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Donnerstag, 3. Dezember 2020

# 135 - "Die Weckuhr" - Stefanie (1982)

Was gibt es Schöneres, als sanft und zärtlich aus dem Schlaf gerissen zu werden. Wenn einem noch ganz verträumt die letzten kleinen Sandkörnchen aus den lahmen Augen auf den heißen Toast kullern, den der oder die Liebste, bereits ans Bett serviert hat. Tja. Schöne Traumvorstellung! Die Realität sieht da ganz anders aus - ich erinnere nur an die sadistischen Aufweckmethoden von "Radio Luxemburg" oder Tana Schanzara.
Das auch wir in Österreich da die eine oder andere Lösung gefunden haben, den Langschläfern den Garaus zu machen, beweist der heutige "Start in den Tag".



STEFANIE 

A: Die Weckuhr (M: Stefanie Vyhnak / T: Richard Leonhard)
B: Es is a Wahnsinn (M: Stefanie Vyhnak / T: Richard Leonhard)

1982, Lion Baby, LB 3537
produziert von Peter Lossack


Stefanie wurde 1949 als Stefanie Vyhnak in Niederösterreich geboren. Solange sie sich erinnern kann, hat sie gesungen. Das äußerst musikalische Kind, das mit einer Naturstimme gesegnet war, die sie selbst als Geschenk bzw. eine Art inneren Ruf ansah, lernte Gitarre und Barockflöte, sang im Kirchenchor und tingelte bereits als 15-Jährige allabendlich mit verschiedenen Bands durch die Gegend. Im Anschluss daran wechselte sie allerdings ins Klassikfach und übte sich als Koloratursopran, ehe sie aber wieder der Popmusik zuwandte. Knapp anderthalb Jahre war sie Mitglied der vierköpfigen Damengruppe "Soul Magics", mit denen sie zahlreiche Auftritte in Deutschland, Österreich und der Schweiz absolvierten. 1969 übersiedelt sie schließlich für zwei Jahre nach Amerika, wo sie als "Claudia" vor allem Soul und Jazz sang. Um sich über Wasser zu halten, arbeitete sie nebenbei als Serviererin.
1971 frisch aus Amerika zurückgekehrt, wurde Erich Kleinschuster auf sie aufmerksam. Erste Studioaufnahmen mit der ORF-BigBand, den Madcaps, Art Farmer, André Heller und Gipsy Love folgten. 1972 beteiligt sie sich an der "Show-Chance", dem legendären Talentwettbewerb von ORF und Ö3. Leider wurde in diesem Jahr das Reglement geändert und alle Solisten mussten deutsch singen, weshalb ihre wahnsinnig starke Eigenkomposition "Truth" in eine kryptische deutsche Fassung ("Ich such' die Wahrheit") gebracht wird. Trotz allem kann sie diesen Wettbewerb für sich entscheiden und gewinnt. Zwischen 1972 und 1983 erscheinen zahlreiche Single in insgesamt vier Sprachen - Balladen, Pop, Disco, Schlager und Dialekt. Stefanie ist nur schwer in eine Schublade zu stecken - doch das, was ihr am meisten liegen würde, Blues, Soul und Jazz, wird leider nicht mit ihr für die Schallplatte produziert. Veröffentlichte Titel waren beispielsweise "Lies for Sale" (1972), "Der Toni von St. Anton" (1975), "Kleine Plauderei" (1975), "I'm falling in Love again" (1975), "Mister Disco" (1977), "Meine Herr'n gestatten" (1982) und "I möcht' nur an Kuss" (1983).

Darüber hinaus ist sie auch öfters auf der Bühne zu sehen, beispielsweise in der Ballett-Komödie "Der Bauer als Edelmann" (1973, Wiener Burgtheater), "Candide" (1976, Wiener Burgtheater), "Cyrano de Bergerac" (1976, Volkstheater Wien), "Mayflower" (1977, Theater an der Wien) und "Valerie" (1985, Wiener Festwochen).
Stefanie sagte stets, wenn ihr etwas nicht passte. Das waren viele "mächtige Herren" in dieser Zeit nicht gewohnt. Irgendwann hatte Stefanie genug von leeren Versprechen und den ewigen Machtspielchen und kehrte dem Musikbusiness den Rücken zu und suchte sich einen "ordentlichen" Brotberuf. Rund 20 Jahre lang war sie Straßenbahnfahrerin in Wien, bis sie aufgrund einer schweren Krebserkrankung aufhören musste. Ihre Lebensfreude hatte sie bis zuletzt. Ich denke noch immer mit großer Freude an das bewegende Treffen mit ihr im Sommer 2012, ein halbes Jahr vor ihrem Tod. Sie starb im Januar 2013 im Alter von nur 63 Jahren.


Jetzt ist Sense mit'n Schnorchn
Olle miasst's jetzt auf mi horch'n
Auf mi horch'n, olle miasst's jetzt auf mi horch'n
Bei dem Ton von meina Glock'n
Haut's an jed'n aus de Sock'n
Aus de Sock'n, haut's an jed'n aus de Sock'n
Na bei mir zittert sogar der Luster am Plafond
Glaubt's vielleicht ihr kummt's bei mir so leicht davon?

Mir scheint's jetzt hot's eich, hot's eich, hot's eich, hot's eich oba g'riss'n?
Hot's eich g'riss'n, no hot's eich oba g'rissn'n?
Ja hot's euch, hot's euch vielleicht g'stört?
Hot's euch g'stört, hot's euch vielleicht wirklich g'stört?

Jo, hobt's mi, hobt's mi endlich überriss'n?
Überriss'n, endlich überriss'n
I bin de Weckuhr, i bin de Weckuhr
I bin de Weckuhr, de ihr olle so gern hörts

Auße aus da worman Hapf'n
Eine in die kolt'n Schlapf'n
In die Schlapf'n, eine in die kolt'n Schlapf'n
Ja gemma's an, es Arme, 
Gemma, gemma in die Firma
Griana is nimma, gemma, gemma in die Firma
Heute wird es garantiert a ries'n Show
Denn erst die Arbeit macht den Menschen froh

Refrain


Habt einen schönen Start in den Tag! ;)

Sonntag, 15. November 2020

# 121 - "Adjutant of Love" - Chris Roberts & Ramona Wulf (1980)

2020 hat es definitiv in sich - in vielerlei Hinsicht. Und nun kam, was sich kaum verhindern ließ: Lockdown II. Allerdings für viele deutlich härter und gravierender als im März :/ ... 

Auch wenn ich mich dieses Mal nicht beschweren kann (und möchte) - im Unterschied zum Frühjahr darf ich aktuell arbeiten und das ist in momentan keine Selbstverständlichkeit! - so weiß ich doch, dass es für viele Menschen aktuell überhaupt keine einfache Zeit ist. Home-Office, Home-Schooling und Home-Beziehungsleben unter einen Hut zu bringen, erfordert viel Kraft, Energie und Geduld. Von Multitasking-Fähigkeiten möchte ich noch gar nicht sprechen. Und auch der psychische Druck darf nicht unterschätzt werden. Alltagssorgen und finanzielle (Existenz-)Ängste, maue Zukunftsperspektiven, fehlende Planungssicherung und das triste Novemberkleid verheißen gerade nicht viel Gutes.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, diesen Blog wieder zu reaktivieren, da ich doch immer wieder einige Zuschriften erhielt, dass sich einige Menschen daran erfreut haben. Und dass sie meine skurrile Musikauswahl, gepaart mit dem launigen Textgeplänkel, zumindest auf andere Gedanken und im Idealfall auch zum Lachen gebracht hat. Das ist zwar nicht viel, aber in Zeiten wie diesen kommt es auf jede Kleinigkeit an!

