt sich 24 Wochen in den Charts und landete sogar auf #1. Weitere Titel von ihm waren "Schön sind wir sowieso" (#39) und "Kling, Klang, Schicksalsmelodie". Zu einem größeren Erfolg wurde "Kleine Taschenlampe brenn'" (#5), aus dem Kinofilm "Gib Gas - Ich will Spaß", in dem Markus die Hauptrolle spielte. Im Film sang er es gemeinsam mit Nena, im Studio und bei Live-Auftritten stammt der weibliche Part von Andrea-Maria Schneider (ehemaliges Mitglied der "Cinderellas").
Als die Neue Deutsche Welle abebbte, gründete er 1985 die Band T.X.T. Ihr Song "Girl's got a brand new Toy" landete auf #4 der italienischen Charts. Seine letzte Chartnotierung in den deutschen Charts war 1992 mit "1000 Kerzen werden brennen" (#79).
In den letzten Jahren fiel Markus eher als Teilnehmer von Reality-TV-Formaten in Erscheinung, z. B. 2004 in der "Comebackshow" (Prosieben), 2017 in "Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promipaare" (RTL) und durch die Live-Übertragung seiner Hochzeit am 11. Juli 2020 auf RTL II.
Mit "Ab und los" zeigt Markus auf jeden Fall ... ja ... ähm ... was eigentlich?
Vollmond über New York, Vollmond tief in mir
Die Venus trifft Aquarius und ich treff' mich mit dir
Ich renn' in mein Zimmer, die Wände auf und ab
Mein Whiskeyglas schon lange leer, mein Fuß macht tap, tap, tap
Wo bleib'n nur die Babys?
Wo sind meine Friends?
Da donnert's endlich vor der Tür
Da tönt es im Quartett
Und die Kumpels rufen
Ab, ab, ab und los
Komm raus, komm raus, komm raus
Ab, ab, ab und los
Komm raus, komm raus, komm raus
Trommeln aus der U-Bahn, der Master gibt Signal Dein babyblauer Caddy stoppt erstmal am Kanal
Und aus allen Ecken klettern groovy Freaks Die Hände klatschen laut im Beat, die Haare fliegen mit
Rhythmus aus der Müllbox Party in der Bronx Du beißt mir in mein weißes Ohr Ich bin heut' Nacht dein Hans
Refrain
Hallelujah
Voodoo bei McDonalds, ich tanz' mit Tablett Der Soul ist gut, die Stadt dreht durch, wir sind echt gut drauf Unter deinen Stöckeln kocht schon der Asphalt
Die Bassdrum nimmt uns beide mit Und du sagst niemals "Halt"
Uff ... ich weiß nicht, welche Substanzen damals im Spiel waren, als dieser Titel entstand, aber Markus und New York haben weder heute noch damals viel gemeinsam. Ich bin mir zudem ziemlich sicher, dass Markus sehr viele Talente hat - aber musikalisch ist da doch einiges im Argen. Vor allem wenn man sich Live-Auftritte von ihm aus dieser Zeit anhört.
Faszinierend was alles so bei Vollmond in New York passiert. Wie allerdings "Vollmond tief in mir" aussieht, weiß ich nicht: Weißes Leuchten in der Birne? Keine Ahnung. So ganz kann ich seinen Ausführungen aber nicht folgen. Ich dachte, er fiebert einem Treffen mit seiner heißen Biene entgegen und freut sich dann aber, als seine Kumpels zu einer kleinen Sauftour vorbeikommen und sie gemeinsam die Stadt unsicher machen?
"Trommeln aus der U-Bahn, der Master gibt Signal
Dein babyblauer Caddy stoppt erstmal am Kanal
Und aus allen Ecken klettern groovy Freaks
Die Hände klatschen laut im Beat, die Haare fliegen mit"
Das klingt wie ein schlechter Entwurf für ein Michael-Jackson-Musikvideo, der sehr schnell wieder verworfen wurde. Wenn ich mir dieses Szenario - zugegebenermaßen - tatsächlich ganz gut vorstellen kann. Allerdings eher in Castrop-Rauxel, als in der US-Metropole.
"Rhythmus aus der Müllbox", ja bei so einer heißen Partyeinladung (in die Bronx!!!) kann wirklich keiner widerstehen. Noch dazu, wenn sich Markus für sie extra noch zum "Hans" macht - allerdings nur für "heut' Nacht". Am Morgen nach dem ONS bleibt wohl nur der Abdruck seines Körpers im Bettlaken neben ihr zurück und sie wird sich ihr Leben lang fragen, was wohl aus "Hans" geworden ist. Sollten die beiden nicht aufgepasst haben, ist es auch eine schöne Story für das bald darauf geborene Baby. Fast wie im schlechten Film.
