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Samstag, 20. Juni 2020

# 92 - "Doktor" - Peggy March (1971)

Jetzt habe ich die Woche so diszipliniert und gut angefangen und bin nun schon wieder in Verzug geraten (mea culpa!) ... und das so kurz vor dem/der 1000. Besucher/in und dem 100. Post (Wahnsinn wie lange diese Zeit schon andauert!). Ich hätte - um ehrlich zu sein - nicht gedacht, dass mein Blog so viele Einträge haben wird.

NACHTRAG FÜR DONNERSTAG




PEGGY MARCH
A: Einmal verliebt, immer verliebt (M: Ralph Siegel / T: Robert Jung)
B: Doktor (M: Werner Zylka = Ralph Siegel / T: Claus Rupp = Josefine "Fini" Huber-Busch)

1971, Decca, D 29 077

Fini Busch (1928-2001) war eine durchaus gefragte Textautorin. 1984 veröffentlichte sie ein Album mit dem Titel "Lieder, die ich gerne schrieb". Darauf sind ihre größten Hits und einige ihrer Lieblingslieder enthalten. Zu ihren größten Hits zählten "Seemann, deine Heimat ist das Meer" (Lolita, 1960), "Morgen ist alles vorüber" (Esther Ofarim, 1964), "Sugar Baby" (Peter Kraus, 1959), "Ein Schiff wird kommen" (Lale Andersen, 1959) und "Dieses Jahr, dieses Jahr" (Daliah Lavi, 1971).

Peggy March wurde 1948 in Pennsylvania als Margaret Annemarie Battavio geboren. Mit einer Coverversion von Petula Clarks "Chariot" gelang ihr 1963, als 15-Jährige, mit "I will follow him" (der auch eine Grammy-Nominierung erhielt!) ein fulminanter Start, der direkt Platz 1 der US-Charts erreichte (der Song erlangte Anfang der 90er-Jahre ein erfolgreiches Revival als großer Hit im Film "Sister Act" mit Whoopi Goldberg). Peggy March ist damit die jüngste Sängerin, der das jemals gelungen war - diesen Rekord hält sie bis heute! Bis 1964 landete sie fünf Hits in den US-Top 100.
Kurze Zeit später kam sie nach Deutschland, wo sie mit dem Lied "Mit 17 hat man noch Träume" die Deutschen Schlager-Festspiele gewann, was ihr den internationalen Durchbruch brachte. Sie sang in neun Sprachen und tourte durch die ganze Welt. In dieser Zeit war sie auch dafür bekannt, die kürzesten Miniröcke zu tragen ;)
1981 zog Peggy March mit Mann und Tochter zurück nach Amerika, wo sie bis heute lebt. Als Komponistin und Texterin gelangen ihr in den 80er-Jahren zwei große Hits: "Manuel Goodbye" (Audrey Landers) und "When the Rain begins to fall" (Pia Zadora & Jermaine Jackson).
Peggy March ist bis heute aktiv und tritt immer noch regelmäßig in TV-Shows auf. 2019 veröffentlichte sie das Album "Man ist nie zu alt für Träume".

Zu ihren erfolgreichsten Titel gehören "I will follow him" (1963, #1 US, #6 DE), "Goodbye, Goodbye, Goodbye" (1965, #8 DE), "Mit 17 hat man noch Träume" (1965, #2 DE, #7 AT), "Memories of Heidelberg" (1967, #5 DE, #7 AT), "Romeo und Julia" (1967, #4 DE & AT - verkaufte sich mehr als 500.000-mal!), "Telegramm aus Tennessee" (1968, #15 DE, #11 AT), "Canale Grande Number One" (1968, #18 DE, #12 AT), "Bahama Lullaby" (1969, #13 DE), "In der Carnaby Street" (1969, #16 DE), "Einmal verliebt, immer verliebt" (1971, #23 DE) und "Fly away pretty Flamingo" (1977, #15 DE).

Nun aber zu dem Titel, den ich bereits in Post #4 als thematisch-passendes Pendant angeführt habe.

Doktor
Bitte hilf, mein Herz tut weh
Weil ich ihn heute nicht mehr seh'

Doktor, He-He-Hey
Bitte hilf, mein Herz ist schwer
Denn ich vermisse ihn so sehr

Mein Herz macht Na-Na-Na-Na-Na-Na

Stammt immer Bum-Bu-Bum-Bum-Bu-Bum-Bum-Bum-Bum
Es macht nur 
Na-Na-Na-Na-Na-Na
Stammt immer
 Bum-Bu-Bum-Bum-Bu-Bum-Bum-Bum-Bum

Er war doch immer lieb zu mir
An allen Tagen
Auf einmal ist er nicht mehr hier
Wen kann ich fragen?
Wer kann es mir sagen?
Wo er blieb, denn ich kann ohne nicht leben

Doktor
Bitte hilf, mein Herz tut weh
Weil ich ihn leider nicht mehr seh'

Oh Doktor
Bitte hilf, mein Herz ist schwer

Er fehlt mir mehr und immer mehr

Refrain

Er geht mir nicht mehr aus dem Sinn
Das muss er spüren
Und darum kann und darf ich ihn
Auch nie verlieren
Erst wenn er bei mir ist
Dann vergehen die Schmerzen in meinem Herzen

Doktor
Bitte hilf, mein Herz tut weh
Bis ich ihn endlich wieder seh'

Refrain





Peggy March, die selbsternannte Expertin personifizierter Herz-Ryhtmus-Störungen, liefert hier definitiv einen Song oberster Güte ab. Und das Beste: ohne Rezeptgebühr! 
Solltet ihr bei Gelegenheit wieder mal auf euer Herz achten (wenn euch auffällt, dass euer Herz schlägt, ist das ein äußerst gutes Zeichen, weil dann lebt ihr vermutlich noch!) und in euch hineinhören, welche Geräusche es so anzubieten hat. "Na-Na-Na-Na-Na-Na", klingt zwar auf den ersten "Hörer" nicht ganz vertrauenswürdig, scheint aber nur eine Übergangserscheinung zu sein, ehe das standardmäßige "Bum"-bern wieder einsetzt.
Übrigens: Eine internationale Studie der Universität Herzhausen am Schrittmacher kam zur Erkenntnis, dass Patientinnen, die sich in ihren Arzt verliebt haben, bei der Untersuchung eine deutlich höhere Frequenz hatten. Zudem trat der eine oder andere Herzinfarkt auf, als der Ehering am Finger des Arztes festgestellt wurde.
So schlimm ist es bei Peggy aber Gott sei Dank nicht, denn sie weiß ja, was sie braucht, damit ihr Herz wieder im Takt schlägt.
Herzschwache (heterosexuelle) Zuschauer sollten beim Video allerdings besser die Augen zu machen, denn die Länge von Peggys Kleid kann den Herzschlag gefährdend erhöhen ;) 

Herzliche Grüße und ein schlagkräftiges Wochenende ;)

Sonntag, 14. Juni 2020

# 88 - "Ananas" - Nina Lizell (1967)

Fruchtige Grüße an einem regnerischen Sonntagabend! Unabhängig ob auf der Pizza Hawaii oder als überreifes Dosenobst - Ananas eignet sich immer wieder als Aufputz am Mittagstisch. Manche Leute sind sogar so begeistert, die können davon ein Lied singen ...



