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Dienstag, 8. Dezember 2020

# 139 - "Dum-Didel-Dum" - Patricia Cramer (1974)

** YEAH! Wir haben die 2.000-Besucher-Marke geknackt! **

Vielen Dank für eure Treue in den letzten Monaten! Es erfüllt mich mit großer Freude, dass ich anscheinend nicht die einzige Person bin, die in diesem Blog mitliest ;) Ich verspreche euch, die schrecklichschönen Songs werden mir so bald nicht ausgehen.

 


PATRICIA CRAMER

A: Dum-Didel-Dum (M & T: Horst Hornung)
B: Herrliche Träume (M & T: Horst Hornung)

1974, Jupiter Records, 13 322 AT
Produziert von Horst Hornung


Patricia Cramer wurde um 1959 geboren. Die Plattenfirma, die besonders intensiv versucht hat, ihre Karriere zu pushen, war äußerst ambitioniert in der Bewerbung ihres neuen Schützlings: "Teen-Prinzessin mit Märchenstimme". Tatsächlich wurde Patricia Cramer zur "Teen-Prinzessin '74" gekürt. In welchem Zusammenhang ist aber unklar - sie wurde weder "Bravo-Girl des Jahres" noch war sie Teilnehmerin der "International Teen Princess" (1973 holte sich übrigens tatsächlich die deutsche Ute Kittelberger den Sieg!). 

"Patricia ist jetzt gerade 15 Jahre jung und schon auf dem besten Weg, ein hell leuchtender Stern am deutschen Schlagerhimmel zu werden. Entdeckt wurde sie im Frühling 1973 bei einem Talentwettbewerb in Darmstadt. Unser schnuckeliger Teenager (158 cm klein) spielt Gitarre, möchte aber auch noch Bass lernen. Dazu hat sie aber nicht genügend Zeit, sie geht noch zur Realschule."

Schnuckelig ist auch ein Attribut, das man heute keinem jungen Mädchen mehr auf die Plattenhülle schreiben würde ...

"Aufgefallen ist sie mit ihrer frischen Stimme und dem für sie charakteristischen Timbre bei den Pfadfindern." Ah ja. Die waren ja immer schon als Talentschmiede bekannt und nicht dafür, dass man lernt, wie man am besten ein Zelt aufstellt oder so.

"In ihrer Plattensammlung überwiesen Interpreten wie Suzi Quatro, T. Rex, Bernd Clüver, Cindy & Bert." <-- DAS ist auch eine ziemlich harte Kombi!

"Wir sind davon überzeugt, dass Patricia in einiger Zeit bald so bekannt ist wie ihre Vorbilder. Patricia Cramer ist d i e Entdeckung der letzten zwei Jahre!" Tja, beides ist nicht eingetreten. Und ich muss zugeben: zu Recht! Da gab es tatsächlich deutlich begabtere Sängerinnen.

Patricia Cramer, die damals scheinbar auch in Darmstadt lebte, veröffentlichte zwischen 1974 und 1975 insgesamt drei Singles. Weitere Titel waren "Teenage Romeo", "Hello, little Joe", "Ich bin wieder zu Hause" und "Er heißt Michael". Keine der drei Singles wurde in Deutschland ein Hit. Auf holländischen Piraten-Radiosendern wurde sie allerdings häufig gespielt. Dieser Umstand führt dazu, dass sich ihre Singles heute noch für teilweise dreistellige Beträge verkaufen lassen. 
Laut Informationen aus einem Online-Musikforum ist sie im Jahr 2007 verstorben.


Horst Hornung, der in den frühen 70er-Jahren auch selbst als Sänger in Erscheinung trat, war bereits öfter auf meinem Blog zu Gast. Klingende Titel aus seiner Feder waren beispielsweise "Arthur Infernale" (Maggie Mae, 1975), "Liebt er dich, wie ich dich liebe?" (Roy Black, 1975), "Wer trinkt schon gern den Wein allein?" (Roberto Blanco, 1978), "Tut-Ench-Amun" (Penny McLean, 1979) oder "Die Familie hat 'nen Knall" (Rex Gildo, 1979).



Wo geht er hin, kommt er her?
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum
Nichts was er tut, fällt ihm schwer
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum

Ja, der Spielmann ist unser Freund
Wir haben nie mit ihm geweint
Wenn er spielt sind wir froh
Sein Lied geht so Didel-Didel-Dum

Dum-Didel-Dum-Didel-Dum
Didel-Didel-Didel-Dum-Didel-Dum-Didel-Dum
Dum-Didel-Dum-Didel-Dum 
Didel-Didel-Didel-Dum-Didel-Dum-Didel-Dum

Er singt sein Lied überall
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum
Und wenn's gefällt noch einmal
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum

Refrain

So wie er kam, ging er fort
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum
Sein Lied war sein Abschiedswort
Didel-Didel-Didel-Dum Didel-Dum-Didel-Dum

Ja, der Spielmann war unser Freund
Wir haben nie mit ihm geweint
Und sein Lied, ja das geht für immer um
Didel-Didel-Dum


Eines kann ich euch sagen: Wenn dieser Spielmann den ganzen Tag mit seiner piesigen Blockflöte um die Häuser zieht und dabei diesen nervigen Ohrwurm dudelt, dann wäre er ganz sicher nicht mein Freund! "Nichts was er tut, fällt ihm schwer" - ja, vor allem anderen Leuten auf die Nerven zu gehen. Das scheint mir seine Hauptbeschäftigung zu sein!
Schön, dass es in den 70er-Jahren schon ausreichend für eine gute Freundschaft war, dass man nicht zusammen weint. Toll. Das ist wirklich beeindruckend. Patricia hat anscheinend noch nie mit ihren Freunden Zwiebeln geschnitten. Das wäre nämlich ein ziemlich (Achtung: schlechter Wortwitz) einschneidendes Erlebnis gewesen!
"Und sein Lied, ja , das geht für immer um - Didel-Didel-Dum", ja das ist tatsächlich eine Drohung. Ich fürchte dieser Spielmann war so etwas wie der erste analoge Trojaner, dessen Anwesenheit zu einem ziemlichen Crash in der menschlichen Hardware führt. Danach kannst die Festplatte vermutlich in die Tonne schmeißen und maximal noch als Klatsch-Statist im Musikantenstadl vermittelt werden.

Ich warne euch wirklich! Di-didel-eser Song hat es wirklich in sich. Man muss aufpassen, dass da-dum-ruch nicht der eigene Sprachfluss gestört wird. Ist di-didel-es, der Fall, dann hilft nur noch ... Dum-Didel-Dum-Didel-Dum Didel-Didel-Didel-Dum ...

Dienstag, 28. Juli 2020

# 116 - "Ab und los" - Markus (1983)

Die NDW (= Neue Deutsche Welle) hat definitiv einige interessante Künstler hervorgebracht. Bekannteste Gesichter waren zweifellos Nena, Trio, DÖF und Ideal. Dennoch bewies gerade diese musikalische Bewegung, dass Charakter, Message und Performance in vielerlei Hinsicht mindestens genauso wichtig sind, wie musikalisches Können (wenn nicht sogar teilweise sogar am wichtigsten). Einige haben sich wacker gehalten, manche sind ziemlich schnell wieder in der Versenkung verschwunden.