Ich weiß noch nicht, ob ich es täglich schaffen werde, einen Song zu posten, ich kann euch aber garantieren, das mein Vorrat noch schier uferlos ist und es zumindest daran nicht scheitern sollte! Haltet die Ohren steif und passt auf euch auf - und vor allem: Tut das, was euch gut tut und Freude bereitet.





CHRIS ROBERTS & ROMANA WULF

Adjutant of Love (M: Horst Hornung / T: Cedric Beatty & Chris Roberts)


1980, Jupiter Records, LP "Chris & Friends"
produziert von Chris Roberts


Ursprünglich wollte ich für meinen ersten Post nach der langen Pause einen ganz anderen Song auswählen, doch dann stolperte ich über dieses originelle Machwerk ... und dann gabs kein Halten mehr.

Chris Roberts (1944-2017) war einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschsprachigen Schlagersänger. Mit Songs wie "Die Maschen der Mädchen" (#8, 1969), "Ein Mädchen nach Maß" (#5, 1970), "Ich bin verliebt in die Liebe" (#3, 1970), "Mein Name ist Hase" (#10, 1971), "Hab' ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe?" (#3, 1971), "Hab' Sonne im Herzen" (#9, 1972), "Du kannst nicht immer 17 sein" (#3, 1974), "Do you speak English?" (#14, 1976) oder "Wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara?" (#11, 1977) belegte er wochenlang die deutschen Charts und kaum eine Musikshow oder Radiosendung kam ohne einen seiner Songs aus.
Bis zu seinem Tod trat er regelmäßig auf und veröffentlichte Songs. 

Englischsprachige Veröffentlichungen von ihm gibt es kaum. Kurioser Weise startete er aber 1967 mit "Baby's gone" seine Schallplattenkarriere (damals noch als Chris Robert). Für den australischen Markt veröffentlichte er 1974 eine englische Version von "Du kannst nicht immer 17 sein" ("Over and over"). Aus dem 1980 erschienen englischsprachigen Album "Chris & Friends" wurde die Single "Early Hours" ausgekoppelt.

Ramona Wulf (* 1954) war ab 1970 ein erfolgreiches Teenie-Idol und landete u. a. mit "Du - ich brauch was und das bist du" (# 35, 1970), "Alles was wir woll'n auf Erden" (#8, 1971) und "Lieber dich und kein Geld" (#34, 1972) Charterfolge. Nach einem Imagewechsel Mitte der 70er-Jahre landete sie als Mitglied der Gruppe Silver Convention einen Welthit ("Fly Robin fly") und vertrat in dieser Formation auch Deutschland beim Eurovision Song Contest. Ramona war mit Horst Hornung verheiratet, mit dem sie eine Tochter hat. Aus einer weiteren Ehe gehen zwei weitere Kinder hervor. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin und arbeitet seit 2010 als Heilpraktikerin.

Cedric Beatty arbeitete ab Mitte der 70er-Jahre mit Ralph Siegel und textete u. a. für Ramona Wulf, Antonia Rodriguez, Mustang und Norma Green.

Horst Hornung (* 1948) versuchte sich Anfang der 70er-Jahre selbst als Sänger, ehe er als Produzent und Autor größere Erfolge erzielen konnte. Er entdeckte u. a. Maggie Mae und Patricia Cramer und arbeitete für Penny McLean, Rex Gildo, Jürgen Drews oder Roy Black.




Seems to me you're hurt pretty bad
And to know he was only a liar
Times have changed, and the life that you led
Took away of your love desire

Oh oh, now I can see
You need an adjutant of love
(Ooh ooh ooh)
Oh, oh, now don't you see
I'll be your adjutant of love

Eins, zwei, drei, vier

(Help me, help me
I need an adjutant of love
Oh, I'm falling, I'm falling, falling
Be my adjutant of love)

I'll reach your heart like an open book
A Shakespearean comedy
But don't you fret, I'll leed you up off the hook
We'll rewrite this as a fantasy

Refrain

Eins, zwei, drei, vier

I'll be your cure
(You'll be my cure)
I'll be your cure
(You'll be my cure)
I'll be your adjutant of love


Was soll ich da noch groß sagen? So zärtlich wie Ramona ihrem "Adjutant of Love" "Help me" entgegen haucht, als ihr Chris souverän unter höchster Lebensgefahr seine Rettung anbietet. Da kann Ramona noch so lange fallen, er wird sie auffangen ... und "ihr Herz wie ein offenes Buch erreichen" (über die Qualität und Schmalzigkeit des Textes können wir gerne streiten!). Der Rest klingt tatsächlich wie aus einem Standard-Schundroman: Lügen, verletzte Gefühle, ein schwaches Frauenherz, Verwirrung und ein starkes Mannsbild. Als Cover hätte man durchaus auch ein gängiges "Highland"-Romanmotiv verwenden können. Ich glaube Frauen dieser Art freuen sich auch über jeden noch so dahergelaufenen Adjutanten, der sich ihnen in den Weg stellt und aus reiner Nächstenliebe sein Hemd zerreißt, um ihr voller aufrichtiger Liebesempfindung (#sarcasmoff) die gestählte Brust entgegenstreckt.
Hoffen wir, dass diese Rettung geglückt ist und Ramona nicht noch weiter "fällt", bevor die personifizierte Heilung eintritt. 
Der Song hat auf jeden Fall etwas und man würde niemals erwarten, dass dieser Typ, der da so lässig "I'll be your adjutant of love" tönt, tatsächlich Schlagerliebling Chris Roberts ist.

Ich hoffe, dass dieser Song heute eine echte "cure" ist und euch zumindest ein bisschen zum Schmunzeln oder Schunkeln angeregt hat. Ich warne euch gleich, dieser Song hat leider Ohrwurmqualität und wenn sich die eingängige Melodie erstmal breit gemacht hat, wird man sie so schnell nicht mehr los.

Wem wolltet ihr euch schon immer Mal als Adjutant vorstellen? Gibt es eigentlich ein Militär, das rein aus Liebe handelt? Gibt es als Steigerung vielleicht sogar den "Major of Passion" oder den "Soldier of Desire"? Wäre vermutlich weniger schrecklich, wenn statt der Säbel die Lenden glühen ... oh, ich schweife ab, Pardon! Ihr könnt diese Fragen ja in die kommende Woche mitnehmen. Ich mache derweil ein bisschen Training für die Brustmuskulatur, falls mir auf dem Weg zur Oper die eine oder andere holde Jungfer vor die Füße fällt ... man weiß ja nie ... schon gar nicht in den aktuellen Zeiten!