NINA LIZELL
A: Ananas (M: Giorgio Moroder / T: Carl-Ulrich Blecher)
B: Wenn dich keiner mehr versteht (M: Joachim Heider / T: Günter Loose)

1967, Golden 12, G12/63

Carl-Ulrich Blecher begann in den 40er-Jahren als Schlagertexter zu arbeiten. Zu seinen erfolgreichsten Titeln gehören "Danke für die Blumen" (Siw Malmkvist, 1961), "Siebentausend Rinder" (Peter Hinnen, 1963), "Zucker im Kaffee" (Erik Silvester, 1969) und "Das schöne Mädchen von Seite 1" (Howard Carpendale, 1970).

Die schwedische Sängerin Nina Lizell wurde bereits in Post #10 vorgestellt.

Ananas, Ananas, Ananas, Ananas
Ananas, Ananas, Ananas, Ananas
Ananas, Ananas

Ananas, schön ist das
Ja, das sind die süßen Sachen
Ananas, schön ist das
Das wird immer Freude machen
Schokolade ist mein Fall
Marzipan und nochmal
Ananas, Ananas, Ananas

Was soll ich mit Spinat?
Was soll ich mit Sauerampfer?
Sugar sweet Ananas
Davon schick' mir einen Dampfer
Räucherlachs, Kaviar - danke, nein
Lieber mal Ananas, Ananas, Ananas

Doch das ist ja alles nur Ersatz für das, was noch süßer ist
Wüsste ich doch Stunde und Tag, wann du mich endlich mal küsst
Wüsste ich doch Stunde und Tag, wann fängst du endlich mal an
Immer gehst du an mir vorbei und was bleibt mir davon

Ananas, Ananas, Ananas, Ananas

Refrain





Kennt ihr das Gefühl? Ein reifes Stück Obst auf einem Teller, liebevoll angerichtet. Spürt ihr, wie euch das Wasser im Mund zusammenläuft? Und dann der Moment, wenn ihr in das süßliche Fruchtfleisch beißt? Die Aromaexplosion, die sich im ganzen Mundraum ausbreitet und den Endorphinhaushalt bis zum Bersten mit Glückseligkeit ausfüllt. Hallelujah! Und das nicht nach dem Genuss von Donizettis legendärem Liebestrank oder zumindest der geilsten Schokopraline der Welt - nein, einfach nach einem Stück Ananas!
Da hat die liebe Nina endlich geschafft, ihre schier grenzenlose Begeisterung für dieses Obst zum Ausdruck zu bringen. Scheiß auf Spinat und Sauerampfer. Mit einem grünen Smoothie oder einem Döschen Belugakaviar kann man sie nicht hinter dem Ofen hervorholen, da muss es schon die goldene Tropenfrucht sein. Ach, uns're Nina ist schon ein freches Früchtchen! ;)
Genießt diesen tropischen, live-vorgetragenen, Gute-Laune-Song im feuchtfröhlichen Knallbonbonfarbenmix!

Ananas, schön ist das - denn mit Sauerampfer ist man auf dem falschen Dampfer! Kalauer olé! ;) höhöhöhö! 

Sonntag, 24. Mai 2020

# 67 - "Meine kleine Balalaika" - Nicole (1974)

Nachdem so ein schöner Sonntag ist, möchte ich euch heute mit einem wunderbaren, schier niemals enden wollenden, Ohrwurm beglücken!




NICOLE
A: Saschka war ein Rabe (M & T: Fred Weyrich)
B: Meine kleine Balalaika (M: Gert Wilden / T: Fred Weyrich)

1974, Prom, 2429


Eins gleich vorweg: Hierbei handelt es sich nicht um eine Jugendsünde von Nicole "Ein bisschen Frieden" Seibert.

Folgendes schrieb die Plattenfirma über Nicole:

"Musik und Tiere liebt die 11jährige Nicole aus München am meisten. Sie spielt fünf Instrumente - 'am liebsten Klavier' - gleich danach aber kommen die Tiere. Dreimal in der Woche geht Nicole - Schülerin eines Neusprachlichen Gymnasiums mit den Lieblingsfächern Deutsch, Französisch und Mathematik - in den Zoo. 'Außerdem', so verrät sie, 'bin ich Mitglied im Tierschutzverein und im Förderkreis des Tierparks Hollabrunn.'
So versteht es sich eigentlich ganz von selbst, dass ihre erste Platte von Tieren handelt: Kindergeschichten von dem kleinen Raben, der ein großes Abenteuer wagt ('Saschka war ein Rabe') und von der Balalaika, die fast wie ein Mensch ist ('Meine kleine Balalaika').


Bei diesem Titel treffen wir wieder auf zwei Bekannte: Komponist Gert Wilden und Texter Fred Weyrich - beide haben uns in den letzten Tagen bereits mehrfach musikalisch beglückt.

Meine kleine Balalalalalalaika
Hat einen Hals und einen Bauch
Ein paar Wirbel und ein paar verschied'ne Saiten
Hat meine Balalaika auch

Meine kleine Balalalalalalaika
Ist ab und zu sogar verstimmt
Ganz besonders dann wenn man sie ein paar Tage
Nicht in den Arm zum Spielen nimmt

Wenn ich zärtlich daran zupfe
Macht sie leise Bing, Bing, Bang
Und so plaud're ich mit meiner Balalaika
Mit meiner kleinen Balalalalaika
Mit meiner kleinen Balalaika stundenlang

Mein Väterchen kam von der großen Reise aus Nowohrad nach Haus
Da packte er zur allergrößten Freude Geschenke für uns aus
Mamuschka bekam ein Kleid aus weißem Batist
Petruschka die Süßigkeit, die er so gerne isst
Und ich bekam das Schönste, ein Instrument aus Holz
Doch es ist fast so wie ein Mensch und ich bin darauf stolz

Refrain

Nur Beine hat sie nicht und das ist schön
Denn so kann sie niemals heimlich von mir geh'n

Refrain





Die "russische Welle" war damals bereits mehrfach zu Tode besungen, aber Produzent Weyrich gibt nicht auf und spielt einen großen Trumpf aus: eine Kinderstimme! Ha! Mit dieser müsste sich doch auch die Geschichte einer "vermenschlichten" Balalaika gut verkaufen lassen!
Da ist dem Herrn Weyrich ein Coup gelungen. Denn es gibt kaum ein Instrument, das man so schön "versingen" kann wie eine Balalalalalalalalalaika. Mit einer Gitarringedingedonge oder einem Cellodeodeodeodeheo wäre das deutlich schwieriger gewesen.

Nun. Ich zügle mich ein bisschen. Schließlich war ja die kleine Nicole damals noch ein Kind und hatte noch wenig Möglichkeiten, auf den Text Einfluss zu nehmen. Und solange sie dabei Spaß hatte, ist ja auch alles gut.
So ein Zwiegespräch mit einem Musikinstrument kann ja durchaus neue Erkenntnisse bringen. Mir fallen allein spontan zwei weitere Titel ein, die ich demnächst als Neuvorstellungen verwursten kann ;)

"Und ich bekam das Schönste, ein Instrument aus Holz
Doch es ist fast so wie ein Mensch und ich bin darauf stolz"

Das hat sich der alte Gepetto bei der "Erfindung" seines Pinocchios wohl auch gedacht? Wobei ich nicht hoffe, dass dieser auch als "Instrument" für verschiedene Gelegenheiten benutzt wurde ... öhem ...