MARKUS
A: Ab und los (M: Axel Klopprogge & Ken Taylor / T: Axel Kloprogge & Markus Mörl)
B: Knallhart im Schlaraffenland (M: Axel Klopprogge & Lothar Krell / T: Axel Klopprogge)

1983, CBS, A 3674
produziert von Axel Klopprogge



Axel Klopprogge (* 1956) schrieb neben Markus' Erfolgstiteln u. a. "Jet Set Ficker" (Straßenjungs, 1981), "Highdelbeeren" (Wilfried, 1981) und "Opportunity" (Toyko, 1985).

Markus wurde 1959 als Markus Mörl geboren, er startete seine musikalische Laufbahn als Gitarrist der Band "Nylon Euter", die 1982 ein Album inklusive einer Single-Auskoppelung auf den Markt brachten. Im gleichen Jahr begann seine Solokarriere mit dem Album "Kugelblitze und Raketen" (#26). Die ausgekoppelte Single "Ich will Spaß" hielt sich 24 Wochen in den Charts und landete sogar auf #1. Weitere Titel von ihm waren "Schön sind wir sowieso" (#39) und "Kling, Klang, Schicksalsmelodie". Zu einem größeren Erfolg wurde "Kleine Taschenlampe brenn'" (#5), aus dem Kinofilm "Gib Gas - Ich will Spaß", in dem Markus die Hauptrolle spielte. Im Film sang er es gemeinsam mit Nena, im Studio und bei Live-Auftritten stammt der weibliche Part von Andrea-Maria Schneider (ehemaliges Mitglied der "Cinderellas").
Als die Neue Deutsche Welle abebbte, gründete er 1985 die Band T.X.T. Ihr Song "Girl's got a brand new Toy" landete auf #4 der italienischen Charts. Seine letzte Chartnotierung in den deutschen Charts war 1992 mit "1000 Kerzen werden brennen" (#79).

In den letzten Jahren fiel Markus eher als Teilnehmer von Reality-TV-Formaten in Erscheinung, z. B. 2004 in der "Comebackshow" (Prosieben), 2017 in "Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promipaare" (RTL) und durch die Live-Übertragung seiner Hochzeit am 11. Juli 2020 auf RTL II.

Mit "Ab und los" zeigt Markus auf jeden Fall ... ja ... ähm ... was eigentlich?


Vollmond über New York, Vollmond tief in mir
Die Venus trifft Aquarius und ich treff' mich mit dir
Ich renn' in mein Zimmer, die Wände auf und ab
Mein Whiskeyglas schon lange leer, mein Fuß macht tap, tap, tap

Wo bleib'n nur die Babys?
Wo sind meine Friends?
Da donnert's endlich vor der Tür
Da tönt es im Quartett

Und die Kumpels rufen
Ab, ab, ab und los
Komm raus, komm raus, komm raus
Ab, ab, ab und los
Komm raus, komm raus, komm raus

Trommeln aus der U-Bahn, der Master gibt Signal
Dein babyblauer Caddy stoppt erstmal am Kanal
Und aus allen Ecken klettern groovy Freaks
Die Hände klatschen laut im Beat, die Haare fliegen mit

Rhythmus aus der Müllbox
Party in der Bronx
Du beißt mir in mein weißes Ohr
Ich bin heut' Nacht dein Hans

Refrain
Hallelujah

Voodoo bei McDonalds, ich tanz' mit Tablett
Der Soul ist gut, die Stadt dreht durch, wir sind echt gut drauf
Unter deinen Stöckeln kocht schon der Asphalt
Die Bassdrum nimmt uns beide mit
Und du sagst niemals "Halt"





Uff ... ich weiß nicht, welche Substanzen damals im Spiel waren, als dieser Titel entstand, aber Markus und New York haben weder heute noch damals viel gemeinsam. Ich bin mir zudem ziemlich sicher, dass Markus sehr viele Talente hat - aber musikalisch ist da doch einiges im Argen. Vor allem wenn man sich Live-Auftritte von ihm aus dieser Zeit anhört.
Faszinierend was alles so bei Vollmond in New York passiert. Wie allerdings "Vollmond tief in mir" aussieht, weiß ich nicht: Weißes Leuchten in der Birne? Keine Ahnung. So ganz kann ich seinen Ausführungen aber nicht folgen. Ich dachte, er fiebert einem Treffen mit seiner heißen Biene entgegen und freut sich dann aber, als seine Kumpels zu einer kleinen Sauftour vorbeikommen und sie gemeinsam die Stadt unsicher machen?

"Trommeln aus der U-Bahn, der Master gibt Signal
Dein babyblauer Caddy stoppt erstmal am Kanal
Und aus allen Ecken klettern groovy Freaks
Die Hände klatschen laut im Beat, die Haare fliegen mit"

Das klingt wie ein schlechter Entwurf für ein Michael-Jackson-Musikvideo, der sehr schnell wieder verworfen wurde. Wenn ich mir dieses Szenario - zugegebenermaßen - tatsächlich ganz gut vorstellen kann. Allerdings eher in Castrop-Rauxel, als in der US-Metropole.
"Rhythmus aus der Müllbox", ja bei so einer heißen Partyeinladung (in die Bronx!!!) kann wirklich keiner widerstehen. Noch dazu, wenn sich Markus für sie extra noch zum "Hans" macht - allerdings nur für "heut' Nacht". Am Morgen nach dem ONS bleibt wohl nur der Abdruck seines Körpers im Bettlaken neben ihr zurück und sie wird sich ihr Leben lang fragen, was wohl aus "Hans" geworden ist. Sollten die beiden nicht aufgepasst haben, ist es auch eine schöne Story für das bald darauf geborene Baby. Fast wie im schlechten Film.

Okay. Im letzten Refrainteil steige ich wirklich aus - "Das halt' ich im Kopf nicht aus", würde mir wohl Maggie Mae zurufen. "Voodoo bei McDonalds". Bei solchen Praktiken fehlen mir wirklich die Worte. Aber gut, nachdem eh die ganze Stadt durchdreht und unter den Schuhsohlen bereits der Asphalt kocht, klingt das für mich eindeutig nach Apokalypse und dem Ende der Welt. Dann macht alles Sinn. Allerdings würde ich persönlich es begrüßen, wenn irgendjemand rechtzeitig noch "Halt" sagen würde.

Bonuspunkte erwirkt sich Markus, der seinen Körper ordentlich gestählt hat. Möglicherweise um die Hupfdohlen, die ihm bei diesem Auftritt zur Seite gestellt wurden, zu becircen. 
Bei seinem Auftritt (0:07) erweckt es fast den Eindruck, als wäre er noch gar nicht bereit für die Performance gewesen. Er sieht so aus, als wäre er gerade von der Couch aufgestanden, um den Chips- und Biervorrat für den bevorstehenden Fernsehabend aufzufüllen. Aber halt, die Rechnung nicht mit Markus gemacht! Denn in Sekundenschnelle holt er zu einem Rundumschlag aus und wechselt in den Party-Mode (0:10). Bei diesen Moves kann selbst Aerobic-Ikone Sydne Rome einpacken!

Viel Spaß beim Nachturnen!

P.s.: Die B-Seite "Knallhart im Schlaraffenland" ist - auch wenn es so vielversprechend klingt - leider nicht der Soundtrack zu einem heißen Pornostreifen Güteklasse A.

Donnerstag, 9. Juli 2020

# 109 - "Daddy's Dattelmonopol" - Sina (1983)

Und hier kommt ein weiterer zweifelhafter "Hit" aus dem Bereich minderjähriger Jugendsünden!