Dienstag, 28. Juli 2020

# 118 - "Sternenland" - Mara (1983)

Nachdem es langsam spät wird und die Sonne bereits vor einiger Zeit untergegangen ist, wollte ich den Tag gern thematisch passend abschließen:



MARA
A: Sternenland (M: Joachim Heider / T: Norbert Hammerschmidt)
B: Stell' dir vor (M: Michael Langer Hauch / T: Michael Kunze)
Roland Kaiser
April 1983, Polydor, 810 963-7


Norbert Hammerschmidt, 1944 in Dortmund geboren, begann sich Anfang der 70er-Jahre als Texter einen Namen zu machen. Bekannte Titel von ihm sind beispielsweise "Was macht der Hund auf dem Sofa?" (Nighttrain, 1978), "Hey Josephine, leg' dich doch hin" (Bert Beel, 1978), "Captain Starlight" (Frank Zander, 1979), "Raus aus den Klamotten" (Benny, 1979), "Wenn die Peitsche knallt" (Sunday, 1979), "Du weinst um ihn" (Thomas Anders, 1980) sowie "Santa Maria" (1980), "Lieb' mich ein letztes Mal" (1981), "Dich zu lieben" (1981), "Manchmal möchte ich schon mit dir" (1982) und "Joana" (1984) für Roland Kaiser.

Mara wurde 1953 als Margarita Fnoucek in Wien geboren und wuchs im niederösterreichischen Himberg auf. Ihren Job als Bodenstewardess bei Austrian Airlines verlor sie, nachdem sie einem Gesangskollegen einen Gefallen tat, indem sie sein Übergepäck nicht berechnete.
Margarita bewarb sich beim Österreichischen Rundfunk und wurde eingeladen, 1974 an der "Show-Chance" teilzunehmen, einer österreichweit initiierten Casting-Show von ORF und Ö3, die bereits Talente wie Wilfried, Marianne Mendt, Heinrich Walcher, Waterloo & Robinson oder Peter Cornelius hervorgebracht hatte. Für diesen Bewerb schrieb sie den Titel "Fremde Liebe", eine Hommage an Oskar Werner, den sie sehr verehrte. Als die geplante Schallplattenproduktion nicht zustande kam, verließ sie Wien und ging nach München. 1976 wirkte sie bei der deutschsprachigen szenischen Erstaufführung des Bernstein-Musicals "Candide" in der Wiener Stadthalle mit.
1983 erhielt sie die Möglichkeit am Vorentscheid für den deutschen Beitrag beim Eurovision Song Contest teilzunehmen. "Sternenland" landete allerdings nur auf Rang 9. Nachdem ihr Ehemann ihre Karrierewünsche nicht unterstützte (und sie vor ein Ultimatum stellte), hängte sie die Musik an den Nagel. 
Nach dem Tod ihres Mannes fühlte sie sich zu alt für eine große Karriere als Sängerin. Als Quereinsteigerin ging sie 1997 in die PR- und Medienbranche. 2004 gründete sie die Schauspiel-Agentur "Actors & Talents, die sie auch heute noch erfolgreich betreibt.

Einem breiten Publikum müsste aber zumindest ihre Stimme bekannt vorkommen. Seit den 90er-Jahren ist sie eine gefragte Synchronsprecherin. So ist sie z. B. die Stimme der Luna in "Sailor Moon" (sie sang auch eine Vielzahl der Lieder in dieser Serie), Bonnie Swanson in "Family Guy", Linda in "Futurama" sowie zahlreichen Episoden der Simpsons.


Jetzt aber zu diesem galaktischen Titel, der immerhin thematisch gut zu ihrer späteren "Zeichentrick-Karriere" passt ;)

Bin ich nur ein Traum?
Und gar nicht wirklich da?
Schließ' deine Augen
Dann werd' ich bei dir sein

Bist du auf Empfang
Dann erzähl' ich dir
Von einem Land im fernen All
Wohin ich dich entführ'

Fühlst du dich allein?
Gib' mir deine Hand
Und halt' dich fest
Ich bring dich fort
Du wirst strahlend helle Sterne seh'n
Die niemals untergeh'n

In meinem Sternenland
Fernen Land
Wirst du nie mehr einsam sein
Komm mit mir 
Diese Tür
Führt ins Paradies hinein

Das Land, das Liebe heißt, so fern und nah
Mein Sternenland macht dir ein Märchen wahr

Viele Jahre lang
Seh' ich dir schon zu
Wie viel von euch
Auf eurem Stern
Sind einsam so wie du?

Wenn du träumen kannst
Wirst du mit mir geh'n
Lichtjahre weit
Durch Galaxien
Und mit mir all die Wunder seh'n
Die nur bei uns gescheh'n

Refrain




Liebenswerter kann eine Entführung von Außerirdischen gar nicht klingen, oder? Bekommt man da nicht auch Lust auf einen Road Trip auf der Milchstraße mit anschließendem Chill-out in den Jupiter-Ringen? Was, nicht? Okay zugegeben, die Outfits sehen nicht wirklich spacig aus. Wirken eher wie Jogginganzüge, Overalls und Onesies, die mit ein paar Sternen beklebt wurden. Allerdings sind solche Outfits heute der letzte Schrei. Selbst Dauerwellen kommen wieder! Ich wette, Mara würde heute mit dem Outfit beim Vorentscheid für den ESC mindestens eine genauso gute Figur machen wie damals. 
Definitiv Pluspunkte gibt es für das tolle Arrangement, die Streicher hauen richtig rein, hier hat man neben thematisch-passenden Synthisizern glücklicherweise auch auf "solide und echte" Töne gesetzt ;)

Viel Spaß auf der Tour durchs Sternenland!

# 117 - "Hallo Taxi" - Anja Krenz (1987)

Alle jene, die hin und wieder auf diesem Blog vorbeischauen, um sich die tägliche Dröhnung spezieller Musik zu geben, kennen bereits mein großes Faible für (skurrile) deutsche Coverversionen internationaler Hits.

Heute habe ich ein ziemlich unbekanntes Cover ausgegraben:



ANJA KRENZ
A: Hallo Taxi [Joe le Taxi - Vanessa Paradis] (M: Alain Langolff / dt. T: Michael Reincke)
B: So wie es einmal war (M: Michael Langer Hauch / T: Anja Krenz & Michael Reincke)

1987, Transparent, 109657-100


Michael "Michy" Reincke, 1959 in Hamburg geboren, macht sich seit den 90er-Jahren auch als Solosänger einen Namen. Bereits Anfang der 80er-Jahre war er Mitglied der Gruppen Scarlet Lilac und Felix de Luxe, für die er auch Songs schrieb (u. a. "Wo seid ihr?", "Taxi nach Paris", "Hinein ins wilde pralle Leben" und "Blonder Clown"). Sein aktuell letztes Album erschien 2018 ("?!").

Die Hamburgerin Anja Krenz war bereits als Kind musikaffin. Später stand die ausgebildete Groß- und Außenhandelskauffrau nicht nur als Sängerin auf vielen Bühnen, sondern auch vor dem Studiomikrofon. Sie war Mitglied verschiedener Formationen, wie z. B. "Chanson Bleu", "Die Sirenen",  "Dis Noir" und "Susi's Schlagersextett".
Nach mehreren Jahren als Moderatorin bei einem Privatradiosender und als Redakteurin bei einem Schulbuchverlag, war sie bis 2017 Verkehrsmoderatorin bei NDR 90,3. Im selben Jahr machte sie ihre Berufung zum Beruf und ist seither als "Die Marmeladenköchin" bekannt.



Hallo!
- Hallo! Wohin geht's?