"Nur Beine hat sie nicht und das ist schön
Denn so kann sie niemals heimlich von mir geh'n"

Das freut natürlich die kleine Nicole. Aber wenn die Balalalalalalalaika sprechen könnte, würde sie vielleicht nicht auch sagen wollen: "Du Nicole, weißte, es liegt echt nicht an dir. Wirklich. Und auch an deinem schönen Gesang gibt es nichts auszusetzen. Aber ich glaube, ich brauch ein bisschen Zeit für mich. Verstehst du? Ich hab mich die letzten Jahre immer so von dir zupfen lassen - und das war ja auch schön - aber ich möchte doch noch ein bisschen was von der Welt sehen. Wir können ja Freunde bleiben. Weißt du was, ich ruf dich einfach an, wenn ich wieder einmal Zeit habe. Tschööö"

Montag, 18. Mai 2020

# 61 - "Chi-Chi-Ba-Ba" - Bitter Sweet Company (1972)

Für die Freunde der leichten Muse habe ich heute etwas ausgepackt, dass gut zum sonnigen Wetter passt!



BITTER SWEET COMPANY
A: Jason King (M & T: Edmund Kötscher, Rudi Lindt = Rudi von der Dovenmühle & Peter Ström = Nils Nobach)
B: Chi-Chi-Ba-Ba (M & T: Rudi Lindt / Mills / Nix)

1972, Columbia, C006 29 926


Wie der Zufall es will, ist auch heute wieder "Rudi Lindt" (wie auch der gestrige Räuberhauptmann) an diesem Titel beteiligt. Darauf bin ich allerdings gestern bereits eingegangen, daher widme ich mich heute lieber der weiblichen Gesangsstimme (die männliche ist mir nämlich nicht bekannt): Margit Elke Scherer.
Zugegeben, das klingt jetzt nicht nach einem Indiz für eine internationale Gesangskarriere. Die 1950 geborene Sängerin veröffentlichte ab 1968 unter zahlreichen Pseudonymen bei diversen Plattenfirmen. Ich gehe an dieser Stelle nicht näher darauf ein, das würde den Rahmen sprengen, sondern liste dies hier einfach auf (das gibt nämlich nicht nur originelle Titel frei, sondern auch eine interessante musikalische Entwicklung sowie optische Veränderung):

- 1968 Peppi: Übermut tut selten gut / Mister Postman (Star-Ton)
- 1968 Peppi: Yesterday he went away / I'm sending you a Letter (Passe-Partout Records)
- 1969 Barby Schera: Du sollst kein Casanova sein / Oh Mr. Feuermann (CBS)
- 1970 Babs Nielsen: Hello, Mister Donovan / Old Portobello Road (Columbia)
- 1971 Babs Nielsen: Er ist Major beim britischen Garderegiment / Lonely Eremit (Columbia)
- 1972 Babs Nielsen: Er kam zurück und ruft nicht an / Wer einmal lügt (Columbia)
- 1972 Babs Nielsen: Blauer Mohn / Bitter Sweet (Columbia)
- 1973 Babs Nielsen: Hey, Hallo Montag / Einsamer Junge (Jupiter)
- 1973 Bitter, Sweet & Co: Charly / Hei Di Ho und Sha La Li (Jupiter)
- 1977 Joyce: Sweet Dreams (Part I) / Sweet Dreams (Part II) (Hansa)
- 1977 Joyce: Sweet Dreams / Try me (Hansa)
- 1978 Jennifer Eccles: Love Child / Shotgun (Hansa)
- 1979 Apple Jam: LP "Beatles Magic" (Dansan Records) - Duett mit Herlinde Grobe
- 1981 Rose & Marie: Mr. Sandman / Mr. Sandman (RCA) - Duett mit Herlinde Grobe



Später war sie auch Mitglied der Gruppe "Rockefeller" und der "Ute Mann Singers". Heute lebt und arbeitet sie wieder unter ihrem bürgerlichen Namen Margit Scherer als Gesangscoach in Essen.


Nun aber zum heutigen Song:


Chi-Baba
Chi-Chi-Ba-Ba

Chi-Chi-Cola
Rote Lippen sind zum Küssen da


Chi-Baba
Chi-Chi-Ba-Ba
Chi-Chi-Cola
Rote Lippen sind zum Küssen da

Doch Vorsicht bei Blondinen
Die tun erst so scheu und sind selten treu
Die blondgelockten Bienen
Sind kühl wie der Monat Mai
Und trotzdem muss man es versuchen
Den süß sind Rosinen im Kuchen

Refrain


Ein bess'rer Herr aus Bremen
Der sagte mir heute: "Das ging zu weit
Ich sollte mich was schämen
Zu küssen in der Öffentlichkeit"
Als er sich so bitter beklagte
War ich es, der freundlich sagte

Refrain



Ich bin jetzt selbst überrascht, wie tagesaktuell der Song doch ist. Zugegeben, heute ist es ein sonniger Mai-Tag, aber in den Tagen davor hätte sich auch kaum eine "braungelockte" Biene hervorlocken lassen.
Textlich schrammen wir wieder hart an der klischeehaften holden Weiblichkeit vorbei, der sich kein (armer) Mann entziehen kann. Besonders feinfühlig:

Und trotzdem muss man es versuchen
Den süß sind Rosinen im Kuchen

Ja, welch trefflicher Vergleich. Wenngleich mir doch in den Sinn kommt, dass Rosinen nicht gerade der beliebteste Kuchenbestandteil ist.
Aus Ermangelung weiterer anspruchsvoller Versreime, habe ich mein Hirn noch ein bisschen gemolken und dabei sind folgende Kreationen (die sich noch für die dritte Strophe geeignet hätten) herausgekommen:

Jetzt hör' doch auf zu schmollenDen Diabetis bringt auch ein Stollen

Egal wie lang ich noch weiter hoff
Mein Herz schlägt nur für Malakoff

Und wer ist eigentlich diese "Chichi Baba"? Ihre Schwester heißt anscheinend "Chichi Cola" (interessante Familienverhältnisse). Und dann, wenn man gerade festgestellt hat, dass rote Frauenlippen ausschließlich zum Küssen da sind (nicht etwa zum Reden oder so ...), mischt sich jetzt noch ein "bess'rer Herr aus Bremen" ein. Jaja, diese Männer kennen wir ja. Anscheinend ist er aber an einem Menage-a-troi nicht interessiert, sondern hebt erbost mahnend den Zeigefinger und stellt sich als sittlichkeitsafiner Moralapostel heraus. Moment mal ... ist aktuell küssen in der Öffentlichkeit nicht auch verboten? Ach nein ... zu unterlassen ... also nicht empfohlen ... also jedem selbst überlassen ... also eh legal ... oder so. Bussi und (Chichi-)Baba für heute ;)

Sonntag, 17. Mai 2020

# 60 - "Du spielst immer Räuberhauptmann" - Valerie Pascale (1969)

Für alle, die heute noch keine Idee haben, was sie spielen können oder nach einer neuen Identität Ausschau halten, habe ich etwas Leichtfüßiges vorbereitet: 




VALERIE PASCALE
A: Du spielst immer Räuberhauptmann [?] (M: Gianni Meccia / dt. T: Rudi Lindt = Rudi von der Dovenmühle)
B: Immer wenn es Abend wird (M & T: Rudi Lindt / Günter Sonneborn / Frank Stern)

1969, Vogue, DV 14 825


Bei Valérie Pascale handelt es sich um eine junge belgische Sängerin, die Mitte der 60er-Jahre erste Schallplattenaufnahmen machte. Zwischen 1968 und 1969 nahm sie drei Singles in deutscher Sprache auf - nach dieser wurde der Vertrag augenscheinlich nicht mehr verlängert. Der letzte Hinweis auf ihr musikalisches Schaffen ist ein Fernsehauftritt im Jahr 1971. Was aus ihr wurde, ist nicht bekannt.