SINA
A: Robin Hood (M & T: Volker Burkhardt, Andreas Simon & Bernd Simon)
B: Daddy's Dattemonopol (M & T: Andreas & Bernd Simon)

1983, Jupiter Records
produziert von Andreas & Bernd Simon


Der 1943 geborene Volker Burkhardt, der an der A-Seite mitarbeitete, war übrigens in den 70er-Jahren unter dem Künstlernamen "Mark Ellis" als Schlagersänger tätig, ehe er sich (wieder) intensiver mit der Juristerei auseinandersetze.
Die Brüder Andreas (* 1945) und Bernd Simon (1946-2017) verbindet eine tiefe musikalische Prägung. Ihr Vater Hans-Arno Simon (1920-1989) feierte vor allem in den 50er-Jahren große Erfolge (u. a. mit "Anneliese"). Auch ihre Schwestern Angelika (alias "Pat", * 1949) und Bettina (* 1951) waren in den 60er- und 70er-Jahren im Musikbusiness tätig.
Bernd Simon produzierte auch deutsche Aufnahmen mit Agnetha Faltskög (vor ihrer ABBA-Weltkarriere) und Danyel Gérard. In den 70er-Jahren auch unter dem Pseudonym "Simon Butterfly" tätig und landete 1973 mit "Rain, Rain, Rain" eine Chart-Notierung (#20). Bekannter wurde seine Stimme aber ab 1991 (bis zu seinem Tod) als Synchronsprecher von Barkeeper Moe Szyslak bei den "Simpsons".

Sina Selensky wurde in Hamburg geboren und begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Kunstturnen. Als 6-Jährige wurde sie Schülerin der John-Neumeier-Ballettschule der Hamburger Staatsoper. 1983 erhält sie einen Schallplattenvertrag bei Jupiter Records, der Plattenfirma von Ralph Siegel, und "Daddy's Dattelmonopol" wird für den deutschen Beitrag zum Grand Prix d'Eurovision vorgeschlagen, erreicht aber nicht das Finale. In weiterer Folge tritt sie als Schauspielerin auf (z. B. in "Ehen vor Gericht"), wird Frank Zanders Co-Moderatorin in der ARD-Sendung "Spielbude" und veröffentlicht noch weitere Schallplatten, u. a. "Dort am Nil", "Mein Pudel ist verrückt nach Rock'n'Roll", "Wie ein Blitz" oder "Immer nur du".
Ab 1993 war sie als Schauspielerin und Musicaldarstellerin, seit 1998 vordergründig als Autorin, Regisseurin und Produzenten von Tourneetheaterproduktionen tätig. Seit einigen Jahren tritt sie als Inhaberin bzw. Geschäftsführerin von Showproduktionen in Erscheinung.

Nun zum Song:

Daddy ist nicht oft zu Haus
Denn die Pflicht ruft ihn hinaus
Wo die Südseeinseln liegen


Aber neulich ließ er mich

Auf die Reise geh'n mit sich
Und nach Tiritonga fliegen

Und als wir am Ziel eintrafen
Stürzten sich auf mich und ihn die Fotografen

Denn mein Daddy hat das Dattelmonopol
Dattelmonopol auf Tiritonga
Darum fühlt er sich im Dattelwald so wohl
Beim süßen Didel-Dudel-Dattel-Wein

Ja, mein Daddy hat das Dattelmonopol
Dattelmonopol auf Tiritonga
Darum fühlt er sich im Dattelwald so wohl
Und schläft oft unter Dattelpalmen ein

Meine Freundin Susi schwört
Dass sie keinen so verehrt
Wie den Rolling Stone Mick Jagger

Einen tollen Supermann

Betet die Sabine an
Ihren Arnold Schwarzenegger

Doch wenn sie mich nach meinem Liebling fragen
Kann ich immer wieder nur das eine sagen

Refrain


Auch schöne Blumen liebt mein Daddy sehr
Aber Datteln mag er tausendmal noch mehr

Refrain



Puh ... ich hab echt schon einiges gehört, aber dieser Song, den ich von der Komposition irgendwo zwischen "Oben ohne" von Rainhard Fendrich und "Alle Vöglein sind schon da" einordnen würde, macht selbst mich sprachlos. Wie jemand ernsthaft auf die Idee kommen könnte, dass man mit diesem Song auch nur ansatzweise Chancen beim Eurovision Song Contest haben könnte, erschließt sich mir wirklich in keiner Weise. Mary Roos hat dann mit "Aufrecht geh'n" eine deutlich bessere Figur gemacht.
Problem Nr. 1 wäre ja schon, dass Tiritonga (gibt es diesen Ort überhaupt????) nicht zu Europa gehört und daher leider nicht stimmberechtigt wäre. Zudem verfügen die meisten Dattelbauern in der Südsee vermutlich nicht über empfangsbereite Geräte.
In diesem Fall wäre es vermutlich sinnvoller gewesen, die Pippi-Langstrumpf-Singers feat. Annika und Tommy mit einer Laudatio auf "Tacka-Tucka-Land" (das liegt vermutlich direkt hinter Tiritonga) an den Start zu schicken. Nett ist aber, dass immerhin Mick Jagger und Arnold Schwarzenegger erwähnt werden, wenn sie auch nicht mit dem mondänen Leben von Sinas Vater mithalten können. "Daddy's Dattelmonopol" ist übrigens eine äußerst formschöne Alliteration - und damit leider der einzige Teil dieses Songs, der mein Germanistenherz zum Höherschlagen bringt. Didel-Dudel-Dattel-Dilemma!

# 108 - "Little, little Struppi" - Cinderellas (1975)

Nach kurzer Schaffenspause melde ich mich zurück. Das Schuljahr 2019/20 ist quasi vorbei und damit geht ein (corona-bedingter) zwangspausierter Job, der dann kurzzeitig für drei Wochen wieder intensiv aufflammte, wieder in die Sommerpause. Daher habe ich jetzt auch wieder Zeit (und Muse) mich skurriler Musik zu widmen.

Ich bereite gerade ein kleines Special vor - ihr dürft gespannt sein. Womit es zu tun hat? Zwei große Verkaufsargumente: Kinder und Tiere (Diese Masche kennen wir bereits. Erinnern wir uns doch mit Schrecken Begeisterung an Nicole!)



CINDERELLAS
A: Little, little Struppi (M & T: Hans Blum)
B: Pflück' einen Blumenstrauß (M & T: Hans Blum)

1975, CBS, 3372
produziert von Hans Blum


Hans Blum (* 1928) wurde bereits mehrfach auf diesem Blog vorgestellt. Dieser Titel hat allerdings ganz besonders viel ... ähm ... ja ... mmh ... "Interessantes" zu bieten.

Hinter den "Cinderellas" (was für ein Name!) verbergen sich die Schwestern Andrea (* ~ 1962), Anke (* ~ 1966) und Annette (* ~ 1964) Schneider - es scheint, dass die Eltern eine besondere Begeisterung für den Buchstaben A aufweisen! Hans Blum wird bei einem Auftritt der drei jungen Schwestern in Frankfurt aufmerksam und produziert die Struppi-Single. Im Jahr darauf produziert Wolf Kabitzky mit ihnen den Titel "Superstar". Danach wird es kurzzeitig wieder ruhiger um die Schwestern, ehe sie 1978 unter dem neuen Namen "Young Love" bei Polydor unter Vertrag kommen. Hier veröffentlicht das Mädchentrio zwei englischsprachige Singles "I wanna boogie" und "Baby, I'm right".
Die letzte Single in der Formation folgt im November 1980 beim Label Hansa. "Felicitad", mit neuem Produzenten und unter ihren bürgerlichen Vornamen.