Hallo Taxi, komm, fahr' mit mir fort

Dort wo ich sein mag, jagt man dem Mond nach
Die Sehnsucht ist mein Chauffeur
Komm und fahr', fahr' in jede Bar

Es ist schön, niemand führt Regie

Ich vergess' ...
Die Liebe ist so wie die Rumba

Man tanzt sie auch anderswo

Hallo Taxi, c'est la Vie
So wie im Kino schau' ich nur zu
Ich bin so nah und weiß nicht wo

Ich vergess' ...
Liebe kennt kein Lexikon
Sie ist so nah
Und läuft so oft vor mir davon

Es ist so ...
Es ist so ...
Ich hab' Chance
Mein Herz ist ein Akkordeon

Hallo Taxi, sei bitte so nett
Hallo Taxi, bring' mich nicht zu Bett

Refrain

Hallo Taxi, die Uhr tick-tackt nie
Hallo Taxi, die Uhr klick-klackt nie
Hallo Taxi, die Uhr tick-tackt mir





So, das ist ja jetzt ein philosophischer Text, oder? Sinnfragen im Taxi, auf dem Wag nach Nicht-Zuhause. Überall sonst ist okay, auch wenn die Uhr bereits "tick-tackt". Bis auf "Taxi", "c'est la Vie" und "Rumba" erkenne ich allerdings wenig Gemeinsamkeiten mit dem Original. Zugegeben, meine Französisch-Sprachkenntnisse sind äußerst bescheiden. 
Der Song handelt original von einem portugiesischen Taxifahrer namens Joe, der wegen der Estado Novo nach Frankreich geflohen war und nun in Paris arbeitet. Joe kennt alle wichtigen Orte und Bars der Stadt, trinkt gerne Rum, liebt lateinamerikanische Musik und besitzt ein Saxophon.

Für Anja Krenz wurde es leider kein Hit. Das Original von der damals 15jährigen Vanessa Paradis hingegen erreichte gute Charterfolge: #1 in Frankreich, #3 in England und #8 in Deutschland. Jüngeren wird sie eher durch ihre Beziehung mit dem Schauspieler Johnny Depp bekannt sein, mit dem sie zwei Kinder hat.
Ob ihr Herz auch "ein Akkordeon" ist? Naja ... "Liebe kennt kein Lexikon" und Fantasie demzufolge kein Wörterbuch.



Ich hoffe das Lied bereitet euch Freude, wenn ihr das nächste Mal in ein ... cha-cha-cha ... Taxi einsteigt und nicht wisst, wohin ihr fahren sollt ... 

# 116 - "Ab und los" - Markus (1983)

Die NDW (= Neue Deutsche Welle) hat definitiv einige interessante Künstler hervorgebracht. Bekannteste Gesichter waren zweifellos Nena, Trio, DÖF und Ideal. Dennoch bewies gerade diese musikalische Bewegung, dass Charakter, Message und Performance in vielerlei Hinsicht mindestens genauso wichtig sind, wie musikalisches Können (wenn nicht sogar teilweise sogar am wichtigsten). Einige haben sich wacker gehalten, manche sind ziemlich schnell wieder in der Versenkung verschwunden.



MARKUS
A: Ab und los (M: Axel Klopprogge & Ken Taylor / T: Axel Kloprogge & Markus Mörl)
B: Knallhart im Schlaraffenland (M: Axel Klopprogge & Lothar Krell / T: Axel Klopprogge)

1983, CBS, A 3674
produziert von Axel Klopprogge



Axel Klopprogge (* 1956) schrieb neben Markus' Erfolgstiteln u. a. "Jet Set Ficker" (Straßenjungs, 1981), "Highdelbeeren" (Wilfried, 1981) und "Opportunity" (Toyko, 1985).

Markus wurde 1959 als Markus Mörl geboren, er startete seine musikalische Laufbahn als Gitarrist der Band "Nylon Euter", die 1982 ein Album inklusive einer Single-Auskoppelung auf den Markt brachten. Im gleichen Jahr begann seine Solokarriere mit dem Album "Kugelblitze und Raketen" (#26). Die ausgekoppelte Single "Ich will Spaß" hielt sich 24 Wochen in den Charts und landete sogar auf #1. Weitere Titel von ihm waren "Schön sind wir sowieso" (#39) und "Kling, Klang, Schicksalsmelodie". Zu einem größeren Erfolg wurde "Kleine Taschenlampe brenn'" (#5), aus dem Kinofilm "Gib Gas - Ich will Spaß", in dem Markus die Hauptrolle spielte. Im Film sang er es gemeinsam mit Nena, im Studio und bei Live-Auftritten stammt der weibliche Part von Andrea-Maria Schneider (ehemaliges Mitglied der "Cinderellas").
Als die Neue Deutsche Welle abebbte, gründete er 1985 die Band T.X.T. Ihr Song "Girl's got a brand new Toy" landete auf #4 der italienischen Charts. Seine letzte Chartnotierung in den deutschen Charts war 1992 mit "1000 Kerzen werden brennen" (#79).

In den letzten Jahren fiel Markus eher als Teilnehmer von Reality-TV-Formaten in Erscheinung, z. B. 2004 in der "Comebackshow" (Prosieben), 2017 in "Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promipaare" (RTL) und durch die Live-Übertragung seiner Hochzeit am 11. Juli 2020 auf RTL II.

Mit "Ab und los" zeigt Markus auf jeden Fall ... ja ... ähm ... was eigentlich?


Vollmond über New York, Vollmond tief in mir
Die Venus trifft Aquarius und ich treff' mich mit dir
Ich renn' in mein Zimmer, die Wände auf und ab
Mein Whiskeyglas schon lange leer, mein Fuß macht tap, tap, tap

Wo bleib'n nur die Babys?
Wo sind meine Friends?
Da donnert's endlich vor der Tür
Da tönt es im Quartett

Und die Kumpels rufen
Ab, ab, ab und los
Komm raus, komm raus, komm raus
Ab, ab, ab und los
Komm raus, komm raus, komm raus

Trommeln aus der U-Bahn, der Master gibt Signal
Dein babyblauer Caddy stoppt erstmal am Kanal
Und aus allen Ecken klettern groovy Freaks
Die Hände klatschen laut im Beat, die Haare fliegen mit

Rhythmus aus der Müllbox
Party in der Bronx
Du beißt mir in mein weißes Ohr
Ich bin heut' Nacht dein Hans

Refrain
Hallelujah

Voodoo bei McDonalds, ich tanz' mit Tablett
Der Soul ist gut, die Stadt dreht durch, wir sind echt gut drauf
Unter deinen Stöckeln kocht schon der Asphalt
Die Bassdrum nimmt uns beide mit
Und du sagst niemals "Halt"





Uff ... ich weiß nicht, welche Substanzen damals im Spiel waren, als dieser Titel entstand, aber Markus und New York haben weder heute noch damals viel gemeinsam. Ich bin mir zudem ziemlich sicher, dass Markus sehr viele Talente hat - aber musikalisch ist da doch einiges im Argen. Vor allem wenn man sich Live-Auftritte von ihm aus dieser Zeit anhört.
Faszinierend was alles so bei Vollmond in New York passiert. Wie allerdings "Vollmond tief in mir" aussieht, weiß ich nicht: Weißes Leuchten in der Birne? Keine Ahnung. So ganz kann ich seinen Ausführungen aber nicht folgen. Ich dachte, er fiebert einem Treffen mit seiner heißen Biene entgegen und freut sich dann aber, als seine Kumpels zu einer kleinen Sauftour vorbeikommen und sie gemeinsam die Stadt unsicher machen?