Bekannter hingegen war der Kölner Textautor Rudi von der Dovenmühle (1920-2000), von dem u. a. Titel wie "Ich will 'nen Cowboy als Mann" (Gitte, 1963), "Caroline" (Ray Miller, 1970) oder die "Liechtensteiner-Polka". Auch der deutsche Beitrag zum Grand Prix d'Eurovision von 1964, "Man gewöhnt sich so schnell an das Schöne" von Nora Nova, stammte aus seiner Feder. Der Song selbst fiel leider durch und landete - punktelos - am letzten Platz.

Nun aber zu diesem literarischen Hochgenuss:

Du spielst immer Räuberhauptmann
Wie das sonst die Buben tun
Du raubst heimlich jedes Mädchenherz
Und bereitest damit Liebesschmerz
Du machst alles wie ein Tunichtgut

Kaputt - kaputt - kaputt

Du spielst immer Räuberhauptmann
Wie das Ali Baba tat

Morgens kommen Blumen schön verpackt
Und bei Nacht und Nebel wird dein Herz geknackt
Du machst alles wie ein Tunichtgut
Kaputt - kaputt - kaputt

Wenn ein Mädchenherz auch goldig ist, ja, ja
Sowas stielt man nicht bei Nacht, no, no

Du hast schon so manches Girl gekränkt
Und vielleicht hätt' grad dieses Girl 

Dir von Herzen lieb und gern ihr Herz geschenkt
(Wiederholung)





Ja, wer kennt sie nicht, die bösen Räuber, die Nachts kommen und einfach Herzen klauen. (Ein Umstand, der auch Gaby Baginsky nicht fern war und ein paar Jahre später auch von ihr musikalisch in Szene gesetzt wurde.) Gut, dass die brave Valerie ihres besonders heftig bewacht hat. Andere Stellen wurden möglicherweise auch mithilfe eines zeitgemäßen Keuschheitsgürtels (farblich passend zum Mini) kaschiert. Besonders dankbar bin ich Textautor Rudi vor allem für die Verwendung des Worts "Tunichtgut" - eine großartige bildhafte Bezeichnung für manch fragwürdige Individuen, die man einfach nicht treffender beschreiben kann - das sich auch besonders gut auf das akzentbehaftete "kapuuut" reimt.

Literarisches Highlight ist definitiv folgende Verszeile: "Du hast schon so manches Girl gekränkt und vielleicht hätt' grad dieses Girl dir von Herzen lieb und gern ihr Herz geschenkt". Das fehlerfrei (in diesem Tempo) auszusprechen, fiele selbst mahnschäm ... pardon, manchem Muttersprachler schwer. An dieser Stelle also noch ein Sonderpunkt für Valerie und an jene Person, die die ehrenvolle Aufgabe bekam, reihenweise Geschirr zu zerdeppern, um dem Song das "gewisse Etwas" zu verleihen (und um zweifellos einiges kaputt zu machen)!

Wenn ihr euer Herz verschenken möchtet, dann müsst ihr es gar nicht nett einpacken. Lasst es aber vielleicht nicht an zu öffentlichen Orten liegen, sonst wird es am Ende von der falschen Person "geknackt" und ist dann nur noch kaputt kaputt kaputt ...

Mittwoch, 29. April 2020

# 42 - "Der Zuckerbäcker-Beat" - Tilly (1971)

Nachdem ich euch die letzten Tage kulinarisch etwas vernachlässigt habe, habe ich mich heute intensiv - nicht nur wegen meines bald anstehenden Geburtstages - mit Kuchen und Torten auseinandergesetzt. Herausgekommen ist dabei die folgende musikalische "Entdeckung":




TILLY
A: Der Zuckerbäcker-Beat (M: Rudi Bauer / T: Kurt Hertha)
B: Ällebätsch (M: Peter Horton / T: Kurt Hertha)

1971, Global, 6004 975
produziert von Egon Pfrenger

Bei Tilly handelt es sich um die belgische Sängerin Tilly Heylen (* 1947), die zwischen 1967 und 1973 15 Singles in Belgien, Deutschland und den Niederlanden veröffentlichte.
Deutsche Titel waren u. a. "Regen auf den Wegen" (1968), "So ein himmelblauer Tag" (1969) oder "Fische brauchen frisches Wasser" (1971). Nach dem Tod ihres deutschen Produzenten endete ihre Gesangskarriere abrupt, da die belgische Plattenfirma kein Interesse mehr zeigte. Auch ihre Ehe wird als Grund genannt. Erst nach ihrer Scheidung begann sie wieder als Sängerin aufzutreten, u. a. mit Eddy Wood. Mehr ist über Tilly, die vielfach als die "belgische Brenda Lee" bezeichnet wurde, nicht bekannt.

Textautor Kurt Hertha war in der Szene durchaus bekannt und gefragt. Einige Hits aus seiner Feder waren beispielsweise "Monsieur" (Petula Clark, 1962), "My Boy Lollipop" (Heidi Bachert, 1964), "Ganz in weiß" (Roy Black, 1965), "Bianca" (Freddy Breck, 1973) oder "Du kannst nicht immer 17 sein" (Chris Roberts, 1974).

Der heutige Titel ist da schon etwas "spezieller":

Wir tanzen, wir tanzen den Zuckerbäcker-Beat
Den Zuckerbäcker-Beat
Den Zuckerbäcker-Beat

Der Kuchen, die Torten
Der Zuckerbäcker-Beat
Die machen das Leben so süß

Neulich ging ich in die Konditorei
Doch da war leider der Kuchen schon aus

Denn die Bäcker sangen und tanzten
Mit schneeweißen Hüten durchs Haus


Refrain

Abends war ich in meiner Discothek
Da kam ein junger Konditor herein
Und wir beide schauten uns lächelnd an
Nun bin ich nicht mehr allein