Den größten Erfolg der drei Schwestern hat Andrea(-Maria), die 1983 durch ihre Mitwirkung am Song "Kleine Taschenlampe brenn" von Markus Popularität erhält. Im Film "Gib Gas - ich will Spaß" wird der weibliche Part von NDW-Neuentdeckung Nena gesungen. Nach einigen Fernsehauftritten als Duettpartnerin von Markus veröffentlicht sie 1984 eine Single bei der CBS ("Amigo"), jener Plattenfirma, wo neun Jahre zuvor ihr musikalisches Schaffen begann. 




Nun aber zu unserem Song:

Im letzten Sommer zu Beginn der Ferienzeit
Da fanden wir auf unser'm Grund
Ein kleines struppiges Tier, das tat uns so leid
Es war ein kleiner, verlassener Hund

Wir brachten ihn ins Haus
Da schlief er sich aus

Denn seine Pfoten waren so wund
Doch als er dann erwachte
Und große Augen machte
Da war er fast gesund

Wir nannten ihn

Little little Struppi
Little little Struppi
Denn er hat ein struppiges Film - wowow

Little little Struppi
Kann nicht mit uns singen
Denn er macht nur fröhlich Gebell

Little little Struppi
Little little Struppi
Ist bei uns das Kind Nummer vier - wowow

Little little Struppi
Kann nicht mit uns singen
Darum bellt ein Hund vor der Tür

Zwei Dutzend Räuber hatten sich ganz wild maskiert
In einer rabenschwarzen Nacht
Und sich für unser Häuschen interessiert
Und einen schlimmen Plan gemacht


Wir drei war'n allein
Da brachen sie ein
Doch unser Struppi hat gebellt für drei
Wie er die Räube schnappte
Da staunte, wie das klappte
Sogar die Polizei

Sie lobten nur

Little little Struppi
Little little Struppi
Streichelten sein struppiges Fell - wowow

Little little Struppi
Kann nicht mit uns singen
Denn er macht nur fröhlich Gebell

Little little Struppi
Ist für uns der ganz große Held - wowow
Little little Struppi
Little little Struppi
Ist der beste Hund auf der Welt
Ist der beste Hund auf der Welt



Was soll man da sagen? Da hat man gleich zwei Fliegen (erfolgreich) mit einer Klappe geschlagen: Kinder und Tiere verkaufen sich halt einfach immer. Dieser eigenwillig-arrangierte Song (man beachte vor allem den Einsatz der Blockflöten!), um einen struppigen Findelhund, der die Familie vor einem Einbruch beschützte, klingt fast wie eine seichte Vorlage für "Conny, deine Freunde sind die Pferde" (bereits vor einigen Wochen vorgestellt).
Ich hoffe sehr, dass die Mädchen Spaß bei den Aufnahmen hatten und sich heute nicht zu sehr über diesen Song schämen. Er fällt doch eher in die Kategorie "Jugendsünden", auf die man vielleicht nicht ganz so arg stolz ist. Aber da sie den Song ja nicht selbst "verbrochen" haben, sollte man nicht zu streng mit ihnen sein.
Ob dieser "Struppi" von Tim ausgesetzt wurde, nachdem alle Kriminellen überführt wurden? Ich erkenne da doch die eine oder andere Parallele, vor allem im Umgang mit den Einbrechern. Möglicherweise mochte Tims Freundin keine Hunde oder hatte am Ende sogar eine Hundehaarallergie? Wie auch immer ... bei den Schneider-Schwestern aka "Cinderellas" wurde er sicher ausgiebig liebkost und - trotz Struppigkeit - ausreichend gestreichelt ;)

Mittwoch, 1. Juli 2020

# 102 - "Mini Hot Pants" - Dorthe (1971)

Was gibt es Schöneres als von warmen Sonnenstrahlen geweckt zu werden? Zugegeben, wenn es um 6:03 Uhr ist und man (endlich) wieder einmal die Möglichkeit gehabt hätte, auszuschlafen, dann ist das nicht so prickelnd. Ideal, wenn man seinen Organismus austricksen kann und sich einfach wieder umdreht und weiterschläft ... zumindest bis die Müllabfuhr kommt und lautstark die Tonnen ausleert. Aber da war es immerhin schon nach 7 ... Immerhin muss ich mir an einem solchen sonnigen Tag wenig Gedanken über meine Kleiderwahl machen.



DORTHE
A: Der Fehler lag bei mir [We can make Music - Tommy Roe] (M: L. Josie / dt. T: Fred Weyrich)
B: Unser Wiedersehen heißt Liebe (M: Hans Blum / T: Fred Weyrich)

1971, Philips, 6003 115

Heute habe ich wieder einen Titel von Textautor Fred Weyrich, der bereits mehrfach hier in Erscheinung trat, für euch parat. 

Die 1947 in Kopenhagen geborene Dorthe Larsen erhielt von ihrem Vater, der Kapellmeister des Symphonischen Orchesters Aarhus war, ihre musikalische Ausbildung. Nebenbei erhielt sie auch Unterricht in Schauspiel, Tanz und Pantomime. Mit acht Jahren nahm sie ihre erste Schallplatte auf und erhielt bereits im Alter von zwölf Jahren ihre erste Goldene Schallplatte.
Anfang der 60er-Jahre kam sie nach Deutschland und erreichte bei den Deutschen Schlager-Festspielen 1964 mit dem Titel "Junger Mann mit roten Rosen" (#19) den fünften Platz. 1968 erreichte sie beim Deutschen Schlager-Wettbewerb Platz 2 mit "Wärst du doch in Düsseldorf geblieben" (#10).
Anfang der 70er-Jahre wurde es ruhiger um Dorthe. Sie nahm zwar kontinuierlich weiterhin Schallplatten auf und trat in zahlreichen Fernsehsendungen auf, konnte jedoch nicht an frühere Erfolge anknüpfen. Von 1967 bis 1977 war sie mit dem Opernsänger René Kollo verheiratet, mit dem sie eine gemeinsame Tochter (Nathalie, * 1967) hat. 1988 wurde ihre Ehe geschieden.
2012 veröffentlichte sie in ihrer Heimat Dänemark ein Swing-Album.
Auch wenn sie seit Jahren keinen Charterfolg mehr hat, werden die Titel, der heute in Bremen lebenden Sängerin, regelmäßig im Radio gespielt.

Zu ihren erfolgreichsten Titeln gehören: "Rot ist die Liebe" (1964, #26), "Dip-di-dip" (1965, #17), "Blondes Haar am Paletot" (1965, #24), "Heut' hab ich mein Herz verloren" (1966, #34), "Sind Sie der Graf von Luxemburg?" (1968, #5 DE, #7 AT), "Jeder Schotte" (1968, #24) und "Seine Hoheit der Herr Kronprinz" (1969, #27).

Für den heutigen Song legt Dorthe den Blick aber auf eine ganz bestimme Körperzone:

Come on, come on, wir fahren beide in die Sonne
Denn wir haben einen Tag lang frei
Und ich bin so happy, very happy, yeah
Maxi ist einen Sommer lang vorbei

Come on
Mini Hot Pants - Heiße Höschen
Mini Hot Pants sind der letzte Schrei
Jetzt kannst du beim Tanzen gehen
So viel wie beim Baden sehen
Come on, das nennt man sexy Hexerei


Come on, come on, und schau nicht zu anderen Mädchen
Was du suchst, das findest du bei mir
Alle deine stillen heißen Wünsche, yeah
Oh my Darling, die erfüll' ich dir, yeah

Refrain



Während Miniröcke Anfang der 70er-Jahre immer noch kritisch beäugt und als unsittlich eingestuft wurden, erlebten Hot Pants ihren heimlichen Siegeszug. Denn bei ihnen handelt es sich ja immerhin um Hosen und da kann es doch ein "zu kurz" gar nicht geben, oder?