Okay. Im letzten Refrainteil steige ich wirklich aus - "Das halt' ich im Kopf nicht aus", würde mir wohl Maggie Mae zurufen. "Voodoo bei McDonalds". Bei solchen Praktiken fehlen mir wirklich die Worte. Aber gut, nachdem eh die ganze Stadt durchdreht und unter den Schuhsohlen bereits der Asphalt kocht, klingt das für mich eindeutig nach Apokalypse und dem Ende der Welt. Dann macht alles Sinn. Allerdings würde ich persönlich es begrüßen, wenn irgendjemand rechtzeitig noch "Halt" sagen würde.
Bonuspunkte erwirkt sich Markus, der seinen Körper ordentlich gestählt hat. Möglicherweise um die Hupfdohlen, die ihm bei diesem Auftritt zur Seite gestellt wurden, zu becircen.
Bei seinem Auftritt (0:07) erweckt es fast den Eindruck, als wäre er noch gar nicht bereit für die Performance gewesen. Er sieht so aus, als wäre er gerade von der Couch aufgestanden, um den Chips- und Biervorrat für den bevorstehenden Fernsehabend aufzufüllen. Aber halt, die Rechnung nicht mit Markus gemacht! Denn in Sekundenschnelle holt er zu einem Rundumschlag aus und wechselt in den Party-Mode (0:10). Bei diesen Moves kann selbst Aerobic-Ikone Sydne Rome einpacken!
Viel Spaß beim Nachturnen!
P.s.: Die B-Seite "Knallhart im Schlaraffenland" ist - auch wenn es so vielversprechend klingt - leider nicht der Soundtrack zu einem heißen Pornostreifen Güteklasse A.
Ja, ich hab mich in den letzten Wochen wirklich sehr zurückgehalten und meinen Blog sträflichst vernachlässigt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich (erstmals) wieder so viel zu tun hatte, dass ich nicht dazugekommen bin. Und auch zwischenmenschliche Kontakte nahmen wieder zu. Ich hoffe, ihr seid mir nicht allzu gram und freut euch, dass ich doch noch ein paar schrecklich-schöne Songs für euch ausgegraben habe.
Ich starte jetzt ein kleines 80er-Jahre-Special!
MAGGIE MAE A: Und der Weihnachtsmann behauptet, er ist Elvis [There's a Guy works down the Chip Shop swears he's Elvis - Kirsty MacColl] (M: Kirsty MacColl / dt. T: Werner Schüler)
B: Das halt' ich im Kopf nicht aus [Jo, des hoitst im Kopf net aus - Lenz Hauser] (M & T: Lenz Hauser & Harry Stümpl)
1982, Jupiter Records, 6.13281
produziert von Werner Schüler
Maggie Mae hatte ich hier bereits einmal vorgestellt. Als Andrea Carle 1960 in Karlsruhe geboren, landete sie 1974 mit einer Neuaufnahme von "My Boy Lollipop" einen Hit. In den nächsten Jahren fiel sie vor allem durch schräge Stimme Outfits und spektakuläre Performances auf, die ihr den Beinamen "verrücktes Huhn" einbrachten. 1975 und 1976 versuchte sie Deutschland beim Eurovision Song Contest zu vertreten, scheiterte aber im Finale. Nach der Aufnahme der vorliegenden Single beendete sie 1982 ihre musikalische Karriere und wanderte nach Amerika aus, wo sie heute noch mit ihrem zweiten Ehemann in Florida lebt. Sie hat vier Kinder (Candita, Cassandra, Michael-Nicholas und Samantha) und mehrere Enkelkinder.
Zu ihren erfolgreicheren Titeln gehören: "I'm on Fire" (1975), "Die total verrückte Zeit" (1975), "Applaus für ein total verrücktes Haus" (1976), "Und dann noch eins: Ich liebe dich" (1977) sowie "Rock'n'Roll-Cowboy" (1981, den ich hier bereits vorgestellt hatte).
Lenz Hauser, eigentlich Lorenz Schadhauser, nahm selbst zwischen 1975 und 1981 drei Singles auf. Mit "Moment" versuchte er 1981 ebenfalls erfolglos Deutschland beim Eurovision Song Contest zu vertreten (an den Start ging damals Nicole und der Rest ist Geschichte!). Auf diesem Blog habe ich bereits (aus seiner Feder) "I steh' nur auf Italiener" veröffentlicht.
