Posts mit dem Label Ralph Siegel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ralph Siegel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 16. Juli 2020

# 113 - "Che la ke day" - Jasmin (1973)

Nach der zuvor geposteten Tristesse brauchen wir nun ein wenig Ablenkung der positiven Art. Mit ein bisschen Südsee-anmutender Leichtigkeit stellt sich die Schweizerin Jasmin mit ihrer zweiten Single dem deutschen Publikum vor.



JASMIN
A: Che la ke day [Shay-Laka-Day - Rising Sons] (M: Harold Robertson & Paul Sugarman / dt. T: Walter Zylka = Ralph Siegel)
B: Requieum für eine Liebe (M: Ralph Siegel / T: Kurt Hertha)

1973, Bellaphon, BL 11 239
produziert von Jane Peterer & Ralph Siegel



Jasmin wurde 1950 in Zürich als Gabi Gyr geboren, wo sie vor dem Start ihrer Gesangskarriere auch als Schauspielerin arbeitete. Sie sang in verschiedenen Bands "The Fools" 1968-69, "The new Earls" 1969-70 und "Jazz Rock Experience" 1970), bevor sie einen Solistenplattenvertrag erhielt. Zwischen 1972 und 1973 veröffentlichte sie bei Bellaphon drei Singles in deutscher Sprache, von der ihre Debütsingle "Der Puppenspieler von Mexico" (im Original von Tom Jones, wurde auf deutsch auch von Roberto Blanco gecovert) ihr größter Erfolg war. Nach ihrer letzten Single ("So allein wie der Wind") war sie bei vielen Projekten als Gastsängerin tätig, so z. B. bei Che & Ray, John Brack, der Steve Ray Band oder Phil Carmen. In den 80er-Jahren hatte sie zahlreiche Auftritte mit Jo Geilo & The Heartbreakers. In den 90er-Jahren konzentrierte sie sich auf R&B und bildete ab 1999 mit Beni Müller ein Duo. Leider gibt es kaum aktuelle Informationen über sie.



Che la ke day
O la la
Lo la le la
Che la ke day
O la la

Lo la ley

Che la ke day
O la la
Lo la le la
Ch la ke day
O la la

Lo la ley

Ein alter Mann, der mein Freund ist seit vielen Jahren
Hat mir erzählt, dass er auf einer Insel war
Die Menschen lebten dort zufrieden und immer glücklich
Und dieses Lied sang ein jeder das ganze Jahr

Refrain

Jeden Abend, da trafen sich alle Leute
Und dann wurde ein Feuer der Freude gemacht
Alle tanzten und sangen bis früh in den Morgen
Und das Lied, das ich singe, klang durch die Nacht

Refrain



Das Original dieses Titels stammt übrigens von der, in Europa relativ unbekannten, 1966 gegründeten südafrikanischen Gruppe "Rising Sons".



Was genau "Shay-Laka-Day" bzw. "Che la ke day" bedeuten, bleiben uns sowohl die südafrikanische Gruppe als auch Ralph Siegel schuldig. Vermutlich ist es aber nicht so bahnbrechend, dass man auch ohne diese Information ganz gut weiterleben kann.



Das Jasmin aka Gaby Gyr aber eine äußerst talentierte Blues- und Soulsängerin ist, beweist uns definitiv ihre Mitwirkung bei Jo Geilo. Hier empfehle ich vor allem den Song "Rainbow" von 1986.



Was immer Gaby Gyr heute macht, ich hoffe, sie hat immer noch so viel Power und Soul in ihrer Stimme! Wünsche euch einen schönen Nachmittag! :)

Dienstag, 23. Juni 2020

# 97 - "Hey Hey Marlene" - High Life (1984)

Kaum zu glauben, aber es sieht tatsächlich so aus, als würde jetzt doch noch so etwas wie SOMMER geben! Um nicht der spontanen Gefahr eines Sonnenbrands zu erliegen, habe ich heute einen produktiven Tipp für euch parat!



HIGH LIFE
A: Hey Hey Marlene (M & T: Winnie Martin)
B: Kerniger Typ (M & T: Bernd Boy & Winnie Martin)

1984, Jupiter, 6.14 134
produziert von Ralph Siegel

Die Gruppe wurde Mitte der 70er-Jahre als "High Life Skiffle Group" in Hannover gegründet. 1982 wurde die Hannover Gruppe von Ralph Siegel unter Vertrag genommen und hatten Erfolg mit Titeln wie "Ich fahr' mit der Lambretta", "Jetzt bügeln wir das Meer", "Ding Dong" oder "Sarah in der Sahara" oder "Ab ab ab in den Sonnenschein".
Sie hatten mehr als 50 TV-Auftritte und belegten mit "Hey Hey Marlene" im September 1984 Platz 3 der ZDF-Hitparade.
Bis 1990 hatte die Gruppe um Leadsänger Winnie Martin (* 1953) rund 100 Live-Auftritte pro Jahr in Deutschland. Es folgten weitere CD-Veröffentlichungen. Die Gruppe startete ab 2006 ein Comeback und brachte seither einige CDs auf den Markt.