Hot Pants waren - genauso wie die zunehmende Verwendung von Anglizismen - aber so was von fucking crazy shit cool "der letzte Schrei" und standen auch für ein gewisses Freiheitsgefühl.
Für Dorthe reicht schon ein einziger freier Tag, um das graue Alltagsleben hinter sich zu lassen und in ihren neuen "heißen Höschen" happy in die Sonne zu fahren. Und auch die potentielle Partnerwahl kann dadurch definitiv erleichtert werden, denn "jetzt kannst du beim Tanzen gehen, so viel wie beim Baden sehen" bietet schier endlose Möglichkeiten das andere (oder auch eigene) Geschlecht ausgiebig zu mustern und zu bewerten. Die Spiele sind gewissermaßen eröffnet und etwaige Dellchen oder Cellulitiszonen erschweren da den Heiratsmarkt ziemlich. Dorthe kann sich beim Tanzen allerdings nicht auf die heißen Moves konzentrieren, sondern muss eher versuchen, dass die Augen ihres Tanzpartners bei ihr und ihren Schenkelchen bleiben und nicht permanent auf anderes "Gebein" abdriften. Drücken wir ihr die Daumen, dass sie ihrem "Darling" sämtliche "stillen heißen Wünsche" erfüllen kann ;)

Freitag, 26. Juni 2020

# 99 - "Mrs. Hooligan" - Andrea Horn (1972)

Gibt es etwas Besseres als einen Kuchen? Okay ... zwei Kuchen! ;) Die Zutaten, aus denen der folgende Song "gebacken" wurde, haben leider nicht zu einem Hit gereicht ... aber immerhin zu Song #99! 



ANDREA HORN
A: Ring-e-Ding-e-Dong (M: Jürgen Schröder / T: Marcus Bach & Jean Lecru = Hans-Jürgen Spürkel)
B: Mrs. Hooligan (M: Winfried Lüssenhoop / T: Tobby Lüth)

1972, Decca, D 29 159
produziert von Wyn Hoop (= Winfried Lüssenhoop)


Textautor Hermann "Tobby" Lüth war ab Mitte der 50er-Jahre tätig. Titel aus seiner Feder sind beispielsweise "Hatschi-Boogie" (Friedel Hensch, 1956), "In Musik hab ich 'ne 1" (Rosemarie, 1959), "Alle Mädchen wollen küssen" (Peter Kraus, 1960), "Der Sheriff von Arkansas ist 'ne Lady" (Caterina Valente, 1961), "Twistin' mit Monika" (Roberto Blanco, 1963) und "Ich hab' ein Herz zu verschenken" (Peggy March, 1965).

Andrea Horn wurde 1933 in Wien als Hedi Prien geboren und erhielt während ihrer Schulzeit Klavierunterricht. Darüber hinaus wirkte sie im Schulfunk des Österreichischen Rundfunks mit. Nach der Matura arbeitete sie als Backgroundsängerin für die Plattenfirma Polydor und wurde Mitglied des Mädchentrios "Die Glorias". Mit Beatrix Kühn bildete sie das Duo "Honey Twins" und konnte sich zwischen 1959 und 1961 gleich dreimal in den Top50 der deutschen Single-Charts platzieren ("Charlie Brown" #17, "Nur ein Küsschen" #37 und "Banjo Boy" #32). Solistisch arbeitete sie - für diverse Plattenfirmen - zunächst unter ihrem bürgerlichen Namen und ab 1961 unter dem Pseudonym Andrea Horn.
1959 lernte sie bei Dreharbeiten den Sänger Wyn Hoop (alias Wilfried Lüssenhoop, * 1936) kennen und zog nach Hamburg. Die beiden heirateten im Juni 1961. Ab 1964 veröffentlichten die beiden gemeinsame Aufnahmen, wobei sie anfangs den Fokus auf internationale Folklore richteten. Es folgten zahlreiche Fernsehauftritte und Plattenaufnahmen, ehe sich die beiden 1978 aus dem Showgeschäft zurückzogen.
Fortan widmeten sie sich ihrer gemeinsamen Lieblingsbeschäftigung: dem Segeln. Gemeinsam veröffentlichten sie zahlreiche Reiseführer für den Maritim-Verlag, die inzwischen auch als eBooks verfügbar sind.

Hier ein Video der beiden aus dem Jahr 2017, das eine Anleitung liefert, wie man Zugang zu ihren eBooks erhält. Beide waren zu diesem Zeitpunkt bereits über 80 Jahre alt!!




Der Kuchen ist gar
Der Kuchen ist gar

Für mein Leben back' ich gerne Kuchen
Das weiß schon die ganze Stadt
Und es müssen mich alle besuchen
Denn bei mir gibt es stets Kuchen satt

Mein Herz kann sich daran erlaben
Wenn sich jeder dran gütlich tut
Und wenn alle zufrieden dann sagen:
'Mrs. Hooligans Kuchen schmeckt gut'

Wiederholung

Apfelsinen, Bananen, Rosinen
Und Nüsse, ein Ei auch als Clou
Ich habe sogar eig'ne Bienen
Die liefern den Honig dazu

Meine Kuchen, sagt man, sind die Besten
Mit Liebe sind sie angerührt
Damit niemand von meinen Gästen
Beim Probieren die Zähne verliert

Wiederholung



Dieser Song wäre um ein Haar auch ein würdiger Jubiläumsbeitrag geworden, aber dann ist mir noch etwas viel Besseres in die Hände gefallen.

Zu diesem Song lässt sich folgendes sagen: Kuchen ist super. Und noch besser, wenn es eine Person gibt, die gar nicht genug davon bekommen kann, tagtäglich Kuchen zu backen. Und noch besser, wenn sie in der Nachbarschaft wohnt und ihn großzügig verteilt. Doch wie heißt so eine Frau, die ganz lieb, mit ihrer Blümchenrüschenschürze, den frisch-gebackenen und herrlich-duftenden Kuchen aus dem Ofen holt? Fräulein Zuckerberg? Nein. Frau Mehlweiß? Nope. Das ist leider auch falsch ... sondern (ganz logisch) "Mrs. Hooligan" - EXAKT!!! Mrs. H O O L I G A N!
Schaut mich jetzt bitte nicht so entgeistert an. Ich habe sie nicht so getauft! Ich verstehe auch überhaupt nicht, was an dem Namen seltsam oder sonderbar sein sollte. Oder kennt ihr den Begriff "Hooligan" etwa in einem anderen, negativ verwendeten, Kontext? Ich nicht! #sarcasmoff

Aber gut. Wenn Mrs. Hooligan nicht gerade bei irgendwelchen Sportveranstaltungen andere mit einem Baseballschläger vermöbelt - wobei es könnte ja auch nur ihr Mann der Hooligan sein. Das "Mrs" impliziert ja, dass sie eine verheiratete Frau ist. Und in Österreich werden ja auch vielfach akademische Titel und Berufsbezeichnungen nach der Eheschließung übertragen (aka "Frau Hofratswitwe Dr. Schnaxlgruber") - dann backt sie halt einfach leidenschaftlich 24/7 Kuchen, Kuchen oder ... Kuchen! (Torte, petit fours, Macarons und Eclairs scheinen ihr nicht so zu liegen)

Allerdings scheint Mrs. Hooligans Terminkalender ziemlich prall gefüllt zu sein, denn wenn sie nicht gerade aktiv Kuchen backt, dann müssen sie alle (!) besuchen, um den schier grenzenlosen Kuchenmengen irgendwie wieder Herr zu werden. Ihr Häuschen scheint sich dann buchstäblich ins Schlaraffenland zu verwandeln. Der Verdacht, dass sie sich in eine heimtückisch-mordende Knusperhexe verwandelt, konnte sich bisher noch nicht erhärten. Dass sie aber die gesamte Nachbarschaft adipös und Diabetis-krank macht, scheint eher realistisch zu sein. 