Refrain


Also ich hab ja wirklich schon einigen Blödsinn gehört - aber in Bezug auf Kuchen und Torten darf man wirklich keine schlechten Witze machen! Was möchte uns der Textautor mit diesem Titel sagen? Ich habe absolut keine Ahnung! Wenn es wenigstens ein Lobgesang auf das Zuckerbäckerhandwerk wäre, aber nein, nicht einmal eine Ode an die Diabetis. 
Die arme Tilly kann den verunsicherten ZuhörerInnen nicht einmal verbal nahebringen, was den "Zuckerbäcker-Beat" vom "Schornsteinfeger-Beat" oder "Gas-Wasser-Installateur-Beat" unterscheidet. Außer, dass scheinbar "Der Kuchen, die Torten" involviert sind. Aber "machen sie das Leben nur süß" oder sind sie auch notwendige Hilfsmittel zur korrekten Performance? Diese Fragen kann uns Textautor Kurt Hertha leider nicht beantworten. Die Tilly scheint das ja nicht weiter zu stören. Sie wollte zwar in die Konditorei gehen, um vermutlich einen Kuchen für ihre kranke Großmutter, die einsam und allein in einer Hütte im Wald lebt, zu besorgen. Als sie feststellt, dass der Kuchen aus ist, verlässt sie die Konditorei allerdings nicht, um sich andernorts nach Ersatz umzusehen, sondern ist begeistert von der Zuckerbäckerbelegschaft, die lieber fröhlich singt und tanzt, als Kuchennachschub bereit zu stellen.
Tillys weitere Vorgehensweise überrascht, als sie als nächstes berichtet, dass sie daraufhin abends in eine Disco geht. Die Oma wird wohl noch einen Tag leben, wenn das junge Girl Spaß haben will und hey, Kuchen war eh aus. So what! Ich bin begeistert, dass Tilly sofort erkannte, dass es sich bei dem jungen Mann - in den sie sich natürlich sofort Hals über Kopf verliebte - selbstredend um einen Konditor handelte. Wahrscheinlich trug er noch immer sein Zuckerbäcker-Outfit und war direkt aus der Backstube in die Disco getänzelt. Na super, jetzt habe ich Lust auf Kuchen - aber Hauptsache Tilly ist nicht mehr allein!





Für diesen flotten Käse...kuchen vergebe ich fünf Tortenheber, die man - zur Aufwertung des Songs - noch fröhlich-unrhythmisch gegen den Takt aneinanderschlagen kann. Bei der Musik kann einem selbst der beste Kuchen vergehen :/

Montag, 27. April 2020

# 40 - "Ein Mann mit Brille" - Daffi Cramer (1977)

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein großer Freund des anspruchsvollen Chansons bin. So gebe ich dieser stark vernachlässigten musikalischen Gattung heute wieder Raum, sich zu entfalten. Musikalische Meisterwerke dieser Art werden seitens des Publikums einfach viel zu wenig gewürdigt. #sarcasmoff
Das heutige Lied widme ich all jenen, die genauso schaßaugat wie ich und in der Früh als erstes gefühlt Stunden damit beschäftigt sind, die notwendigen Errungenschaften aufzulesen, ehe die restliche Außenwelt - auch nur ansatzweise - Betrachtung finden kann.




DAFFI CRAMER
A: Ein Mann mit Brille (M: Christian Bruhn / T: Günther Behrle)
B: Ein schöner Tag mit einem jungen Mann (M: Claus Dittmar / T: Fritz Muschler)

1977, Ariola, 17 584 AT
produziert von Fritz Muschler


Wenn man Angelika Ramme heißt, in Gladbeck geboren wird und in Essen lebt, dann klingt das nicht unbedingt nach dem glamourösen Lebenslauf eines Stars.
Die um 1954 geborene Sängerin ist - gemäß ihrer ersten Plattenfirma - die Urururururur-Enkelin von keinem geringeren als Johann Sebastian Bach. Nun, die eigene Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, dachte sich wohl auch J. S. Bach - der in den 70er-Jahren wohl Johnny River heißen hätte müssen, um Karriere zu machen ;). Die gute Angelika vergeudete ihr Talent allerdings nicht, um schnöde Bachkantaten zum Besten zu geben:

"Bei so viel erblicher Vorbelastung ist es kein Wunder, dass sie sich schon frühzeitig der Musik verschrieben hat. Bereits im Schulchor fiel ihre ausgeprägte Sopranstimme auf." (All jene, die einmal Mitglied eines Schulchores waren, wissen, dass die Stimmen, die einem am stärksten auffallen, nur in den seltensten Fällen die besten sind ... vor allem wenn sie aus der Sopranecke stammen!) "Sie lernte Flöte und Violine spielen und nahm am Stadttheater Gelsenkirchen Gesangs- und Tanzunterricht. Nebenbei sang sie in verschiedenen Bands, bis sie für den Plattenmarkt entdeckt wurde."

1972 wird der Sänger und Musikproduzent Dieter Lünstedt alias Tony Hendrik auf die junge Sängerin aufmerksam und nimmt sie unter seine Fittiche. Als Sänger hatte er selbst bereits kleinere Erfolge für sich verbuchen können. Großen Erfolg hat er etwas später durch die Entdeckung von Phil & John und Dennie Christian.
Nachdem der Name Angelika Ramme nicht genug Starpotential weckt, wird ein Künstlername kreiert: Und zwar Daffi von Cramer. Wem auch immer diese Kreation eingefallen ist, Chapeau! In dieser Zeit landete auch die blutjunge Juliane Werding mit dem Titel "Am Tag als Conny Kramer starb" einen Riesenhit. Der besungene Junge starb übrigens einen dramatischen Tod aufgrund einer Überdosis.

"Am Tag als Daffi von Cramer sang", könnte man vermelden und ihre erste Schallplatte wurde 1972 produziert: Eine (neue) deutsche Coverversion des Little-Eva-Hits "Locomotion".
Da man mit Adelstiteln in den deutschen Charts wenig Erfolg hatte, wurde das "von" für die dritte Single erfolgreich gestrichen. Bis 1980 kamen 11 Singles auf den Markt. Vier Produzenten versuchten mit ihr einen Hit zu landen - mit bescheidenem Erfolg. Ihr erfolgreichster Titel war "Charly, lass dir einen Bart steh'n" (1976) - "Damit wird Daffi sicherlich auch die Bärtigen unter ihren Fans begeistern"
Es folgten Titel wie "Pack' die Koffer ein", "Peter, dein Zug geht morgen früh", "Fang' dir den Regenbogen", "Du bist eine Sünde Wert", "Peter ist der Größte" und "Fische wollen schwimmen".
Ab 1980 wurde sie die neue Duettpartnerin von Henry Valentino ("Im Wagen vor mir") und tritt bis heute noch gelegentlich - gemeinsam mit ihm - im Fernsehen auf.

"Wie wohl Daffis berühmter Vorfahr auf ihre musikalischen Ambitionen reagieren würde? Nun, er würde applaudieren, davon ist Daffi jedenfalls überzeugt.", bekundete ihre Plattenfirma 1974.

Ich kann nicht anders, aber wenn ich "Daffi" höre, muss ich unvermeidlich an "Daffy Duck" denken. Und der ist mir - trotz seines Gequietsches - ein bisschen sympathischer ;)


Textautor Günther Behrle war übrigens bis zum vorliegenden Titel u. a. für folgende "interessante" Titel verantwortlich: "Schnee in der Sahara" (Teddy Parker, 1971), "Ich hab in Essen in mein Herz vergessen" (Kirsti, 1971), "Ein Mann wie Jason King" (Claudia Costa, 1973), "Und wenn die Sonne scheint, denkt keiner an den Regen" (Ireen Sheer, 1973), "Du hast Talent zum Happy-End" (Ray Miller, 1973), "Heute hat die Liebe Geburtstag" (Peter Sanders ,1974), "Reden ist Silber, küssen ist Gold" (Wencke Myhre, 1974), "Sweet Beat Honey Sunny Boy" (Maggie Mae, 1975), "Hei Hei Hei mein Herz ist nicht mehr frei" (Ric Gerty, 1975) oder "Ich möcht' der Knopf an deiner Bluse sein" (Bata Illic, 1976).