Nun aber zu du diesem "besonderen" Titel:
Das halt' ich im Kopf nicht aus Auf meinen Haaren sitzt 'ne weiße Maus Oh, welch ein fürchterlicher Graus Au, das halt' ich im Kopf nicht aus
Und die Maus in meinem Haar Und die Maus in meinem Haar Findet alles wirklich wunderbar
(Wiederholung)
Das halt' ich im Kopf nicht aus Ich schlage nach der kleinen weißen Maus Meine Hand trifft die Nase, nicht die Maus Oh, das halt' ich im Kopf nicht aus
Refrain
Das halt' ich im Kopf nicht aus Aus meiner Nase tropft das Blut heraus Und die kleine Maus lacht mich noch aus Hihi, das halt' ich im Kopf nicht aus
Refrain
Das halt' ich im Kopf nicht aus Der Wecker reißt mich aus dem Traum heraus Ich lauf' zum Spiegel, such' die weiße Maus Sie ist weg, der Traum ist aus
Und ich denk' was kann das sein
Und ich denk' was kann das sein Lag es gestern an dem süßen Wein?
Heute Abend trink' ich Saft
Heute Abend trink' ich Saft Damit die Ratte mich nicht nochmal schafft
Für alle Freunde bayerischer Musikkunst - das Original von Lenz Hauser mit leicht abgewandeltem Text findet sich auch auf YouTube (ich überlasse es euch, welche Version ihr "gelungener" findet):
Was soll ich sagen? Der Zustand, in dem man meint, überall weiße Mäuse zu sehen, wird vermutlich nicht nach einem einzigen Glas des süßen Weins erreicht sein. Oder war es nur ein packender Fiebertraum? Man weiß es nicht. Blöd, wenn man sich allerdings beim Versuch, sich dieser Maus zu entledigen, selbst eine verpasst und fast k.o. schlägt. In diesem Fall würde ich sagen, sollte man seine "Mäuse" lieber in Saft investieren, ehe man zu rattig den Kellner mit der Weinflasche verfolgt.
Schade, dass Maggie mit Titeln dieser Art nicht gelungen ist, ihr altes Image loszuwerden. Ende der 70er-Jahre hat sie, produziert von Joachim Heider, fast geschafft, einen Imagewechsel zu vollziehen und anspruchsvollere Titel zu singen. Optisch aufgepimpt, brillenlos konnte sie aber nicht an ihre früheren Erfolge anknüpfen, weshalb hier scheinbar der Retourgang eingelegt wurde. Maggie dachte sich bei diesem Titel aber vielleicht auch: "Das halt' ich im Kopf nicht aus" und kehrte dem Musikbusiness den Rücken zu.
Gibt es etwas Besseres als einen Kuchen? Okay ... zwei Kuchen! ;) Die Zutaten, aus denen der folgende Song "gebacken" wurde, haben leider nicht zu einem Hit gereicht ... aber immerhin zu Song #99!
ANDREA HORN A: Ring-e-Ding-e-Dong (M: Jürgen Schröder / T: Marcus Bach & Jean Lecru = Hans-Jürgen Spürkel)
1972, Decca, D 29 159 produziert von Wyn Hoop (= Winfried Lüssenhoop)
Textautor Hermann "Tobby" Lüth war ab Mitte der 50er-Jahre tätig. Titel aus seiner Feder sind beispielsweise "Hatschi-Boogie" (Friedel Hensch, 1956), "In Musik hab ich 'ne 1" (Rosemarie, 1959), "Alle Mädchen wollen küssen" (Peter Kraus, 1960), "Der Sheriff von Arkansas ist 'ne Lady" (Caterina Valente, 1961), "Twistin' mit Monika" (Roberto Blanco, 1963) und "Ich hab' ein Herz zu verschenken" (Peggy March, 1965).
Andrea Horn wurde 1933 in Wien als Hedi Prien geboren und erhielt während ihrer Schulzeit Klavierunterricht. Darüber hinaus wirkte sie im Schulfunk des Österreichischen Rundfunks mit. Nach der Matura arbeitete sie als Backgroundsängerin für die Plattenfirma Polydor und wurde Mitglied des Mädchentrios "Die Glorias". Mit Beatrix Kühn bildete sie das Duo "Honey Twins" und konnte sich zwischen 1959 und 1961 gleich dreimal in den Top50 der deutschen Single-Charts platzieren ("Charlie Brown" #17, "Nur ein Küsschen" #37 und "Banjo Boy" #32). Solistisch arbeitete sie - für diverse Plattenfirmen - zunächst unter ihrem bürgerlichen Namen und ab 1961 unter dem Pseudonym Andrea Horn.