Ich bin mir aber nicht so sicher, ob sich ihr Herz einzig und allein an netten Komplimenten "erlabt", die mit vollem Mund und schmatzend vorgetragen werden. Wenn schon, dann muss es heißen: "Mrs. Hooligans Kuchen ist der Beste". Der Baseballschläger (oder ein unauffällig als Küchenutensil getarntes Nudelholz) liegt stets griffbereit.

Allen Imkern unter euch, wird sicher das Herz aufgehen, wenn sie hören, dass Mrs. Hooligan sogar eigene Bienen hat. Ja, auch mit "natürlichen" Waffen kann sie umgehen. Und sie droht sogar allen Veganern den Kuchen mit Eiern aufzurüsten.

"Meine Kuchen, sagt man, sind die Besten
Mit Liebe sind sie angerührt
Damit niemand von meinen Gästen
Beim Probieren die Zähne verliert"

Diese zunächst harmlos klingende Strophe verrät, zu welchen üblen Tricks Mrs. Hooligan greifen kann, wenn sie nicht bekommt, was sie will. Man munkelt sogar, dass sie unter ihrer Schürze eine Kette, mit sämtlichen ausgefallenen Zähnen von undankbaren Gästen trägt. In diesem Zusammenhang bekommt der Begriff "Marmorkuchen" eine ganz andere, dramatische und für Zahnärzte äußerst lukrativ scheinende, Bedeutung. Mit dieser Frau sollte man sich definitiv NIEMALS anlegen!

Dienstag, 23. Juni 2020

# 97 - "Hey Hey Marlene" - High Life (1984)

Kaum zu glauben, aber es sieht tatsächlich so aus, als würde jetzt doch noch so etwas wie SOMMER geben! Um nicht der spontanen Gefahr eines Sonnenbrands zu erliegen, habe ich heute einen produktiven Tipp für euch parat!



HIGH LIFE
A: Hey Hey Marlene (M & T: Winnie Martin)
B: Kerniger Typ (M & T: Bernd Boy & Winnie Martin)

1984, Jupiter, 6.14 134
produziert von Ralph Siegel

Die Gruppe wurde Mitte der 70er-Jahre als "High Life Skiffle Group" in Hannover gegründet. 1982 wurde die Hannover Gruppe von Ralph Siegel unter Vertrag genommen und hatten Erfolg mit Titeln wie "Ich fahr' mit der Lambretta", "Jetzt bügeln wir das Meer", "Ding Dong" oder "Sarah in der Sahara" oder "Ab ab ab in den Sonnenschein".
Sie hatten mehr als 50 TV-Auftritte und belegten mit "Hey Hey Marlene" im September 1984 Platz 3 der ZDF-Hitparade.
Bis 1990 hatte die Gruppe um Leadsänger Winnie Martin (* 1953) rund 100 Live-Auftritte pro Jahr in Deutschland. Es folgten weitere CD-Veröffentlichungen. Die Gruppe startete ab 2006 ein Comeback und brachte seither einige CDs auf den Markt.

Die Band bestand aus Bernd Boy, Torsten Lüderwaldt, Winnie Martin, Mike O'Neill und Andreas Oyen. Bei "Hey Hey Marlene" war auch Sandra Dieckmann, Miss Germany 1984, mit von der Partie.

Hier nun der heutige Song des Tages:

Ich lieg' am Strand, die Sonne über mir
Neben mir liegst du und ich schwitze wie ein Tier
Playboys laufen rum, es ist so schrecklich heiß
Mein Deo hat versagt, bei mir läuft nur der Schweiß

Oh, ich will hier weg
Nur weg von diesem Fleck

Hey Hey Marlene
Reich' mir mal die Creme
Ich bin schon ganz rot
Und in zwei Stunden bin ich gar

Hey Hey Marlene
Reich' mir mal die Creme
Ich bin schon ganz rot
Und in zwei Stunden bin ich ganz und gar

Verbrannt
Im Sand
Am Strand

Ich träum' vom Nordpol, ich wünschte es wär' kalt
Doch ich muss hier braten wie'n Hahn vom Wienerwald
Ich gäb' sogar mein Auto für 'nen riesen Sonnenschirm
Die Sonne knallt erbarmungslos runter auf mein Hirn

Refrain


Und hier nun dieses großartige Machwerk inklusive Video, das in jeglicher Hinsicht ABER SOWAS VON die 80er widerspiegelt! Frisuren und Outfits - ein Traum!



Gut, dass der Winnie für sein Strandhappening (schade, dass uns die Schilderung der - sicher - farbenprächtigen Bademode verwehrt bleibt!) nicht nur entsprechendes Sammelsurium in Form von Strandequipment eingepackt hat, sondern auch an das "passende Beiwerk" gedacht hat. Marlene, die ganz sicher auch großartige innere Werte hat, wird allerdings lediglich diestbotenhaft als Sonnencremespenderin "benutzt". Marlene wär wohl zu raten, sich nach den herumlaufenden Playboys umzusehen, anstatt ihren verschwitzten Begleiter das Deodorant ... äh ... die Treue zu halten. Sonst ist nämlich ihre Beziehung bald nicht mehr "im Sand", sondern "am Sond" - wie der Österreicher so schön sagt ;)

Der Reim "Marlene - Creme" tut schon ziemlich weh (nicht nur Germanisten),  da müsste es schon eher "Liebe Okka, gib mal den Sunblocker" oder "Jan, wo ist denn unser After Sun?". "Das Deospray braucht aber vorher noch René". Man muss sich nur ausreden können ;)

Genießt die Sonne und bis morgen!

Sonntag, 21. Juni 2020

# 94 - "Laylalou" - Uschi Glas (1970)

So viel "Männlichkeit" braucht nun wieder einen sanften Gegenpart. Und etwas Sanfteres als das gibt es kaum ...

NACHTRAG FÜR SAMSTAG





USCHI GLAS
A: Wenn dein Herz brennt [Love grows - Edison Lighthouse] (M: Tony Macauly & Barry Mason / dt. T: Hans-Ulrich Weigel)
B: Laylalou (M: Giorgio Moroder / T: Michael Kunze)

1970, Ariola, 14 546 AT
produziert von Giorgio Moroder


Da Textautor Michael Kunze bereits öfters hier vertreten war, kann ich mich heute ganz entspannt auf die liebe Uschi konzentrieren.