"Trommeln aus der U-Bahn, der Master gibt Signal
Dein babyblauer Caddy stoppt erstmal am Kanal
Und aus allen Ecken klettern groovy Freaks
Die Hände klatschen laut im Beat, die Haare fliegen mit"

Das klingt wie ein schlechter Entwurf für ein Michael-Jackson-Musikvideo, der sehr schnell wieder verworfen wurde. Wenn ich mir dieses Szenario - zugegebenermaßen - tatsächlich ganz gut vorstellen kann. Allerdings eher in Castrop-Rauxel, als in der US-Metropole.
"Rhythmus aus der Müllbox", ja bei so einer heißen Partyeinladung (in die Bronx!!!) kann wirklich keiner widerstehen. Noch dazu, wenn sich Markus für sie extra noch zum "Hans" macht - allerdings nur für "heut' Nacht". Am Morgen nach dem ONS bleibt wohl nur der Abdruck seines Körpers im Bettlaken neben ihr zurück und sie wird sich ihr Leben lang fragen, was wohl aus "Hans" geworden ist. Sollten die beiden nicht aufgepasst haben, ist es auch eine schöne Story für das bald darauf geborene Baby. Fast wie im schlechten Film.

Okay. Im letzten Refrainteil steige ich wirklich aus - "Das halt' ich im Kopf nicht aus", würde mir wohl Maggie Mae zurufen. "Voodoo bei McDonalds". Bei solchen Praktiken fehlen mir wirklich die Worte. Aber gut, nachdem eh die ganze Stadt durchdreht und unter den Schuhsohlen bereits der Asphalt kocht, klingt das für mich eindeutig nach Apokalypse und dem Ende der Welt. Dann macht alles Sinn. Allerdings würde ich persönlich es begrüßen, wenn irgendjemand rechtzeitig noch "Halt" sagen würde.

Bonuspunkte erwirkt sich Markus, der seinen Körper ordentlich gestählt hat. Möglicherweise um die Hupfdohlen, die ihm bei diesem Auftritt zur Seite gestellt wurden, zu becircen. 
Bei seinem Auftritt (0:07) erweckt es fast den Eindruck, als wäre er noch gar nicht bereit für die Performance gewesen. Er sieht so aus, als wäre er gerade von der Couch aufgestanden, um den Chips- und Biervorrat für den bevorstehenden Fernsehabend aufzufüllen. Aber halt, die Rechnung nicht mit Markus gemacht! Denn in Sekundenschnelle holt er zu einem Rundumschlag aus und wechselt in den Party-Mode (0:10). Bei diesen Moves kann selbst Aerobic-Ikone Sydne Rome einpacken!

Viel Spaß beim Nachturnen!

P.s.: Die B-Seite "Knallhart im Schlaraffenland" ist - auch wenn es so vielversprechend klingt - leider nicht der Soundtrack zu einem heißen Pornostreifen Güteklasse A.

# 115 - "Das halt' ich im Kopf nicht aus" - Maggie Mae (1982)

Ja, ich hab mich in den letzten Wochen wirklich sehr zurückgehalten und meinen Blog sträflichst vernachlässigt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich (erstmals) wieder so viel zu tun hatte, dass ich nicht dazugekommen bin. Und auch zwischenmenschliche Kontakte nahmen wieder zu. Ich hoffe, ihr seid mir nicht allzu gram und freut euch, dass ich doch noch ein paar schrecklich-schöne Songs für euch ausgegraben habe. 

Ich starte jetzt ein kleines 80er-Jahre-Special!



MAGGIE MAE
A: Und der Weihnachtsmann behauptet, er ist Elvis [There's a Guy works down the Chip Shop swears he's Elvis - Kirsty MacColl] (M: Kirsty MacColl / dt. T: Werner Schüler)
B: Das halt' ich im Kopf nicht aus [Jo, des hoitst im Kopf net aus - Lenz Hauser] (M & T: Lenz Hauser & Harry Stümpl)

1982, Jupiter Records, 6.13281
produziert von Werner Schüler


Maggie Mae hatte ich hier bereits einmal vorgestellt. Als Andrea Carle 1960 in Karlsruhe geboren, landete sie 1974 mit einer Neuaufnahme von "My Boy Lollipop" einen Hit. In den nächsten Jahren fiel sie vor allem durch schräge Stimme Outfits und spektakuläre Performances auf, die ihr den Beinamen "verrücktes Huhn" einbrachten. 1975 und 1976 versuchte sie Deutschland beim Eurovision Song Contest zu vertreten, scheiterte aber im Finale. Nach der Aufnahme der vorliegenden Single beendete sie 1982 ihre musikalische Karriere und wanderte nach Amerika aus, wo sie heute noch mit ihrem zweiten Ehemann in Florida lebt. Sie hat vier Kinder (Candita, Cassandra, Michael-Nicholas und Samantha) und mehrere Enkelkinder.

Zu ihren erfolgreicheren Titeln gehören: "I'm on Fire" (1975), "Die total verrückte Zeit" (1975), "Applaus für ein total verrücktes Haus" (1976), "Und dann noch eins: Ich liebe dich" (1977) sowie "Rock'n'Roll-Cowboy" (1981, den ich hier bereits vorgestellt hatte).

Lenz Hauser, eigentlich Lorenz Schadhauser, nahm selbst zwischen 1975 und 1981 drei Singles auf. Mit "Moment" versuchte er 1981 ebenfalls erfolglos Deutschland beim Eurovision Song Contest zu vertreten (an den Start ging damals Nicole und der Rest ist Geschichte!). Auf diesem Blog habe ich bereits (aus seiner Feder) "I steh' nur auf Italiener" veröffentlicht.

Nun aber zu du diesem "besonderen" Titel:

Das halt' ich im Kopf nicht aus
Auf meinen Haaren sitzt 'ne weiße Maus
Oh, welch ein fürchterlicher Graus
Au, das halt' ich im Kopf nicht aus

Und die Maus in meinem Haar
Und die Maus in meinem Haar
Findet alles wirklich wunderbar
(Wiederholung)

Das halt' ich im Kopf nicht aus
Ich schlage nach der kleinen weißen Maus
Meine Hand trifft die Nase, nicht die Maus
Oh, das halt' ich im Kopf nicht aus

Refrain

Das halt' ich im Kopf nicht aus
Aus meiner Nase tropft das Blut heraus
Und die kleine Maus lacht mich noch aus
Hihi, das halt' ich im Kopf nicht aus

Refrain

Das halt' ich im Kopf nicht aus
Der Wecker reißt mich aus dem Traum heraus
Ich lauf' zum Spiegel, such' die weiße Maus
Sie ist weg, der Traum ist aus

Und ich denk' was kann das sein
Und ich denk' was kann das sein
Lag es gestern an dem süßen Wein?