1959 lernte sie bei Dreharbeiten den Sänger Wyn Hoop (alias Wilfried Lüssenhoop, * 1936) kennen und zog nach Hamburg. Die beiden heirateten im Juni 1961. Ab 1964 veröffentlichten die beiden gemeinsame Aufnahmen, wobei sie anfangs den Fokus auf internationale Folklore richteten. Es folgten zahlreiche Fernsehauftritte und Plattenaufnahmen, ehe sich die beiden 1978 aus dem Showgeschäft zurückzogen.
Fortan widmeten sie sich ihrer gemeinsamen Lieblingsbeschäftigung: dem Segeln. Gemeinsam veröffentlichten sie zahlreiche Reiseführer für den Maritim-Verlag, die inzwischen auch als eBooks verfügbar sind.
Hier ein Video der beiden aus dem Jahr 2017, das eine Anleitung liefert, wie man Zugang zu ihren eBooks erhält. Beide waren zu diesem Zeitpunkt bereits über 80 Jahre alt!!
Der Kuchen ist gar Der Kuchen ist gar
Für mein Leben back' ich gerne Kuchen Das weiß schon die ganze Stadt Und es müssen mich alle besuchen Denn bei mir gibt es stets Kuchen satt
Mein Herz kann sich daran erlaben Wenn sich jeder dran gütlich tut Und wenn alle zufrieden dann sagen: 'Mrs. Hooligans Kuchen schmeckt gut'
Wiederholung
Apfelsinen, Bananen, Rosinen Und Nüsse, ein Ei auch als Clou Ich habe sogar eig'ne Bienen Die liefern den Honig dazu
Meine Kuchen, sagt man, sind die Besten Mit Liebe sind sie angerührt Damit niemand von meinen Gästen Beim Probieren die Zähne verliert
Wiederholung
Dieser Song wäre um ein Haar auch ein würdiger Jubiläumsbeitrag geworden, aber dann ist mir noch etwas viel Besseres in die Hände gefallen.
Zu diesem Song lässt sich folgendes sagen: Kuchen ist super. Und noch besser, wenn es eine Person gibt, die gar nicht genug davon bekommen kann, tagtäglich Kuchen zu backen. Und noch besser, wenn sie in der Nachbarschaft wohnt und ihn großzügig verteilt. Doch wie heißt so eine Frau, die ganz lieb, mit ihrer Blümchenrüschenschürze, den frisch-gebackenen und herrlich-duftenden Kuchen aus dem Ofen holt? Fräulein Zuckerberg? Nein. Frau Mehlweiß? Nope. Das ist leider auch falsch ... sondern (ganz logisch) "Mrs. Hooligan" - EXAKT!!! Mrs. H O O L I G A N!
Schaut mich jetzt bitte nicht so entgeistert an. Ich habe sie nicht so getauft! Ich verstehe auch überhaupt nicht, was an dem Namen seltsam oder sonderbar sein sollte. Oder kennt ihr den Begriff "Hooligan" etwa in einem anderen, negativ verwendeten, Kontext? Ich nicht! #sarcasmoff
Aber gut. Wenn Mrs. Hooligan nicht gerade bei irgendwelchen Sportveranstaltungen andere mit einem Baseballschläger vermöbelt - wobei es könnte ja auch nur ihr Mann der Hooligan sein. Das "Mrs" impliziert ja, dass sie eine verheiratete Frau ist. Und in Österreich werden ja auch vielfach akademische Titel und Berufsbezeichnungen nach der Eheschließung übertragen (aka "Frau Hofratswitwe Dr. Schnaxlgruber") - dann backt sie halt einfach leidenschaftlich 24/7 Kuchen, Kuchen oder ... Kuchen! (Torte, petit fours, Macarons und Eclairs scheinen ihr nicht so zu liegen)
Allerdings scheint Mrs. Hooligans Terminkalender ziemlich prall gefüllt zu sein, denn wenn sie nicht gerade aktiv Kuchen backt, dann müssen sie alle (!) besuchen, um den schier grenzenlosen Kuchenmengen irgendwie wieder Herr zu werden. Ihr Häuschen scheint sich dann buchstäblich ins Schlaraffenland zu verwandeln. Der Verdacht, dass sie sich in eine heimtückisch-mordende Knusperhexe verwandelt, konnte sich bisher noch nicht erhärten. Dass sie aber die gesamte Nachbarschaft adipös und Diabetis-krank macht, scheint eher realistisch zu sein.