Nun aber zum Mann mit Brille:


Meine Freundin rief an
Denn sie traf einen Mann
Der hat Geld und zwei Autos
Und 'ne Villa in Cannes

Doch ich lachte sie aus
Sowas regt mich nicht auf
Ich brauch' keine Millionen
Ich sag' nur zu meinem Klaus

Ein Mann mit Brille
Das ist das Höchste der Gefühle
Mit etwas Glück und Glas
Macht mir die Liebe Spaß

Dem Mann mit Brille
Schau' ich so gern in die Pupille
Ja darauf stehe ich
Und darum lieb' ich dich

Letzten Sonntag um drei
Kam sie bei mir vorbei
So zu Kaffee und Kuchen
Und auch mein Klaus war dabei

Er hat Witz und Humor
Und es kommt mir so vor
Sie kann endlich verstehen
Das beim ersten Mal ich schwor

Refrain

Was and're haben, ist mir völlig gleich
Denn deine Brille ist mein Himmelreich


Refrain

Doch wenn ich ihn ganz nah bei mir hab'
Nimmt er die Brille ab


Ja, ich bin wirklich hart im Nehmen, aber so einen blöden Text hab ich echt schon lang nicht mehr gehlört. Da nützt es auch nichts, wenn sich die gute Daffi - frisch geföhnt - in einem sexy Norwegerpullover auf der kack... cognac-farbigen Ledercouch rekelt und dabei kess Autogramme schreibt.
Also das Reimschema ist billig zum Quadrat und strotzt nur so vor Vorurteilen und Klischees. Teilweise wird versucht mit purer Gewalt Reimpaare zu finden (aus-Klaus, Glas-Spaß, ich-dich, drei-vorbei-dabei), bei Brille-Gefühle und Brille-Pupille bekomme ich allerdings heftigste Anfälle und meine Zehennägel beginnen sich bereits einzurollen.

Und der Refrain ist so unfassbar schlecht, dass mir dafür wirklich jegliche Worte fehlen. Sorry!

Ein Mann mit Brille
Das ist das Höchste der Gefühle
Mit etwas Glück und Glas
Macht mir die Liebe Spaß

Dem Mann mit Brille
Schau' ich so gern in die Pupille
Ja darauf stehe ich
Und darum lieb' ich dich


Die Antwort von Klaus könnte höchstens folgendermaßen lauten:

"Wenn sie bei mir is',
Gafft sie nur stumm in meine Iris
Wenn sie mich so blöd anschaut
Reizt das nur meine Netzhaut"

Gut, dass der Textautor noch einmal die Kurve bekommen hat. Ich habe den armen Klaus bereits - völlig unvorbereitet - trotz "Witz und Humor" (vor meinem geistigen Aute) an einem Tumor verenden sehen ...

Wir fassen also zusammen: Geld, Autos und eine Villa in Cannes sind unwichtig, sobald der Mann eine Brille hat. Simple Story.

Und besonders schön, sind noch die "Abschlussbemerkungen":

Was and're haben, ist mir völlig gleich
Denn deine Brille ist mein Himmelreich

Doch wenn ich ihn ganz nah bei mir hab'
Nimmt er die Brille ab

Da ist ihm die gute Daffi wohl einmal zu nah ins Antlitz gedonnert! Aber Scherben bringen ja bekanntlich Glück. Ob Kontaktlinsen einen Trennungsgrund liefern würden?
Mich wundert es sehr, dass kein Optiker diesen Ohrenschmaus als Werbung verbraten hat. Aber gut, das wäre vermutlich ein zu großes "Himmelreich" geworden ... Ob Daffi wohl geil wurde, wenn Klaus' Pupillen nach der Augenuntersuchung so richtig groß waren? Und was hätte Johann Sebastian Bach dazu gesagt. Fragen über Fragen!




Für dieses optikerfreundliche Machwerk vergebe ich fünf Brillenputztücher, damit sich die gute Daffi beim nächsten Blick nicht so anstrengen muss ;)

Freitag, 24. April 2020

# 37 - "Hatschi-Waldera" - Nina Hagen (1975)

Heute machen wir eine weite Reise, in ein Land vor unserer Zeit (nein, nicht Disney Land!). Ein Land, das heute nicht mehr existiert (nein, nicht Fantasialand) - wir gehen heute in die ehemalige Deutsche Demokratische Republik, kurz DDR. Unglaublich, dass es diesen Staat knapp 30 Jahre gegeben hat. Ein gutes (und zweifelhaftes) Beispiel dafür, dass es keine installierte App am Smarpthone bedarf, um seine BewohnerInnen zu überwachen.




NINA HAGEN
A: Hatschi-Waldera (M: Ulrich Gumpert / T: Nina Hagen)
B: Wir tanzen Tango (M: Wolfgang Wallroth / T: Werner Mangalin) 

1975, AMIGA, 4 56 158

Brav und süß tönt die junge Catharina "Nina" Hagen damals bei ihrer dritten und vorletzten Single in der DDR. Ein Jahr zuvor gelang ihr mit ihrem Schallplattendebut "Du hast den Farbfilm vergessen" ein Riesenerfolg. 
Ihre Mutter, die Schauspielerin Eva-Maria Hagen, lebte mit dem Dissient Wolf Biermann zusammen, weshalb auch Nina als "politisch unzuverlässig" galt, was ihr die Aufnahme an der Schauspielschule verwehrte.
Die 1955 geborene Hagen absolvierte eine einjährige Gesangsausbildung und durfte sich  fortan "staatlich geprüfte Schlagersängerin" nennen.
Nach ihrer 1976 erschienen Single "Ich bin da gar nicht pingelig" und "Honigmann" brachte sie eine Solidaritätsbekundung für den 1976 ausgebürgerten Sänger Wolf Biermann ins Abseits, weshalb sie die Chance nutzte und am 28. Dezember des gleichen Jahres offiziell "rübermachte", also in den Westen emigrierte.
Von da an ging es rasant weiter. Im Westen wurde sie schnell bekannt und veröffentlichte zahlreiche Songs. Sie wird heute gerne als "Godmother of Punk" bezeichnet und gilt als großer Einfluss auf die deutsche "New Wave"-Szene.

Nina Hagens "Schlager" waren ein Mittel zum Zweck. Die Lieder, die sie Ende der 70er-Jahre in Westdeutschland machte, wären in der DDR undenkbar gewesen. Hier musste die Systemkritik etwas harmloser und versteckter ablaufen. Schließlich mussten auch Schlagertexte vor Veröffentlichung von der Zensur geprüft werden.

Ich bin erkältet, ich habe einen Schnupfen
Und ich kann nicht im Sonnenschein rumhupfen
Ich steh' am Fenster und schau' in unser'n Garten
Hinaus, denn da stehst du und winkst mir zu

Hatschi-Waldera
Du bist so süß, hutziputzi
Hatschi-Waldera
Ich hab' dich lieb

Hatschi-Waldera
Und wenn ich wieder gesund bin
Dann küss' ich, dann küss' ich
Dann küss' ich eintausendmal

Du bringst mir Blumen und Ostereierdragees
Weil ich die am liebsten von unser'n Bonbons ess
Noch eine Woche, dann komm ich wieder raus
Und kann mit dir zusammen sein, so wie vorher

Refrain



Das Video zeigt Nina bei einem Auftritt in einer osteuropäischen TV-Sendung. Anmoderiert wird sie von Karel Gott. Kennt man Nina Hagens schrilles und extrovertiertes Auftreten, dann kann man kaum glauben, dass sie und diese 21jährige Frau mit Häkelponcho und bravem Bubikopf ein und dieselbe Person sind.