Heute Abend trink' ich Saft
Heute Abend trink' ich Saft
Damit die Ratte mich nicht nochmal schafft




Für alle Freunde bayerischer Musikkunst - das Original von Lenz Hauser mit leicht abgewandeltem Text findet sich auch auf YouTube (ich überlasse es euch, welche Version ihr "gelungener" findet):




Was soll ich sagen? Der Zustand, in dem man meint, überall weiße Mäuse zu sehen, wird vermutlich nicht nach einem einzigen Glas des süßen Weins erreicht sein. Oder war es nur ein packender Fiebertraum? Man weiß es nicht. Blöd, wenn man sich allerdings beim Versuch, sich dieser Maus zu entledigen, selbst eine verpasst und fast k.o. schlägt. In diesem Fall würde ich sagen, sollte man seine "Mäuse" lieber in Saft investieren, ehe man zu rattig den Kellner mit der Weinflasche verfolgt.
Schade, dass Maggie mit Titeln dieser Art nicht gelungen ist, ihr altes Image loszuwerden. Ende der 70er-Jahre hat sie, produziert von Joachim Heider, fast geschafft, einen Imagewechsel zu vollziehen und anspruchsvollere Titel zu singen. Optisch aufgepimpt, brillenlos konnte sie aber nicht an ihre früheren Erfolge anknüpfen, weshalb hier scheinbar der Retourgang eingelegt wurde. Maggie dachte sich bei diesem Titel aber vielleicht auch: "Das halt' ich im Kopf nicht aus" und kehrte dem Musikbusiness den Rücken zu.

Freitag, 3. Juli 2020

# 105 - "Eine Polin modern eingestellt" - Kriss Kristek (1983)

Das Wochenende steht vor der Tür. Die Aussichten sind aktuell aber eher bescheiden. Nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen dem Wetter. Der Kurzzeitsommer hat sich gerade wieder in November-Tristesse gewandelt. Was scheint in dieser Situation besser als ein heißblütiges Lamento aus Osteuropa?



KRISS KRISTEK
A: Ich soll dich nicht mehr lieben (M: Jerzy Ziembrowski / dt. T: Bruno Pretzlaff)
B: Eine Polin modern eingestellt (M: Jerzy Ziembrowski / dt. T: Bruno Pretzlaff)

1983, Funky-Records, FU-45/504/28
produziert von Bruno Pretzlaff


Der Name Bruno Pretzlaff scheint mir nicht sehr häufig vorzukommen. Ich bin auf eine Todesanzeige (1930-2019) gestoßen. Vermutlich handelt es sich dabei um den Textautor dieser Single. Sein Name taucht nur in Zusammenhang mit Veröffentlichungen von Funky-Records auf. So textete er auch "Mit einem Schuss Liebe" (Günter Rüdiger, 1988) und "Es gibt noch edle Menschen" (Jürgen Seitz, 1988).

Trotz intensiver Recherche konnte ich zu der Interpretin Kriss Kristek keinerlei Informationen auftreiben. Akzentbedingt gehe ich aber davon aus, dass sie aus Polen stammt.


Diesem Akzent geschuldet - und dafür entschuldige ich mich gleich - ist es leider nicht möglich, die - mitunter vielleicht fantastischen literarischen Phrasen zu 100 % korrekt wiederzugeben.

Er war auf Urlaubsreise
...
Sprach polnisch in der Weise
Das ihn kein Mensch verstand

Ich wollte ihn belehren
Und zeigen was es gibt
Wie soll ich es erklären
Ja wir haben uns verliebt

Ich bin eine Polin modern eingestellt
Und liebe einen deutschen Mann
Es war unerwartet ...
Das ich ihn verstehen kann

Wir haben das Wörterbuch ganz durchgewühlt
Und dabei stellten wir fest
Was man in der Liebe empfindet und fühlt
Mit Worten sich nicht sagen lässt

Oh sonderbare Sache
Wenn es um Worte geht
Das man bei gleicher Sprache
Sich oftmals nicht versteht

Kann ich es nicht ergründen
Ist es dir auch egal
Was Liebende empfinden
Ist international

Refrain




Okay. Kriss hat also einen deutschen Touristen kennengelernt, der sich mehr schlecht als recht verständigen konnte (da scheint selbst die beliebte "Hand-und-Fuß"-Methode kläglich versagt zu haben!). Nach ausführlicher Auseinandersetzung mit dem Wörterbuch hat es dann aber doch geklappt - vor allem weil man sich schnell einig war, dass in puncto bestimmter "Angelegenheiten" die Sprache manchmal ja auch verzichtbar ist ... höhö!
Was das Ganze aber damit zu tun hat, dass sie "modern eingestellt ist", verstehe ich nicht so ganz. Weil sie bereit ist, sich auf einen deutschen Mann einzulassen? Weil sie immer ein Wörterbuch dabei hat? Weil sie ihn belehrt und nicht er sie? Fragen über Fragen. Anscheinend haben sie aber als lingua franca eine Methode der Kommunikation gefunden, die beide Seiten befriedigt - und das vermutlich im wahrsten Sinn des Wortes.

Dienstag, 23. Juni 2020

# 97 - "Hey Hey Marlene" - High Life (1984)

Kaum zu glauben, aber es sieht tatsächlich so aus, als würde jetzt doch noch so etwas wie SOMMER geben! Um nicht der spontanen Gefahr eines Sonnenbrands zu erliegen, habe ich heute einen produktiven Tipp für euch parat!



HIGH LIFE
A: Hey Hey Marlene (M & T: Winnie Martin)
B: Kerniger Typ (M & T: Bernd Boy & Winnie Martin)

1984, Jupiter, 6.14 134
produziert von Ralph Siegel

Die Gruppe wurde Mitte der 70er-Jahre als "High Life Skiffle Group" in Hannover gegründet. 1982 wurde die Hannover Gruppe von Ralph Siegel unter Vertrag genommen und hatten Erfolg mit Titeln wie "Ich fahr' mit der Lambretta", "Jetzt bügeln wir das Meer", "Ding Dong" oder "Sarah in der Sahara" oder "Ab ab ab in den Sonnenschein".
Sie hatten mehr als 50 TV-Auftritte und belegten mit "Hey Hey Marlene" im September 1984 Platz 3 der ZDF-Hitparade.
Bis 1990 hatte die Gruppe um Leadsänger Winnie Martin (* 1953) rund 100 Live-Auftritte pro Jahr in Deutschland. Es folgten weitere CD-Veröffentlichungen. Die Gruppe startete ab 2006 ein Comeback und brachte seither einige CDs auf den Markt.

Die Band bestand aus Bernd Boy, Torsten Lüderwaldt, Winnie Martin, Mike O'Neill und Andreas Oyen. Bei "Hey Hey Marlene" war auch Sandra Dieckmann, Miss Germany 1984, mit von der Partie.

Hier nun der heutige Song des Tages:

Ich lieg' am Strand, die Sonne über mir
Neben mir liegst du und ich schwitze wie ein Tier
Playboys laufen rum, es ist so schrecklich heiß
Mein Deo hat versagt, bei mir läuft nur der Schweiß

Oh, ich will hier weg
Nur weg von diesem Fleck

Hey Hey Marlene
Reich' mir mal die Creme
Ich bin schon ganz rot
Und in zwei Stunden bin ich gar

Hey Hey Marlene
Reich' mir mal die Creme
Ich bin schon ganz rot
Und in zwei Stunden bin ich ganz und gar

Verbrannt
Im Sand
Am Strand

Ich träum' vom Nordpol, ich wünschte es wär' kalt
Doch ich muss hier braten wie'n Hahn vom Wienerwald
Ich gäb' sogar mein Auto für 'nen riesen Sonnenschirm
Die Sonne knallt erbarmungslos runter auf mein Hirn

Refrain


Und hier nun dieses großartige Machwerk inklusive Video, das in jeglicher Hinsicht ABER SOWAS VON die 80er widerspiegelt! Frisuren und Outfits - ein Traum!