Die Band bestand aus Bernd Boy, Torsten Lüderwaldt, Winnie Martin, Mike O'Neill und Andreas Oyen. Bei "Hey Hey Marlene" war auch Sandra Dieckmann, Miss Germany 1984, mit von der Partie.

Hier nun der heutige Song des Tages:

Ich lieg' am Strand, die Sonne über mir
Neben mir liegst du und ich schwitze wie ein Tier
Playboys laufen rum, es ist so schrecklich heiß
Mein Deo hat versagt, bei mir läuft nur der Schweiß

Oh, ich will hier weg
Nur weg von diesem Fleck

Hey Hey Marlene
Reich' mir mal die Creme
Ich bin schon ganz rot
Und in zwei Stunden bin ich gar

Hey Hey Marlene
Reich' mir mal die Creme
Ich bin schon ganz rot
Und in zwei Stunden bin ich ganz und gar

Verbrannt
Im Sand
Am Strand

Ich träum' vom Nordpol, ich wünschte es wär' kalt
Doch ich muss hier braten wie'n Hahn vom Wienerwald
Ich gäb' sogar mein Auto für 'nen riesen Sonnenschirm
Die Sonne knallt erbarmungslos runter auf mein Hirn

Refrain


Und hier nun dieses großartige Machwerk inklusive Video, das in jeglicher Hinsicht ABER SOWAS VON die 80er widerspiegelt! Frisuren und Outfits - ein Traum!



Gut, dass der Winnie für sein Strandhappening (schade, dass uns die Schilderung der - sicher - farbenprächtigen Bademode verwehrt bleibt!) nicht nur entsprechendes Sammelsurium in Form von Strandequipment eingepackt hat, sondern auch an das "passende Beiwerk" gedacht hat. Marlene, die ganz sicher auch großartige innere Werte hat, wird allerdings lediglich diestbotenhaft als Sonnencremespenderin "benutzt". Marlene wär wohl zu raten, sich nach den herumlaufenden Playboys umzusehen, anstatt ihren verschwitzten Begleiter das Deodorant ... äh ... die Treue zu halten. Sonst ist nämlich ihre Beziehung bald nicht mehr "im Sand", sondern "am Sond" - wie der Österreicher so schön sagt ;)

Der Reim "Marlene - Creme" tut schon ziemlich weh (nicht nur Germanisten),  da müsste es schon eher "Liebe Okka, gib mal den Sunblocker" oder "Jan, wo ist denn unser After Sun?". "Das Deospray braucht aber vorher noch René". Man muss sich nur ausreden können ;)

Genießt die Sonne und bis morgen!

Donnerstag, 9. April 2020

# 22 - "Hey, Banana Man" - Bettina (1971)

... und die Kulinarik-Woche geht weiter! Ich war schon fast so weit, sie für einen Mega-Hit zu unterbrechen, aber aufgehoben ist ja bekanntlich nicht aufgeschoben ;)

Heute widmen wir uns einem Song, der vermutlich in puncto political correctness heute nicht mehr gespielt werden würde ...



BETTINA
A: Soldat, Soldat, wie seh'n deine Träume aus? [Preghiera - Tony Cucchiara] (M: Tony Cucchiara / dt. T: Werner Zylka = Ralph Siegel)
B: Hey, Banana Man (M: Peter Elversen = Ralph Siegel / T: Kurt Hertha)

1971, United Artists, UA 35 341


Die 1951 in Hamburg geborene Bettina Simon stammt aus einer durch und durch musikalischen Familie. Vater Hans-Arno Simon (1920-1989) galt als erster deutscher Schlagersänger, dem eine goldene Schallplatte verliehen wurde. Von ihm gesungene Hits waren "Anneliese" und "Ach, sag doch nicht immer wieder Dicker zu mir" - beide 1954. Ab Mitte der 50er-Jahre verstärkte er seine Tätigkeit auf das Komponieren von Filmmusik und Titeln für andere SängerInnen.
Bettina hat drei Geschwister, die alle ebenfalls im Showgeschäft tätig waren: Andreas (* 1945), Bernd (1946-2017; Sänger unter dem Pseudonym Simon Butterfly - großer Hit "Rain, Rain, Rain" 1973 - den meisten aber als deutsche Synchronstimme von Moe Szyslak bei den Simpsons bekannt) und Angelika (* 1949, der als Pat Simon unter anderem 1969 mit "Ein Glück, dass man das Glück nicht kaufen kann" ein kleiner Hit gelang).