Ist das nicht herrlich? Eine derart verschnupfte Liebesbekundung? Ich meine gut, heute ist das nicht mehr möglich. Da würde ein Niesen ohne Handvorhalten oder ohne Schutzmaske wohl bereits als erschwerte Körperverletzung oder zumindest als Scheidungsgrund gelten.
Dieser Titel, der sich in Machart und Arrangement ein bisschen dem 30er-Jahre-Comedian-Harmonists-Stil annähert, hat auf jeden Fall sehr viel Charme und wird putzigst vorgetragen. Besonders schön finde ich ja die "Nies-Koloraturen" ab Minute 2:25.

Da kann ich nur sagen fünf Vorratspackungen Taschentücher mit Menthol gibts als Wertung von mir für diesen intensiven Liebessong!

Habt einen schönen Start ins Wochenende und denkt daran, immer wenn irgendwo ein Mensch niest, heißt es, dass jemand gerade verliebt an jemanden denkt ... oder Schnupfen hat ... oder Pollenallergie ... oder Hausstauballergie ... oder an zu viel Pfeffer geschnüffelt hat ... egal ... Haaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaatschi ... Gesundheit euch allen!

Donnerstag, 23. April 2020

# 36 - "I steh' nur auf Italiener" - Margit P. (1986)

Für die heutige Songvorstellung müssen wir nicht so weit reisen: es geht nach Bayern! Thema des heutigen Songs ist wieder einmal Liebe in einer besonderen Form.
(Ich habe übrigens schon lange kein Schallplattencover mehr so laut "Hey, schau mal, wir sind die 80er!!" schreien gesehen, wie dieses!)




MARGIT P.
A: I steh' nur auf Italiener (M: Lenz Hauser & Herbert Heudecker / T: Herbert Heudecker)
B: I mog di [Piove] (M: Domenico Carlucci / dt. T: Lenz Hauser & Siegfried Labenz) 

1986, Koch-Records, AS 145.267
produziert von Lenz Hauser

Margit P. wurde 1963 als Margit Petraschka geboren und lebte damals im niederbayerischen Eggenfelden. Bekannte Persönlichkeiten, die ebenfalls dorther kamen, sind die deutsche Kabarettistin Lisa Fitz und der seit 2018 verschollene Sänger Daniel Küblböck.
Bereits in der Schule war sie musikalisch aktiv, spielte Saxophon, sang in unterschiedlichen Formationen und hatte eigene Bands. Sie arbeitete damals als Friseurin. Margit brachte es immerhin auf eine Hand voll Schallplattenaufnahmen. Weitere Titel waren beispielsweise "Kinderaugen", "Bodybuilding", "Ui, i bin im Radio" und "September in Rimini".

Mit ihrer Eigenkomposition "Der Sonne entgegen" versuchte sie 1986 ihr Glück beim deutschen Vorentscheid für den Grand Prix d'Eurovision, landete damit aber nur auf Rang 9. Diesen Bewerb konnte Ingrid Peters mit "Über die Brücke geh'n" für sich entscheiden (beim ESC belegte sie Platz 8).

Das ganze lange Jahr hab' ich gespart für meinen Urlaub in Italia
Ich hab' dafür einen guten Grund, drum muss ich immer wieder hin
Es liegt nicht an der Sonne oder an dem weißen Strand der blauen Adria

Es ist was völlig anderes, das geht mir einfach nicht mehr aus dem Sinn

--> Gut, dass dieser Song aus dem Jahr '86 ist - damals, als man noch ohne Probleme nach Italien fahren konnte. Durch den Corona-Ausbruch wird der Traum von "Bella Italia" wohl noch für einige Zeit ad acta zu legen sein :/ Die gute Margit müsste heute ihr gespartes Urlaubsgeld wohl für einen Trip nach Salzgitter, Detmold, Buxtehude oder Bad Salzuflen ausgeben.

Jo i steh nur auf Italiener
Auf Spaghetti, Vino, Pizza, Amore, o la la 
Und nächstes Jahr, do kumm i wieder
Denn meine Papagalli s
an sicher wieder da

--> Dennoch zeigt sich Margit bescheiden. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen - daher ist die Reihenfolge Nudeln, Wein, Pizza, Liebe ganz klar vorgegeben. Für meinen Geschmack fehlt noch eine ordentliche Portion Gelato, aber man muss ja nicht alles haben - kommt ja auch auf die Menge an! ;)

Im letzten Urlaub hab' ich mir gedacht, ich hätte ihn gefunden
Schwarze Haare, blauen Augen und mit einer sportlichen Figur
Braungebrannt und wie er von sich selber sagt auch nicht gebunden
Doch er war kein Italiano, von Temperamento keine Spur

--> Tragisch, dass sich der vermeintliche Italiener dann doch als Flop herausgestellt hat. Wie sie trotz der intensiven Informationseinholung getäuscht werden konnte, ist nicht überliefert. Anscheinend hat ihn aber im entscheidenden Moment sein "Temperamento" verlassen. Das ist natürlich blöd. Weiche Nudeln können ja bekanntlich nix, die müssen schon "al dente" sein ;)

Refrain

Bella Italia
Bella Italia
Bella Italia
Bella Italia

Refrain




Margit P. hat sich dann Ende der 80er-Jahre wieder aus dem professionellen Musikgeschäft zurückgezogen. Was sie heute genau macht, ist mir nicht bekannt. Nur, dass sie verheiratet ist und heute Zitzelsberger heißt. Der Name spricht dafür, dass sie nicht mehr nur auf Italiener steht! ;)

Für diesen obskuren Liebesbeweis vergebe ich dennoch fünfmal Pizza Calzone und lege noch eine equisite Flasche Lambrusco drauf.

Wenn euch das Fernweh packt, schaut euch alte Urlaubsfotos an, esst Pizza (von mir aus auch tiefgekühlt), trinkt ein Glas Wein und überlegt euch Dinge, die auch abseits vom Sandstrand schön sind! :D

Freitag, 17. April 2020

# 30 - "Fluffy'" - Gloria Balsam (1980)

Heute feiere ich mit euch den ersten Monat dieses Blogs. Die wohl 30 sonderbarsten Tage meines Lebens liegen hinter mir. Angereichert mit vielen schönen Momenten und ebenso vielen traurigen. Hoffnung, Perspektivlosigkeit, Optimismus, Ratlosigkeit, Freude, Trauer, Glück und Leid gaben sich stets die Klinke in die Hand.
Was ist geblieben? Was ist mir eigentlich in meinem Leben wichtig? Was ist wichtig, was verzichtbar? Wo liegt der Sinn? Fragen über Fragen, auf die ich auch heute - etwas mehr als einen Monat der "menschlichen Entbehrungen" noch keine Antwort gefunden habe. Und vermutlich auch so schnell nicht finden werde.

An solchen Tagen ist dieser Blog zu einer angenehmen Ablenkungen geworden. Eine tägliche Aufgabe, zu der man sich aufraffen muss. Und am Ende des Tages ein kleines Sinnbild dafür, dass man zumindest "etwas" geleistet hat. Zudem treibt es mir selbst meist ein kleines (oder sehr großes) Lächeln ins Gesicht und all die Skurrilitäten lassen mich ein bisschen vergessen und helfen mir dabei, das Kopfkino klein zu halten und mich mit kindlicher Naivität an den vielen Kleinigkeiten des Alltags zu erfreuen.