Ich bin mir aber nicht so sicher, ob sich ihr Herz einzig und allein an netten Komplimenten "erlabt", die mit vollem Mund und schmatzend vorgetragen werden. Wenn schon, dann muss es heißen: "Mrs. Hooligans Kuchen ist der Beste". Der Baseballschläger (oder ein unauffällig als Küchenutensil getarntes Nudelholz) liegt stets griffbereit.
Allen Imkern unter euch, wird sicher das Herz aufgehen, wenn sie hören, dass Mrs. Hooligan sogar eigene Bienen hat. Ja, auch mit "natürlichen" Waffen kann sie umgehen. Und sie droht sogar allen Veganern den Kuchen mit Eiern aufzurüsten.
"Meine Kuchen, sagt man, sind die Besten Mit Liebe sind sie angerührt Damit niemand von meinen Gästen Beim Probieren die Zähne verliert"
Diese zunächst harmlos klingende Strophe verrät, zu welchen üblen Tricks Mrs. Hooligan greifen kann, wenn sie nicht bekommt, was sie will. Man munkelt sogar, dass sie unter ihrer Schürze eine Kette, mit sämtlichen ausgefallenen Zähnen von undankbaren Gästen trägt. In diesem Zusammenhang bekommt der Begriff "Marmorkuchen" eine ganz andere, dramatische und für Zahnärzte äußerst lukrativ scheinende, Bedeutung. Mit dieser Frau sollte man sich definitiv NIEMALS anlegen!
Nachdem die letzten Tage mehr und mehr mit Arbeit gefüllt waren, komme ich erst in meinem Kurzzeit-Wochenend-Exil zum Nacharbeiten. NACHTRAG FÜR DONNERSTAG
REX CARTER A: Ich liebe die Sonne (M & T: Hans-Georg Moslener & Manfred Oberdörffer)
B: Melanie (M & T: Manfred Oberdörffer)
1971, Philips, 6003 211 produziert von Rainer Goltermann
Die meisten würden jetzt sagen: "Ach, dieser Rex Carter, der ist doch sicher auch nur eine musikalische Eintagsfliege gewesen." Ja und nein. Als Rex Carter veröffentlichte er tatsächlich nur zwei Singles (eine in deutsch und eine in englisch)
Rex Carter wurde 1946 als Stephan Remmler geboren. Hmm ... Stephan Remmler, da war doch was!? Ist das nicht ... von ... ähm ... genau: Trio. Nach ersten Auftritten mit einer Beatband im legendären Hamburger Star-Club wurde er zunächst Hauptschullehrer in Bremen und Musikdozent in an der Universität Oldenburg.
1979 formierte er mit Peter Behrens (1947-2016) und Kalle Krawinkel (1947-2014) die Gruppe "Trio", mit denen er 1982 den Welthit "Da Da Da" landete. Weitere Hits waren "Anna - Lassmichrein, Lassmichraus", "Bum Bum" und "Herz ist Trumpf". Nach der Auflösung von Trio 1986 hatte er noch solistische Erfolge mit "Keine Sterne in Athen" und "Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei". 2003 arbeitete er mit seinen drei Söhnen an einem musikalischen Projekt. Remmler ist bis heute künstlerisch aktiv.
Hans-Georg Moslener hat kurzzeitig auch als Sänger gearbeitet, war dann aber (ab 1966) als Songwriter deutlich erfolgreicher. Erfolgreichere Titel von ihm waren "Mädchen mit roten Haaren" (Tony, 1971), "Coconuts from Congoville" (Soulful Dynamics, 1972), "Hallo, wie geht es Robert?" (Gitte, 1973), "David und Goliath" (Wir, 1973), "Ich hab' die Liebe verspielt in Monte Carlo" (Gitte, 1974), "Der Weg zum Glück ist frei" (Olivia Molina, 1974), "So schön kann doch kein Mann sein" (Gitte, 1975), "Unter der Asche meiner Liebe ist noch Glut" (Helena, 1978) und "Ruf Teddybär Eins-Vier" (Jonny Hill, 1979).