Ihre letzte Single (ein Duett mit Bruder Bernd), das in Japan (!) auf den Markt kam, erschien 1974. Was aus ihr wurde, ist nicht bekannt.



Das "Problem" liegt gleich in der ersten Zeile in der Formulierung "der braune Mann" - was Anfang der 70er-Jahre vermutlich noch unbedacht und lieb gemeint war, ist heute ein politisches No-Go. Und ja: Ist die Hautfarbe des Obsthändlers das wichtigste Kriterium seines Schaffens? Wohl kaum. Es hätte ja auch "
Immer am Sonntag kommt der liebe Dan" (das hätte sich ähnlich gereimt).


Immer am Sonntag kommt der braune Mann
Mit seinem Wagen voll Bananen an
Und alles freut sich, weil man ihn schon kennt
Eine Banane kostet einen Cent

Hey, Banana Man - Hey, Banana Man
Hey, Banana Man - Hey, Banana Man
Komm immer wieder
Und sing' uns die Lieder
Die man tief im Süden singt

Komm und sing' uns
Hey, Banana Man - Hey, Banana Man
Hey, Banana Man - Hey, Banana Man

Sing' die Geschichte
Der goldenen Früchte
Die der Sonnenschein uns bringt

Vor vielen Jahren kam ein Schiff daher
Brachte Bananen übers weite Meer
In den Plantagen, wo die Sonne glüht
Klingt alle Tage noch das alte Lied

Refrain


Nicht jeder Mensch hat für Bananen Geld
Nur einen Cent, das ist doch nicht die Welt
Doch wenn ein armes Kind Bananen liebt
Ist er der letzte, der sie ihm nicht gibt


--> Das ist doch eine nette Stelle! Da weiß man, dass der "große böse schwarze Mann", der anderweitig ankündigt wird, auch nichts mehr als ein Einzeltäter ist. Und unser Freund hier hat echt ein großes Herz (auch wenn er selbst - außer Bananen - wohl nicht viel zum Überleben besitzt)

Hey, Banana Man - Hey, Banana Man

Hey, Banana Man - Hey, Banana Man
Schenk' uns Bananen
Denn deine Bananen
Schmecken zucker-zucker-süß


Und darum singen wir
Hey, Banana Man - Hey, Banana Man
Hey, Banana Man - Hey, Banana Man
Komm immer wieder
Und sing' uns die Lieder
Und wir alle stimmen ein




Ja, das war das heutige Posting - ein Loblied auf den Bananenanbau. Kann sich heute wohl auch keiner mehr vorstellen. Und diese romantisch-idealisierte Vorstellung hat vermutlich auch wenig mit der Realität der armen Bananenernter zu tun. Tagesaktuell wäre ja ein musikalischer Aufruf für Erntehelfer gefragt. Man kann ja Ralph Siegel fragen (ob dieser Song auch für den ESC geplant war?), ob er Lust hätte daraus "Hey Spargel-Man" draus zu machen ;)
Habt einen schönen Tag und denkt, wenn ihr das nächste Mal genüsslich in eine Banane beißt, irgendwo auf der Welt, singt vermutlich gerade jemand ein Lied genau darüber!

Samstag, 28. März 2020

# 10 - "Eins, zwei, drei" - Nina Lizell (1976)

Okay, jetzt ist es offensichtlich. Ja, mir macht das Entdecken deutscher Coverversionen einfach viel zu großen Spaß. Dadurch lege ich jetzt offiziell (damit mein schlechtes Gewissen sich wieder schlafen legen kann) den Schwerpunkt für die nächste Zeit auf deutsche Coverversionen.
Ob ich damit dem deutschen Schlager einen guten Dienst erweise? Tja ... ;) Ich frag mal Herrn Kliebenstein, der weiß das sicher. Siehe dazu den gestrigen Post



NINA LIZELL
A: Eins, zwei, drei [Un, deux, trois - Catherine Ferry] (M: Jean-Paul Cara & Antoine Rallo / dt. T: Jörg von Schenckendorff)
B: Ich kann dir nur Liebe geben (M: Ralph Siegel / T: Kurt Hertha)

1976, Jupiter Records 16 762 AT
produziert von Ralph Siegel


Es war 1976 als sich das Leben der 23jährigen Catherine Ferry aus Frankreich von einem Tag auf den anderen schlagartig änderte: Zweiter Platz beim Grand Prix d'Eurovision (die damalige Bezeichnung des Eurovision Song Contests) in Den Haag. Das beste Ergebnis Frankreichs seit dem Sieg von 1969 - ehe sie ein Jahr später mit Marie Myriam wieder am Siegertreppchen stehen.