Uschi Glas wurde 1944 als Helga Ursula Glas in Landau an der Isar geboren. Nach der mittleren Reife arbeitete sie als Buchhalterin, ehe sie ab 1964 in München als Sekretärin einer Anwaltskanzlei und in einem Fuhrunternehmen.
Beim Empfang zur Premiere eines Filmes machte sie gegenüber dem Produzenten kritische Bemerkungen. Dieser zeigte Interesse an ihr und engagierte sie in einer kleinen Rolle für den Film "Der unheimliche Mönch" (1965). Sie überzeugte, nahm daraufhin Schauspielunterricht und erhielt bald größere Rollen, wie 1966 in der Karl-May-Verfilmung "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" - in diesem Film wurde sie allerdings synchronisiert. Allgemeine Bekanntheit erlangte sie Ende der 60er-Jahre durch die Filme "Zur Sache, Schätzchen" und der "Penne"-Filmreihe "Die Lümmel von der ersten Bank". 1969 gab sie ihr Theaterdebüt in Düsseldorf. Zeitgleich versuchte sie sich auch als Schlagersängerin und veröffentlichte bis 1974 acht Singles. Mit dem Album "Uschi Glas singt die schönsten Weihnachtslieder" erreichte sie im Dezember 2002 #45 der deutschen Charts.
Ab Mitte der 70er-Jahre war sie auch vermehrt in TV-Serien wie z. B. "Derrick", "Das Traumschiff", "Zwei Münchner in Hamburg", "Ein Schloss am Wörthersee", "Sylvia - Eine Klasse für sich" oder "Zwei am großen See" zu sehen. Größere Beachtung erhielt sie auch durch ihre Rolle in den drei Teilen von "Fack ju Göhte". Uschi Glas steht bis heute regelmäßig vor der Kamera.

Anfang der 2000er-Jahre geriet Uschi Glas aufgrund einer von ihr, über einen Homeshopping-Sender, vermarkteten Kosmetikserie in die Schlagzeilen, da die Produkte zu Hautreizungen führten und Stiftung Warentest von einer Anwendung abriet.

Aber Uschi genügte es nicht, bloß lasziv in die Kamera zu blicken, nein, sie sang auch mit voller Inbrunst ... oder so.

In der kleinen Discothek
Hab' ich mich in dich verliebt
Bei dem ersten Tanz mit dir
Spielten sie mein Lieblingslied
Das ging


Laylalou
Baby Blue
Laylalou
I love you

Dann traf ich dich jeden Tag
Und mein schönster Traum begann
Immer wenn du bei mir warst
Hörten wir die Platte an

Refrain

Immer wenn ich dich nicht seh'
Schreib' ich einem Discjockey
Und im Rundfunk hörst du dann
Was ich dir nicht sagen kann

Refrain

Gibt es zwischen uns mal Streit
Dauert es bestimmt nicht lang
Denn ich weiß ja ganz genau
Was uns gleich versöhnen kann

Wiederholung

Refrain




Das war sie: Uschis Ode an den Rundfunkbeitrag. Die GIS/GEZ würde sich freuen, wenn ihnen heute jemand noch ein Ständchen spielen würde.
Ein Sonderpluspunkt für Texautor Kunze für den Reim "dich nicht seh - Discjockey". Das ist definitiv nobelpreisverdächtig (oder so).
So kann es einem gehen als armes junges Mädchen. Da geht man nichts Böses ahnend in die nächste Dorfdisco und begegnet dort ausgerecht seiner großen Liebe und dann läuft dabei auch noch so ein geiler Schmusesong. Wenn diese Liebe nicht unter einem guten Stern steht, dann weiß ich auch nicht weiter. Der Refrain erfüllt zumindest den Zweck, dass er auch mit 17 Promille noch fehlerfrei mitgelallt werden kann.
Die Radiostationen sind allerdings nicht zu beneiden. Jetzt trifft sich Uschi zwar tagtäglich mit Mr. Right, aber das ist Fräulein Nimmersatt augenscheinlich nicht genug. In den wenigen Pausen, die er nicht bei ihr sein kann, vermutlich um einer Arbeit nachzugehen oder seine Notdurft zu verrichten (ich hoffe nicht, im örtlichen Gerichtssaal! - wir erinnern uns), plagen sie solche Liebeskummerleiden, dass sämtliche Plattenaufleger bis zum Abwinken dieses Lied für sie spielen sollen. Ich könnte wirklich gut nachvollziehen, wenn der arme Tropf eines Tages vom Zigarettenholen nicht mehr zurückkehren würde und in ein fernes Land auswandert, wo dieser Song oder noch besser - Musik im Allgemeinen - vollkommen unbekannt sind.

Sonntag, 14. Juni 2020

# 88 - "Ananas" - Nina Lizell (1967)

Fruchtige Grüße an einem regnerischen Sonntagabend! Unabhängig ob auf der Pizza Hawaii oder als überreifes Dosenobst - Ananas eignet sich immer wieder als Aufputz am Mittagstisch. Manche Leute sind sogar so begeistert, die können davon ein Lied singen ...



NINA LIZELL
A: Ananas (M: Giorgio Moroder / T: Carl-Ulrich Blecher)
B: Wenn dich keiner mehr versteht (M: Joachim Heider / T: Günter Loose)

1967, Golden 12, G12/63

Carl-Ulrich Blecher begann in den 40er-Jahren als Schlagertexter zu arbeiten. Zu seinen erfolgreichsten Titeln gehören "Danke für die Blumen" (Siw Malmkvist, 1961), "Siebentausend Rinder" (Peter Hinnen, 1963), "Zucker im Kaffee" (Erik Silvester, 1969) und "Das schöne Mädchen von Seite 1" (Howard Carpendale, 1970).

Die schwedische Sängerin Nina Lizell wurde bereits in Post #10 vorgestellt.

Ananas, Ananas, Ananas, Ananas
Ananas, Ananas, Ananas, Ananas
Ananas, Ananas

Ananas, schön ist das
Ja, das sind die süßen Sachen
Ananas, schön ist das
Das wird immer Freude machen
Schokolade ist mein Fall
Marzipan und nochmal
Ananas, Ananas, Ananas

Was soll ich mit Spinat?
Was soll ich mit Sauerampfer?
Sugar sweet Ananas
Davon schick' mir einen Dampfer
Räucherlachs, Kaviar - danke, nein
Lieber mal Ananas, Ananas, Ananas

Doch das ist ja alles nur Ersatz für das, was noch süßer ist
Wüsste ich doch Stunde und Tag, wann du mich endlich mal küsst
Wüsste ich doch Stunde und Tag, wann fängst du endlich mal an
Immer gehst du an mir vorbei und was bleibt mir davon

Ananas, Ananas, Ananas, Ananas

Refrain





Kennt ihr das Gefühl? Ein reifes Stück Obst auf einem Teller, liebevoll angerichtet. Spürt ihr, wie euch das Wasser im Mund zusammenläuft? Und dann der Moment, wenn ihr in das süßliche Fruchtfleisch beißt? Die Aromaexplosion, die sich im ganzen Mundraum ausbreitet und den Endorphinhaushalt bis zum Bersten mit Glückseligkeit ausfüllt. Hallelujah! Und das nicht nach dem Genuss von Donizettis legendärem Liebestrank oder zumindest der geilsten Schokopraline der Welt - nein, einfach nach einem Stück Ananas!
Da hat die liebe Nina endlich geschafft, ihre schier grenzenlose Begeisterung für dieses Obst zum Ausdruck zu bringen. Scheiß auf Spinat und Sauerampfer. Mit einem grünen Smoothie oder einem Döschen Belugakaviar kann man sie nicht hinter dem Ofen hervorholen, da muss es schon die goldene Tropenfrucht sein. Ach, uns're Nina ist schon ein freches Früchtchen! ;)
Genießt diesen tropischen, live-vorgetragenen, Gute-Laune-Song im feuchtfröhlichen Knallbonbonfarbenmix!

Ananas, schön ist das - denn mit Sauerampfer ist man auf dem falschen Dampfer! Kalauer olé! ;) höhöhöhö! 