Melanie Melanie
Ich hab' dich geseh'n Du warst wunderschön Und ich habe gewusst Mit dir würd' ich mich versteh'n
Du bist noch allein Das wird nicht lange sein Komm zu mir Lass uns glücklich sein
Melanie Glaube mir, als ich in deine Augen sah Melanie Da wusste ich, dass es die große Liebe war
Melanie Melanie
Als ich vor dir stand Und keine Worte fand War es mir als würdest du mich auch so versteh'n
Und ein Blick von dir Der sagte mir viel mehr Als tausend Worte es tun
Refrain
Melanie Melanie
Faszinierenderweise hat Remmler später eine Frau namens Hilana geheiratet. Besagte Melanie fühlte sich möglicherweise zwar geehrt, aber dieses Ständchen ist jetzt vielleicht auch nicht gerade die allererste Wahl gewesen ... Seine späteren Eigenkreationen bei Trio waren jetzt vielleicht auch nicht klassische literarischen Ergüsse, aber Bahnbrecher für die Neue Deutsche Welle und künstlerisch durchaus revolutionär. Den Schnurrbart hat er später übrigens leider abgelegt - auch im Movember ;)
Melanie ist dann doch eher schnulzig (zum Quadrat) geraten.
Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich in letzter Zeit ein bisschen unregelmäßiger Einträge produziere, aber ich merke tatsächlich Anlaufschwierigkeiten bei mir. Nach der großen Zwangspausen-Entschleunigung merke ich, dass ich nicht (mehr) so belastbar bin, wie zuvor. Kleine Alltagsgeschichten kosten mich deutlich mehr Energie und ich habe das Gefühl, dass ich mich sogar von einem Eisessen wieder erholen muss. Hoffe, dass sich das bald wieder legt. Möglicherweise sind aber auch einfach nur die Impfbefürworter oder Chemtrails schuld. Was haltet ihr von Verschwörungstheorien? Angeblich gibt es ja die Stadt Bielefeld nicht! Ich war noch nie dort - kann es also leider auch nicht bestätigen. Die Existenz der vorliegenden Single lässt sich allerdings nicht leugnen.
HEIDI THUNS A: Ich stehe nur auf Bielefeld (M & T: Peter Lach)
B: Wer will noch mal? [Carneval Mars] (M: Jan Mol / dt. T: Peter Lach)
1973, Philips, 6003 336
Heidi Thuns wurde 1942 in Hamburg geboren. Zwischen 1965 und 1974 veröffentlichte sie neun Singles bei sechs Plattenfirmen (u. a. "Männertreu", "La, La, La, Luna", "Nur bei dir scheint die Sonne" oder "Hände weg von meinem Peter"). Darüber hinaus sang sie auf zahlreichen Compilations-LPs mit dem Orchester Frank Valdor bekannte Hits ein.
Peter Lach war ab Mitte der 50er-Jahre als Songwriter im Einsatz. So schrieb er unter anderem einen deutschen Text zum ABBA-Hit "Ring Ring" und Lenny Kuhr's Songcontest-Sieg "Der Troubadour".
Der vorliegende Song eignet sich auch wunderbar zum Mitschunkeln und kann auch noch mit einem Alkoholgehalt von drei Promille lautstark fröhlich mitgegrölt werden!
Mein erster Freund, der stand im Tor, auf unserm Fußballplatz Und weil sein Club niemals verlor, stand hoch im Kurs mein Schatz Er wurde bald verkauft als Star und schrieb mir aus Turin Komm her, hier ist es wunderbar, doch ich schrieb stolz an ihn
Ich stehe nur auf Bielefeld Und auf den Teutoburger Wald Ich pfeif' auf deine große Welt Die lässt mich völlig kalt
Mein Zweiter stand im Atelier oft vor der Kamera Und bald auch sein Zahnpasta-Portrait ganz groß im Fernsehen, ja Man holte ihn sich nach Paris, als Dressman Nummer 1
Er wollt' nicht, dass ich ihn verließ, doch ich schrieb: "Lieber Heinz"
Refrain
Mein Dritter stand mir nur im Weg um sechs nach Ladenschluss Und ständig in der Discothek beim Tanz auf meinem Fuß
"Geh bloß zum Mond, zum Mond mit dir", so schrie ich immerzu Doch er schrie: "Nein, ich bleibe hier, ich bin genau wie du"
Refrain
Uff ... das ist ja mal eine Ansage! Für all jene, die Freunde von Verschwörungstheorien sind: Hierbei handelt es sich um keine Single von Fran "Die Nanny" Drescher, auch wenn eine gewisse Ähnlichkeit (auf diesem Foto) durchaus vorhanden ist.