Doch hat ein Lied, das die romantische Adaption eines Kinder-Abzählreims Berechtigung an so einer Veranstaltung teilzunehmen? Nun ja, warum nicht. Der Grand Prix war damals kein Sängerwettbewerb, sondern eigentlich ein Wettbewerb für Komponisten und Texter. In diesem Sinne haben sie ihre Aufgabe zufriedenstellend erledigt, einen Song zu schreiben, der eingängig und unterhaltsam ist.
Und bei allem Respekt: Selbst ein eher einfaches Schlagerchen (der Vorteil an der französischen Sprache ist, dass viele diese nicht beherrschen und dadurch den eher nichts-sagenden Text in Originalsprache nicht verstehen - und auf französisch klingt - merdé - doch fast alles besser ;)) wirkt ganz anders, wenn es live mit einem großen Orchester - unter der Stabführung des Komponisten (!!), welcher ESC-Komponist wäre heute dazu noch in der Lage? - vorgetragen wird (einen Extrabonus an die vier Backgroundboys für die perfekten clapping hands).




Und so dachte sich wohl auch Ralph Siegel, dessen eigener Song-Contest-Beitrag "Sing sang Song" (im Vorjahr hatte übrigens die niederländische Band Teach-in mit dem literarisch anspruchsvollen #sarcasmoff "Ding-a-Dong" gewonnen) nur auf Platz 15 (von 18!) landete, davon müssen wir eine deutsche Coverversion machen!

Ob dann allerdings die von Nina Lizell oder jene von Catherine Ferry selbst schneller am Markt war, konnte ich auf die Schnelle nicht eruieren.

Nina Lizell (* 1944) ist etwas einzigartiges in ihrer Karriere gelungen: sie war in den 60er- und 70er-Jahren sowohl in Westdeutschland als auch der DDR eine höchsterfolgreiche Sängerin mit zahlreichen Plattenaufnahmen und Fernsehsendungen.
Hits waren beispielsweise "Ein kleiner Teufel steckt in dir" (BRD, 1970), "Rauchen im Wald ist verboten" (DDR, 1969) oder "Der Mann mit dem Panamahut" (DDR, 1973). Es gibt auch ein recht bekanntes Duett mit ihr und Lee "Summer Wine" Hazlewood.

Nina Lizell startete mit dieser Coverversion ein kleines Comeback, sie war zwar nie ganz weg, aber trotzdem war es für die Sängerin, die kurz zuvor ein Kind bekommen hat, eine gute Möglichkeit - idealerweise - wieder einen Hit zu landen.

Es brachte ihr zumindest einen Auftritt in der legendären Samstagabendmusiksendung, der ZDF-Hitparade, ein. Doch sie konnte sich damit leider nicht unter den besten vier platzieren. 

Eins, zwei, drei
Woran denkst du dabei?
Fällt es dir wieder ein
Unser Spiel, das wir als Kinder spielten

Eins, zwei, drei
Wie ein Vogel so frei
Will ich leben mit dir
Wir spielen

Eene, Eene, Meene, Muh
Eene, Meene, raus bist du
Damals dachten wir noch nicht daran
Das mit diesem Spiel das Glück begann

Eene, Eene, Meene, Muh
Heute sag ich "I love you"
Dieses Spiel soll nie zu Ende geh'n
Denn mit dir ist Liebe erst schön

Eins, zwei, drei
Jeder Tag geht vorbei
Doch die Stunden mit dir
Sind für mich mehr als nur Erinnerungen

Eins, zwei, drei
Wie ein Vogel so frei
Will ich leben mit dir
Wir spielen


Refrain ...


Auch heute spare ich es mir näher auf den wirklich sehr beliebigen Text einzugehen. Man muss wirklich eine gute und professionelle Sängerin sein, um auch so ein seichtes Schlagerchen adäquat zu präsentieren. Im Fernsehen legt sich Nina, inzwischen 32 Jahre alt, in dem pinken Fransenkleid immerhin voll ins Zeug und mit dem schwedischen Akzent klingt es gleich noch süßer - dachten sich damals sicher auch so manche Zuseher (vor allem der bei Minute 1:35 ist von Nina mehr als nur entzückt!). 




Eene-Eene-Meene-Muh eignet sich übrigens auch großartig als Abzählreim für unliebsame Hausarbeiten (z. B. muss die auserwählte Person den Müll runter bringen oder den Geschirrspüler ausräumen). Lebt man allein, ... tja ... dann ist man in dieser Hinsicht eigentlich immer der Verlierer ;) muss aber zumindest keinen fremden Dreck wegräumen!

Ich gebe fünf von fünf Zahlen, damit Nina beweisen kann, dass sie deutlich weiter als nur bis drei zählen kann!

Schönes Wochenende ... eene ... eene ... meene ... super, jetzt hab ich einen Ohrwurm :/