Samstag, 13. Juni 2020

# 86 - "Sugar Boo Boo" - Bonny St. Claire (1969)

Es gibt Sänger und Autoren, die immer wieder eine sichere Bank für einen skurrilen musikalischen Beitrag sind. Dieser Aussage ist bei diesem Song absolut nichts mehr hinzuzufügen.



NACHTRAG FÜR FREITAG

BONNY ST. CLAIRE
A: Ich kann nicht 100 Jahre warten (M & T: Hans Blum)
B: Sugar Boo Boo (M & T: Lambert Fleming = Nils Nobach & Roman Horn = Rudi von der Dovenmühle)

1971, Philips, 6003 211



Die Holländerin Bonny St. Claire, 1949 als Bonje Cornelia Swart geboren, war in den 60er- und 70er-Jahren auch als Sängerin in Deutschland tätig. Weitere Infos über sie findet ihr in meinem Post #3.
Titel von Nils Nobach und Rudi von der Dovenmühle habe ich in den letzten Monaten bereits mehrfach hier vorgestellt. Literarisch sind sie - charmant umschrieben - äußerst speziell.

Shu-Shu-Shu
Shu-Shu-Shu-Shu-Shu
Sugar Boo Boo

Shu-Shu-Shu
Shu-Shu-Shu-Shu-Shu
Sugar Boo Boo

Weil es so schwere Mädchennamen gibt
Ja-ja, Ja-ja
Und mich der Johnny aus London wirklich liebt
Ja-ja, Ja-ja

Taufte er mich einfach um
Anstatt Penelope
Nennt er mich nur
Sugar Boo Boo

Refrain

Selbst die eleganten Damen
Haben heute Kosenamen
Da gibt es Lee und Lou
Chi-Chi und Sue
Und wie du, nennst du mich
Sugar Boo Boo

Refrain







Das ist natürlich wirklich eine tragische Geschichte. Da hat man endlich den Mann seines Lebens (= "Johnny aus London") gefunden und dann hat er leider einen großen Makel! Nein, keine Legasthenie, Pollenallergie oder Laktoseintoleranz - aber er ist leider zu debil, sich ihren Namen zu merken. Aber gut Penelope ist nun wirklich ein schwieriger Name, so heißt ja auch niemand. Sugar Boo Boo hingegen ist da deutlich häufiger und leichter zu behalten. Ich bin mir nicht sicher, ob Johnny tatsächlich aus London kommt und nicht eher nur auf ein kurzes "Schubidu"-Stelldichein aus Wolkenkuckucksheim angereist ist, um ein bisschen Bussi-Bussi, Bunga-Bunga oder Balla-Balla zu betreiben. Leidtragende wird am Ende wohl Pönölopö sein, die lautstark verkündet, dass sie nicht noch 100 Jahre warten kann. Worauf eigentlich? Jemanden, der zumindest in der Lange ist, sich wenigstens ihren Namen zu merken ... ich wünsche es ihr! Vielleicht mit Jimmy aus Liverpool oder Tommy aus Manchester ...

Freitag, 12. Juni 2020

# 84 - "Ich stehe nur auf Bielefeld" - Heidi Thuns (1973)

Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich in letzter Zeit ein bisschen unregelmäßiger Einträge produziere, aber ich merke tatsächlich Anlaufschwierigkeiten bei mir. Nach der großen Zwangspausen-Entschleunigung merke ich, dass ich nicht (mehr) so belastbar bin, wie zuvor. Kleine Alltagsgeschichten kosten mich deutlich mehr Energie und ich habe das Gefühl, dass ich mich sogar von einem Eisessen wieder erholen muss. Hoffe, dass sich das bald wieder legt. Möglicherweise sind aber auch einfach nur die Impfbefürworter oder Chemtrails schuld. Was haltet ihr von Verschwörungstheorien?
Angeblich gibt es ja die Stadt Bielefeld nicht! Ich war noch nie dort - kann es also leider auch nicht bestätigen. Die Existenz der vorliegenden Single lässt sich allerdings nicht leugnen.




HEIDI THUNS
A: Ich stehe nur auf Bielefeld (M & T: Peter Lach)
B: Wer will noch mal? [Carneval Mars] (M: Jan Mol / dt. T: Peter Lach)

1973, Philips, 6003 336


Heidi Thuns wurde 1942 in Hamburg geboren. Zwischen 1965 und 1974 veröffentlichte sie neun Singles bei sechs Plattenfirmen (u. a. "Männertreu", "La, La, La, Luna", "Nur bei dir scheint die Sonne" oder "Hände weg von meinem Peter"). Darüber hinaus sang sie auf zahlreichen Compilations-LPs mit dem Orchester Frank Valdor bekannte Hits ein.

Peter Lach war ab Mitte der 50er-Jahre als Songwriter im Einsatz. So schrieb er unter anderem einen deutschen Text zum ABBA-Hit "Ring Ring" und Lenny Kuhr's Songcontest-Sieg "Der Troubadour".


Der vorliegende Song eignet sich auch wunderbar zum Mitschunkeln und kann auch noch mit einem Alkoholgehalt von drei Promille lautstark fröhlich mitgegrölt werden! 

Mein erster Freund, der stand im Tor, auf unserm Fußballplatz
Und weil sein Club niemals verlor, stand hoch im Kurs mein Schatz
Er wurde bald verkauft als Star und schrieb mir aus Turin
Komm her, hier ist es wunderbar, doch ich schrieb stolz an ihn

Ich stehe nur auf Bielefeld
Und auf den Teutoburger Wald
Ich pfeif' auf deine große Welt
Die lässt mich völlig kalt

Mein Zweiter stand im Atelier oft vor der Kamera
Und bald auch sein Zahnpasta-Portrait ganz groß im Fernsehen, ja
Man holte ihn sich nach Paris, als Dressman Nummer 1
Er wollt' nicht, dass ich ihn verließ, doch ich schrieb: "Lieber Heinz"

Refrain

Mein Dritter stand mir nur im Weg um sechs nach Ladenschluss
Und ständig in der Discothek beim Tanz auf meinem Fuß
"Geh bloß zum Mond, zum Mond mit dir", so schrie ich immerzu
Doch er schrie: "Nein, ich bleibe hier, ich bin genau wie du"

Refrain




Uff ... das ist ja mal eine Ansage! Für all jene, die Freunde von Verschwörungstheorien sind: Hierbei handelt es sich um keine Single von Fran "Die Nanny" Drescher, auch wenn eine gewisse Ähnlichkeit (auf diesem Foto) durchaus vorhanden ist.
Auch nach diesem Song können wir immer noch über die tatsächliche Existenz von Bielefeld spekulieren. Viele Hinweise gibt uns die gute Heidi nicht - nur, dass sie immerhin ein verhältnismäßig ausführliches Liebesleben Revue passieren lassen kann ... das ist schon beeindruckend, wenn auch verständlich, warum sie die drei Vögel abgeschossen hat.
Solltet ihr einmal die Chance haben, Bielefeld einen Besuch abzustatten, nutzt es doch! Ich kenne tatsächlich zwei Frauen, die dort angeblich arbeiten. Und die Frauen existieren wirklich. Das ist schon einmal mehr, als mir Verschwörungstheoretiker bieten können ... Ob Heidi zugunsten auch ein "Ehren-Baum" im Teutoburger Wald gepflanzt wurde? Naja, der kann sich gegen diese unfreiwillige Werbung leider auch nicht wehren. Oder findet gerade deshalb der Klimawandel immer mehr Einzug in unser Bewusstsein?