Zum 1-Monats-Jubiläum daher etwas Besonderes: Heute sogar in englischer Sprache!




GLORIA BALSAM
A: Fluffy (M: Richard van Dorn / T: Davey Sayles)
B: Rockin' high Hopes (M & T: Sammy Cahn & Jimmy van Heusen) 

1980, Richmond Records, RICH 3
produziert von Richard van Dorn


Gloria Balsam ist definitiv das Skurrilste und Schrägste, das mir jemals untergekommen ist. Ich würde sie als "Florence Foster Jenkins der 80er-Jahre" bezeichnen.

"Not many have heard 'Fluffy', but the few that have will never forget it."

Dieses Zitat spricht bereits Bände.

Nun aber ein paar Facts zu Gloria Balsam. Gloria wurde Ende der 50er-Jahre als Cynthia Frantz in Philadelphia geboren. Die Familie zog mehrfach um. Für Cynthia, die Tochter eines in den Niederlanden geborenen Bürgerrechtlers und einer Mutter mit "Spionage-Neigung", war es schier unvermeidlich, dass sie von der Bühne und öffentlichen Auftritten wie magisch angezogen wurde. Während ihrer High-School-Zeit in Kalifornien, kam sie mit der "Pre-Punk-Underground"-Szene in Kontakt und knüpfte hier erste Kontakte. Es folgten Auftritte in verschiedenen Formationen, ehe sie die Möglichkeit bekam, in einer TV-Show aufzutreten (es wurde bewusst jemand gesucht, der möglichst wenig Gesangstalent besitzt). Und dieser Auftritt schlug ein und führte letztlich zu ihrer einzigen Schallplattenaufnahme "Fluffy". Doch es war schwierig, die Kosten für diese Produktion zu übernehmen.
An einem Frühlingstag 1978, als Cynthia bei einem Freiluftevent am Uni-Campus ein Lied san... äh ... zum "Besten" gab, hörte sie ein gewisser Jeff Finder. Dieser war so fasziniert von den Tönen, die die junge Frau - jenseits von Gut und Böse - produzierte, dass er sofort versuchte, sie ausfindig zu machen. Es war Cynthias Glückstag. Er finanzierte die Produktion von 1.000 Singles, die im Frühling 1980 "in die Welt" gingen und u. a. auch Teil von "Rhino's Worlds Worst Records" wurde.


"A comedienne extraordinaire and scintillating songstress ... her skirts sometimes mini, but her talent always maxi." (Rock Scene, Januar 1981)

Cynthia hatte etwas, das den Leuten gefiel. Sie war souverän und verkaufte sich gut. Dass sie kein Gesangstalent besaß, war da tatsächlich nebensächlich.
1981 zog sie nach New York, wo sie einige Jahre "performte", ehe sie zurück ans College ging und Jura studierte. Sie lebt und arbeitet ("juvenile defender") heute in Vermont.

Nun zum Text: Natürlich ist mir klar, dass das ganze Projekt "Gloria Balsam" nicht wirklich ernst gemeint war - trotzdem wurde vermutlich nicht wenig Geld hinein investiert und die Singles gibt es ja ... also muss man es trotzdem bewerten!

Eigentlich müsste ich zuerst das Bildcover bewerten. Schwarz-weiß. Es ist ein ganz normaler Tag. Die junge Cynthia sitzt, wie üblich, in ihrem 50er-Jahre Kleid mit ihrer Nerzstola in der Gondel. Als sie ihren Blick über die weißen Handschuhe, die natürlich perfekt zu ihren Strümpfen passen, schweifen lässt, stellt sie fest, dass die "Haltevorrichtung" von Fluffy leer ist. Der kleine Köter muss sich irgendwann unbemerkt aus dem Staub gemacht haben.
Doch wie konnte er Glorias liebevollen und sanftmütigen Rufen widerstehen?

Here, Fluffy
Where are you? Where are you?

First time I saw Fluffy, was a cold December night
Shivering in the darkness by the roadside
A lost and lonesome puppy that couldn't reallywalk, but tried
To run to me somehow, I knew my Fluffy would always be by my side

I took you home and cared for you and nursed you back to health
Everyday we would run and play
How we've grown to love each other, everywhere we go
You and me, somehow I knew my Fluffy would always be by my side


--> Der arme Hund dachte sich wohl, dass das Leben schon beschissen genug ist, wenn man mitten in der Pampa ausgesetzt wird. Das einen dann aber noch eine hysterische junge Frau mit eindeutig zu viel Begeisterung und Liebenswürdigkeit einfach einpackt und mitnimmt, konnte niemand ahnen. Am wenigsten wohl Fluffy, der eigentlich Bob, Bello oder Vladimir hieß. Jedenfalls etwas maskuliner als Fluffy.

Here, Fluffy
Where are you? Where are you?
Oh, how much you mean to me

One day we went camping and little Fluffy got lost
Oh, where? Oh, where could Fluffy be?
We looked but couldn't find you when it was time to go
Somewhere my Fluffy's looking for me


--> Fluffy hat die einzige mögliche Chance genutzt und sich aus den Fängen dieser vermeintlichen Tierliebhaberin entzogen. Vermutlich wäre er sonst zu Tode geschmust, geknuddelt oder gestreichelt worden. Man vermutet, dass er inzwischen - gemeinsam mit Grobi aus der Sesamstrasse - ein Drogenimperium auf Costa Rica eröffnet hat. Eine Liaison mit Daisy (dem Hund von Rudolph Moßhammer) wurde ihm ebenfalls nachgesagt. Möglicherweise eine Zeitungsente.

Now I'm lost and lonesome, I'm wondering everywhere
Looking for my Fluffy, please come home
Got so dark, I lost my way then Fluffy came to me
And led me home, somehow I knew my Fluffy would always be by my side


Here, Fluffy
Where are you? Where are you?
Oh, much you mean to me



Ich vergebe fünf Dosen Chappy an Fluffy, wenn er noch möglichst lange weit weg bleibt!

Tja. Jetzt habt ihr Gloria Balsam gehört und ich glaube, ihr werdet sie nie vergessen. 
Sie beweist aber auch, dass sie eine noch viel bessere Livekünstlerin ist, was das unten stehende Video aus den 80er-Jahren beweist. Anhören auf eigene Gefahr!




Eigentlich hätte Fluffy wieder auftauchen müssen. Oder ein anderer Hund. Oder Fledermäuse. Die Frequenzen, in denen sich Gloria Balsams Töne bewegen, sind normalerweise (mein Beileid!) nur von Tieren hörbar. Der angerichtete Schaden kann allerdings nicht beziffert werden. Der Markt für Tier-Ohropax ist leider recht klein.

Ja. Die meisten Dinge wissen wir erst dann zu schätzen, wenn wir sie nicht mehr haben. Bei den einen sind es kleine flauschige Hunde, bei anderen zwischenmenschliche Kontakte. Ein Kuss, eine Umarmung, ein Händeschütteln, ein achtloses Anrempeln vorm Konservendosenregal im Supermarkt. Irgendwann wird es vielleicht wieder so werden wie früher. Bis dahin tut mir nur BITTE einen Gefallen: Singt und schreibt kein Lied darüber! Danke und Amen.