Auch nach diesem Song können wir immer noch über die tatsächliche Existenz von Bielefeld spekulieren. Viele Hinweise gibt uns die gute Heidi nicht - nur, dass sie immerhin ein verhältnismäßig ausführliches Liebesleben Revue passieren lassen kann ... das ist schon beeindruckend, wenn auch verständlich, warum sie die drei Vögel abgeschossen hat.
Solltet ihr einmal die Chance haben, Bielefeld einen Besuch abzustatten, nutzt es doch! Ich kenne tatsächlich zwei Frauen, die dort angeblich arbeiten. Und die Frauen existieren wirklich. Das ist schon einmal mehr, als mir Verschwörungstheoretiker bieten können ... Ob Heidi zugunsten auch ein "Ehren-Baum" im Teutoburger Wald gepflanzt wurde? Naja, der kann sich gegen diese unfreiwillige Werbung leider auch nicht wehren. Oder findet gerade deshalb der Klimawandel immer mehr Einzug in unser Bewusstsein?
Auf den ersten Blick wirkt meine heutige Ausgrabung wie eine handelsübliche, traditions-bewusste, musikalische Familie a la Trapp oder Kelly - aber diese hat es (politisch) in sich. Aber sicher nicht so, wie ihr jetzt glaubt ...
DIE ALBRECHT FAMILIE A: Wohlauf in Gottes Welt (Volksweise) B: Alle Birken grünen in Moor und Heid (M: Ernst Licht / T: Hermann Lörres)
1978, Ariola, 15 588 AT
Ernst Albrecht (1930-2014) war von 1976 bis 1990 Ministerpräsident von Niedersachsen. Gemeinsam mit Frau und Kindern nahm er zugunsten der Aktion "Familien in Not" diese Schallplatte auf.
Gemeinsam mit seiner Frau Heidi-Adele (1927-2002) hatte er sieben Kinder: Barthold (~ 1967), Benita-Eva (1960-1971), Donatus, Hans-Holger (* 1963), Harald, Lorenz (1956-2005) und Ursula (* 1958).
Letztere, die liebevoll "Röschen" genannt wurde, sorgte später für Furore. Nicht vordergründig, weil sie zunächst Archäologie und Volkswirtschaft und ab 1980 Medizin studierte und später sieben Kinder bekam, sondern durch ihre Hochzeit mit Heiko 1986. Seither heißt sie nämlich Ursula von der Leyen und ist die aktuelle Präsidentin der Europäischen Kommission. Davor war sie - für alle, denen es jetzt nicht mehr so geläufig ist - Bundesministerin für Familie (2005-2009), Bundesministerin für Arbeit und Soziales (2013-2019) und Bundesministerin für Verteidigung (2013-2019).
Ursula ist übrigens von Minute 1:50-2:01 solistisch zu hören.
Zur gemeinsamen Frohlockung der örtlichen Flora und Fauna bzw. der homo-sapienshaften Existenz auf dem Erdenrund gibt es zur Krönung auch die A-Seite!
Und ein nettes Video aus dem Jahr 1976 mit einem Live-Auftritt (leider ist der Ton stellenweise asynchron).
Wie ihr seht kann man auch trotz "schwieriger" Kindheit und Jugend doch noch einiges im Leben erreichen ;)
So ... jetzt habe ich ENDLICH wieder aufgeholt und bin wieder "in time". Da heute Sonntag ist, muss das mit einem ganz besonderen "Machwerk" zelebriert werden, aber steht oder besser gesagt hört selbst:
SU KRAMER & SASCHA A: Wir zwei sind frei (M: Su Kramer & Herbert Rehbein / T: Ernst Bader) B: Mama, ich muss Pipi ([Mi scappa la Pipi - Pippo Franco ] (M: Pippo Franco / dt. T: Frank Dostal)
1979, Telefunken, 6.12503
Su Kramer wurde 1946 als Gudrun Kramer in Oldenburg geboren. Als Sängerin in Amateurbands sammelte die ausgebildete Erzieherin erste Erfahrungen.
Aus 3.000 Bewerberinnen wurde sie für die Hauptrolle der Sheila in der deutschen Uraufführung des Musicals "Hair" gecasted. Innerhalb von 18 Monaten spielte sie diese Partie mehr als 500-mal.
Eine Auskoppelung des Titels "Hare Krishna" - noch unter ihrem bürgerlichen Namen Gudrun Kramer - war ihre erste Single. 1970 veröffentlicht sie als Su Kramer "Eine Welt für uns beide". Ihr Debütalbum "Frei sein" 1971 wurde von 50 Musikjournalisten als "beste Produktion des Jahres" ausgezeichnet.