Gut, dass der Winnie für sein Strandhappening (schade, dass uns die Schilderung der - sicher - farbenprächtigen Bademode verwehrt bleibt!) nicht nur entsprechendes Sammelsurium in Form von Strandequipment eingepackt hat, sondern auch an das "passende Beiwerk" gedacht hat. Marlene, die ganz sicher auch großartige innere Werte hat, wird allerdings lediglich diestbotenhaft als Sonnencremespenderin "benutzt". Marlene wär wohl zu raten, sich nach den herumlaufenden Playboys umzusehen, anstatt ihren verschwitzten Begleiter das Deodorant ... äh ... die Treue zu halten. Sonst ist nämlich ihre Beziehung bald nicht mehr "im Sand", sondern "am Sond" - wie der Österreicher so schön sagt ;)

Der Reim "Marlene - Creme" tut schon ziemlich weh (nicht nur Germanisten),  da müsste es schon eher "Liebe Okka, gib mal den Sunblocker" oder "Jan, wo ist denn unser After Sun?". "Das Deospray braucht aber vorher noch René". Man muss sich nur ausreden können ;)

Genießt die Sonne und bis morgen!

Samstag, 13. Juni 2020

# 87 - "Bis es wieder kribbelt" - Kerstin Rodger (1983)

Nach den letzten (internationalen) Songs reisen wir wieder einmal in die DDR ...




KERSTIN RODGER
Bis es wieder kribbelt (M: Arndt Bause / T: Dieter Schneider)

1984, Amiga, LP "Ich träum von ihr - Schlagererfolge aus 'bong'"

Dieter Schneider (* 1937) gehörte zu den erfolgreichsten Textern der DDR. Aus seiner Feder stammen Titel wie "Heute tanzen alle jungen Leute" (Helga Brauer, 1958), "Zwei Küsse beim Nachhausegehen" (Ina Martell, 1965), "Lieb' mich so, wie dein Herz es will" (Chris Doerk & Frank Schöbel, 1967), "Komm zurück aus Wolkenkuckucksheim" (Britt Kersten, 1969), "Das kann nur Liebe sein" (Aurora Lacasa & Thomas Lück, 1972), "Ich geh' vom Nordpol zum Südpol" (Frank Schöbel, 1973), "Morgenrot - Abendrot" (Andreas Holm, 1974), "Die Liebe ist ein Haus" (Regina Thoss, 1975) oder "Kleiner Vogel" (1978).
Komponist Arndt Bause (1936-2003) war übrigens der Vater der deutschen Moderatorin Inka Bause.

Kerstin Rodger wurde 1962 in Teltow geboren und lernte nach der Schule den Beruf der EDV-Facharbeiterin. Sie erhielt klassischen Gesangs-, Ballett-, Stepp-, Sprech- und Schauspielunterricht. Mit "Bis es wieder kribbelt" wurde sie 1983 in der DDR-Fernsehsendung "Sprungbrett" vorgestellt. In diesem Zeitraum wurde sie auch zweimal mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Nach der Geburt ihres Sohnes (1985) und dessen Behinderung, musste sie ihr bisherigen Leben komplett umkrempeln. Ihre Auftritte waren fortan eine Kombination aus Gesang, Tanz und Gebärdensprache. 1998 gründete sie eine eigene Musikproduktion. Sie veröffentlichte die CDs "Träume ändern ihr Gesicht" und "Liebe auf den zweiten Blick", für die sie selbst Texte beisteuerte.


Nie mehr so fühlen
Nie mehr so spielen
Nie wieder, nie wieder still sein und schwach

Nie mehr so träumen
Nie mehr so weinen
Nie wieder, nie wieder gebe ich nach
So sehr nach

Bis es wieder kribbelt
Bis es wieder prickelt
Bis mich wieder endlich einer um den Finger wickelt

Bis es wieder kribbelt
Bis es wieder krabbelt
Bis man wieder wie ein Fisch an einer Angel zappelt

Bis es wieder kribbelt
Wieder mal so kribbelt
Bis man wieder stundenlang vom Schrank zum Spiegel tippelt

Bis es wieder kribbelt
Bis man wieder möchte
Bis man wieder brennt und seinen Vorsatz nicht mehr kennt

Oh no, no, no
Bloß nicht noch einmal so
Einmal und nie wieder
Nicht nochmal so'n Risiko

Nein, nein
Ich steig' nicht mehr drauf ein
Ich kann mich beherrschen
Das soll mir 'ne Lehre sein

Refrain

Bis es wieder kribbelt
Bis es wieder krabbelt
Bis man wieder wie ein Fisch an einer Angel zappelt

Bis es wieder kribbelt
Bis es wieder krabellt
Bis es wieder funkt und darum Schluss und Aus und Punkt





Das ist mal ein ganz anderer Text, in dem es ums Verliebtsein geht. Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln hat Kerstin die rosarote Brille abgelegt und die Schmetterlinge im Bauch hängen ihr zum Hals raus. Denn natürlich ist es nicht immer "nur" schön, verliebt zu sein. Vor allem, wenn man gerade nicht verliebt sein möchte ... und da kann das ewige Kribbeln, Krabbeln und Prickeln schon ganz schön lästig im Alltag sein - vor allem, wenn man es gerade nicht möchte oder negative Erfahrungen gemacht hat (wenn es sich beispielsweise bereits zum einen Dauerzustand handelt).
Spürt man ständiges Kribbeln, das sich anfühlt, als würden Ameisen auf einem krabbeln und laufen, wäre das (im schlimmsten Fall) ein Indiz für MS - es gibt aber auch noch ungefähr 742 andere Gründe (starke Belastungen oder Stress z. B.), also in diesem Fall würde ich empfehlen, weder Kerstin Rodger noch Dr. Google zurate zu ziehen.

Freitag, 29. Mai 2020

# 72 - "Klingel schon, Telefon" - Cynthia (1980)

Kennt ihr das? Ihr sitzt den ganzen Tag neben eurem Smartphone (pardon ... Festnetzfernsprechapparat) und stiert gebannt auf das Display, in der Hoffnung, dass es bald klingelt und sich eine liebe Person meldet ...


CYNTHIA
A: Klingel schon, Telefon [Funkytown - Lipps, Inc.] (M: Steven Greenberg / dt. T: Wolfgang Hermes & Hans-Rolf Schade)
B: Bleib' bei mir [?] (M: Glenn Pocorni / dt. T: Hans-Rolf Schade)

1980, Philips, 6005 047

Jetzt werden einige Leute denken. "Mensch, diese Cynthia, wo hat man die denn schon wieder ausgegraben?" oder "Wenn man schon ein deutsches Cover macht, wieso dann nicht von der Originalband?" Nun ja, in diesem Fall ist das gar nicht so falsch ;)
Cynthia Johnson (* 1956) ist nämlich die Leadsängerin von Lipps, Inc. Sie wurde 1976 zur "Miss Black Minnesota" gekürt und kurzzeitig Leadsängerin der populären Minneapolis Band "Flyte Tyme", die sich später in "The Time" umbenannte und zur Band von Starsänger Prince ("Purple Rain") wurde.
Ab 1979 war sie Leadsängerin von "Lipps, Inc." und mit "Funkytown" landeten sie in 28 Ländern weltweit auf Platz 1 der Charts (u. a. in Deutschland, der Schweiz, Australien und den USA) - mehr als jeder andere Song zuvor! Der Song wurde bis heute mehr als 35 Millionen Mal verkauft. Die Band löste sich 1985 auf.

Cynthia arbeitete später u. a. mit Aretha Franklin und Tina Turner zusammen und sang weiterhin im "Sounds of Blackness"-Gospelchor (dreifacher Grammy-Gewinner!)
2013 brachte sie ihr erstes Soloalbum ("All that I am") auf den Markt.

Das deutsche Cover kann man sich anhören - verliert (verglichen zum starken Original) aber doch ein bisschen an Charme.

Seit Stunden sitze ich hier und warte am Telefon
Ich gehe auf und ab aber leider kommt kein Ton
Nun klingel schon, klingel schon, klingel schon, klingel schon
Klingel schon, klingel schon, klingel schon, Telefon

Ich warte nicht mehr (3x)

Ich wünsch' mir so sehr - ruf' mal an (8x)

... (unverständlich)
Doch du riefst nicht mal an, ist das eine Art?
Nun klingel schon, klingel schon, klingel schon, klingel schon
Klingel schon, klingel schon, klingel schon, Telefon

Ich warte nicht mehr (3x)

Wie war die Nummer? - Ruf' mal an (4x)

Nun klingel doch schon, Telefon (6x)







Ja, also der Songtext ist leider nicht so exklusiv, wie das formschöne Designer-Wählscheibentelefon - im allseits beliebten Farbton "giftgrün" - verspricht. Der Text ist leider ziemlich eintönig und die Message dahinter ist mit dem Lesen der Titelzeile am Cover eigentlich auch schon abgedeckt. Sie wartet darauf, dass er anruft. Tut er aber nicht. Am Ende kommt raus, er weiß die Nummer nicht mehr (blöd!). Sie gibt sie ihm aber nicht, sondern jauchzt beherzt "Ruf' mal an". "JA WIE DENN!?!!??!"
Ein Paradebeispiel gescheiterter Kommunikation. Im Gegensatz dazu biete ich - als Lehrbeispiel - einen Song aus meiner Jugend (genauer aus dem Englischunterricht), einer der Soundtracks meiner Schulzeit! (Die Synthis sind ähnlich stark wie bei Funkytown :D)


Ruft doch mal jemanden an, den ihr mögt. Vielleicht freut sich die Person ja - und falls nicht, dann könnt ihr mal wieder so einen richtig schön unmotivierten Anrufbeantworter (inkl. Piepton) hören! Ich frage mich gerade, ob es eine Wählscheiben-App für Smartphones gibt? #hipsterwouldbuyit!

Donnerstag, 28. Mai 2020

# 71 - "Conny, deine Freunde sind die Pferde" - Bernd Wegener (1982)

Bei dem Wetter bekommt man doch wirklich tierisch-gute Laune! Das dachte sich auch Bernd und posierte fröhlich neben einem Pferdchen. Ausritt in die damalige Schlagerwelt gefällig?





BERND WEGENER
A: Conny, deine Freunde sind die Pferde (M & T: John de Luna & Peter Power = Peter Schild)
B: Ein Lied zieht mit mir in die Ferne hinaus (M & T: John de Luna & Peter Power)


1982, Metronome, M 30 415


Bernd Wegener, 1953 geboren, veröffentlichte zwischen 1977 und 1983 insgesamt neun Singles.
Den Angaben auf der Rückseite seiner ersten Single ("Ich schreib' dir einen Liebesbrief") ist er 1,86 m groß, erhielt ab 1973 eine Gesangsausbildung und ist Industrie-Kaufmann von Beruf. Zu seinen Hobbies zählen: "Motorräder, Tennis, Schwimmen, chinesisch und viel Schokolade essen".

Peter Power aka Peter Schild schrieb u. a. auch "Ungarische Nächte" (Adam & Eve, 1977), "Beim alten Bill in Oklahoma" (Heino, 1979), "Auf der langen Reise durch die Nacht" (Howard Carpendale, 1979) oder "Viel zu jung" (Bernhard Brink, 1980).

Ich gebe zu Bernd Wegeners musikalisches Schaffen wäre heutzutage wohl nicht so interessant, wenn man nicht wissen würde, dass er der Vater einer Tochter (Vivian, * 1985) ist. Auch das ist noch nichts Besonderes. Diese ist allerdings seit 2014 mit dem ehemaligen Rennfahrer Nico Rosberg verheiratet und Mutter der beiden gemeinsamen Töchter.


Bernd Wegener ist Geschäftspartner der Erben von Ottomor Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco (1940-2007), dem Spross des legendären Vampir-Grafen. Für den lange auf einem Schloss in der Nähe von Berlin lebenden Prinzen erdachte er die Marke "Castle of Dracula", unter der er ein Nachtclub-Konzept und einen blutroten Likör vertreibt.


Man gönnt ihm noch nicht einmal das Gnadenbrot
Blacky, dem alten Zirkuspferd
Zehn Jahre lang, da war er gut genug
Und nun war er angeblich nichts mehr Wert

Doch Conny, das Mädchen vom Ponyhof
Sie spürte ganz genau, was Blacky droht
Sie gab für ihn das ganze Geld, das sie gespart
Und rettete ihn so vorm sich'ren Tod

Conny, deine Freunde sind die Pferde
Conny, und du fühlst genau wie sie
Conny, deine Freunde sind die Pferde
Und dein höchstes Glück der Erde

Denn ein Pferd enttäuscht dich nie

Conny, deine Freunde sind die Pferde
Conny, das wir niemals anders sein
Denn dein höchstes Glück der Erde
Sind die Pferde ganz allein

Ganz friedlich lag die Nacht dort auf dem Ponyhof
Als Blacky plötzlich Rauch am Haus entdeckt
Er rennt so schnell er kann zu Connys Fenster hin
Und die wird dadurch aufgeweckt

Und Conny, das Mädchen vom Ponyhof
Sie löschte noch zur rechten Zeit den Brand
Sie hatte einst für Blacky sehr viel Herz gezeigt
Das Pferd hat ihr's gedankt mit viel Verstand

Refrain





Wer kann dieser süßen Geschichte von Bernd widerstehen? Vor allem nicht, wenn er in seinem roten Pulli so schnuckelig neben einem braunen Pferd (das vermutlich nicht Blacky, das alte Zirkuspferd darstellt) lächelt. Da wird es sicher im Herz mancher jungen Wendy-Abonnentin ganz warm ... und dann gibt es sogar noch eine Titelheldin namens Conny! Die ihr ganzes Geld für das Pferd opfert, das zumindest rechtzeitig vor dem Flammeninfernotod warnt! Schade, dass es nicht sprechen kann, sonst hätte es zusätzlich noch die Feuerwehr rufen können! Aber Conny hat den Brand glücklicherweise löschen können und wenn sie nicht gestorben ist, dann reitet die alte Conny auf dem noch älteren Blacky fröhlich in den Sonnenuntergang. Schmalz olé!






Für die französisch-kanadisch (extrem kitschig) produzierte Zeichentrickserie "Sissi", die von 1997 bis 1999 im deutschen Kinderfernsehen lief, wurde der Song nochmals recycelt. Über die Sängerin Carina konnte nichts herausgefunden wurden.

"Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde", besagt bereits ein altes Sprichwort. Nun ja, seit Pferdefleisch in der Lasagne müssen manche Sprichworte vielleicht ein bisschen anders interpretiert werden :D