1971 wird sie mit dem Titel "Meine kleine Welt" beim Internationalen Songfestival im polnischen ZoppotZweite. Im Jahr darauf bewarb sie sich mit "Glaub' an dich selbst" um eine Teilnahme am Grand Prix Eurovision, landete im Vorentscheid aber ebenfalls auf Platz zwei (Mary Roos vertrat schlussendlich Deutschland).
Ihren größten Charterfolg (#27) konnte sie 1974 mit dem Titel "Kinder der Liebe" verbuchen. "Hier ist das Leben" (sowie die englische Version "You've got the Power") wurde in 17 Ländern veröffentlicht und schaffte sogar #38 der Billboard-Disco-Charts. "Sie ist die unkonventionellste der detuschen Schlagersängerinnen. Sie hat sich nicht imer nach dem gerichtet, was sie tun sollte, was man für sie vorgesehen hat. Das hat sie selbst entschieden. Und sie singt so ausdrucksvoll wie sonst selten eine deutsche Sängerin." (Ilja Richter) Bis 1985 veröffentlichte sie noch regelmäßig Songs. Kramer hatte aber bereits in den 70er-Jahren begonnen, sich andere künstlerische Standbeine aufzubauen, so arbeitete sie als Verlegerin (1978 gründete sie den art-music Musikverlag) und Schauspielerin.
1979 stand sie beispielsweise als Spelunkenjenny in der "Dreigroschenoper" am Staatstheater Oldenburg auf der Bühne.
Sie ist nach wie vor musikalisch aktiv und veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Songs (zuletzt 2018). Sie ist Mutter eines Sohnes (Alexander, * 1973) und lebt in Hamburg.
Su Kramer ist wirklich eine fantastische Sängerin, aber dieses Lied ist wirklich ... naja ... also selbst als Mutter ... schwierig. Der Text stammt übrigens wiedermal - wie so viele sonderbare skurrile Titel - von Frank Dostal.
Ja wir geh'n so gern ins Kino Nur mein kleiner Sohn und ich Cowboys kämpfen mit Indianern Um Gold in der heißen Prärie
Doch wenn's grade richtig los geht Kneift mich jemand in mein Knie
Mama, ich muss Pipi
Mama, ich muss Pipi
Mama, ich muss Pipi, Mama
Mama, ich muss Pipi
Mama, ich muss Pipi
Mama, ich muss Pipi, Mama
Mama, ich muss Pipi
Mama, ich muss Pipi
Mama, ich muss Pipi, Mama
Böse Geister raus aus mir Oh es ist schon da
Manchmal geh'n wir auch zum Fußball
Jubeln laut bei jedem Schuss
Uns're Mannschaft muss gewinnen
Eine Minute vor Schluss
Beim entscheidenden Elfmeter
Sagt er mir, dass er mal muss
Refrain
Endlich ist mal wieder Jahrmarkt
Riesenradfahr'n, das ist schön
Langsam schweben wir nach oben
Uns're Gondel, die bleibt steh'n
Wunderschönes Panorama
Doch was muss ich da seh'n?
Refrain
Refrain
Nein, nicht schon wieder!
Mama, ich muss Pipi
Mama
So ... und jetzt einmal tiefdurchatmen. Su, Ex-Hippie und starke seriöse Sängerin, die zuvor so gut wie keine banalen Schlager im Repertoire hatte, liefert hier Trash erster Güte. Ich frage mich wirklich, wie das passieren konnte ...
Nun ja, jeder hat so seine Jugendsünden, aber dieser Song ist schon wirklich schwer zu verdauen (im wahrsten Sinn des Wortes). Armer Sascha, der war ja gerade erst sechs Jahre alt und konnte sich wohl am wenigsten dagegen wehren. Glücklicherweise haben sich Interkontinenz-Song bis heute nicht wirklich durchgesetzt. Es hätte aber auch schlimmer kommen können ... soweit ich weiß, haben Su und ihr Sohn diesen Song zumindest nicht im Fernsehen gesungen. Da sieht es mit dem Originalsänger Pippo Franco schon anders aus ... der schleppte mehr als ein Dutzend unschuldiger Kinder mit ins Fernsehen und ließ sie begeistert verkünden, dass sie gern pinkeln möchten! ;)
Vielleicht hilft es euch dabei, dass manche der eigenen Jugendsünden in der Retrospektive doch nicht so schlimm ist (verglichen zu dieser!) und das auch die eigenen Eltern manchmal doch nicht so peinlich waren ... Habt einen schönen Sonntag! :)